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Energiezentrum oder Pflegehotel?

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SMUELLERN / 29.05.2008, 19:42 Uhr
Altfriedland Bis Mittwochabend hatten die wenigsten Bewohner der Gemeinde Neuhardenberg eine Vorstellung, wie sich das denkmalgeschützte Gutshaus Altfriedland samt Schlossscheune gründlich sanieren und danach sinnvoll nutzen ließe. Dann aber präsentierte nicht nur Carl-August von Oppen, der Sohn Heinrich von Oppens, der im Gutshaus geboren wurde, eine Nutzungsidee vor den Gemeindevertretern. Doch auch Ortsbürgermeister Hans-Herrmann Kain informierte unerwartet über schon vorangetriebene Pläne, die Zukunft des Gutshauses betreffend.

Das Gutshaus samt Schlossscheune in Altfriedland führt trotz seines exponierten Standortes mitten im Dorf und gleich neben dem Kloster ein Mauerblümchen-Dasein. Beide Gebäude verfallen zusehends. Die Gemeinde hat erst vor wenigen Monaten einen Verkauf des Gebäudes rückgängig gemacht, weil der Käufer trotz Auflagen untätig blieb. Nun ist wieder alles offen.

Da war die Idee des Carl-August von Oppen willkommen, für Gutshaus samt Scheune eine Nutzungsidee zu formulieren und beides zusammen einem potenten Investor schmackhaft zu machen, der bis dato womöglich von Altfriedland noch nie etwas gehört hat. Von Oppen schlägt vor, aus Gutshaus und Scheune ein Energiezentrum zu machen, das über die Nutzungsmöglichkeiten aller denkbaren alternativen Energien - von Windkraft über Solar und Erdwärme bis Biogas - informiert. Dabei soll nicht die Gemeinde als Akteur auftreten, sondern am besten ein großes Energie- oder ähnlich gelagertes Unternehmen. "Energie wird auch in 20 Jahren noch ein wichtiges Thema sein" argumentierte von Oppen. Gerade große Energiekonzerne würden immer mehr auf ein ökologisches Image setzen, so dass es gute Gründe für sie gäbe, ein solches Energiezentrum zu betreiben. Altfriedland sei dafür ein ausgezeichneter Standort, so von Oppen, um Ausstellungs- und Demonstrationsräume etwa in der Scheune einzurichten und zugleich Fortbildungen für Mitarbeiter und Kunden des Unternehmens samt Übernachtung im Gutshaus zu ermöglichen. "Die Gebäudesanierung wird nicht wenig kosten", so von Oppen. Die Gemeinde kann es nicht finanzieren, ein großes Unternehmen dagegen könnte das Geld vielleicht aufbringen. "Bevor ich jedoch mit dieser Idee Klinken putzen gehe, wäre mir wichtig zu wissen, ob die Gemeinde einem solchen Energiezentrum offen gegenüber stehen würde." - Steht sie, machten die Abgeordneten recht einmütig deutlich. Zumal ein Energiezentrum das Dorf Altfriedland bekannter machen würde, damit zugleich mehr Gäste anziehe und so helfe, die Klosterschänke künftig effektiv zu betreiben.

Daraufhin informierte Ortsbürgermeister Hans-Herrmann Kain, dass es bereits andere Überlegungen zum gemeindeeigenen Gutshaus gäbe. Davon hatte offenbar niemand im Gemeinderat etwas geahnt. Die regional zuständige Lokale Aktionsgruppe (LAG), in der er mitarbeite, habe 5000 Euro Fördermittel investiert, um Finanzierungsmöglichkeiten und Nutzungspläne von einem Fachbüro ausarbeiten zu lassen, so Kain. Dabei handele es sich um die Idee eines Pflegehotels, erklärte er kurz, wollte aber nicht weiter auf die Pläne dazu eingehen. Bürgermeister Mario Eska stellte daraufhin fest, dass jede Idee willkommen sei, um letztlich das Gutshaus erfolgreich zu beleben.

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