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Landkreis erhöht monatliche Pauschale für die Unterbringung von Kindern in Pflegefamilien

Mehr Geld für Pflegeeltern

Oliver Schwers / 11.12.2011, 07:26 Uhr
Prenzlau (MOZ) Prenzlau. Jahrelang haben Pflegeeltern der Uckermark stillgehalten. Dann gingen sie an die Öffentlichkeit wegen zu geringer Entschädigungen. Jetzt hat der Kreistag reagiert. Ab Januar steigen die Erstattungen für solche Formen der Unterbringung erheblich.

Genau 15 Jahre wurden die Vergütungssätze nicht angepasst. Sie werden monatlich an Familien gezahlt, die Kinder außerhalb des eigenen Elternhauses betreuen und damit einen Heimaufenthalt verhindern. Doch die Erstattung der laufenden Ausgaben hatte der Landkreis nicht erhöht, obwohl Lebenshaltungskosten seitdem stark gestiegen waren. "Eine Anpassung des Pflegegeldes war somit mehr als überfällig", urteilte Henryk Wichmann (CDU), Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses.

Die Kreisverwaltung hat jetzt auf Wunsch des Ausschusses reagiert. Die Vergütung für Pflegeeltern wird ab Januar deutlich erhöht. Je nach Alter und Pflegeaufwand des jeweiligen Kindes werden die monatlichen Zahlungen zwischen 112 und 212 Euro pro Kind steigen. Die Sätze orientieren sich damit an der Mehrzahl der brandenburgischen Landkreise und an den Empfehlungen des Deutschen Vereins zur Förderung der öffentlichen und privaten Fürsorge. Dadurch entstehen dem Landkreis Mehrkosten in Höhe von über 200 000 Euro pro Jahr.

Doch am Ende spart der Landkreis durch diese Regelung immer noch. Denn ohne Pflegeeltern müssten die betreffenden Kinder in Heimen untergebracht werden, was wesentlich teurer ist.

Mit der Anhebung der Vergütungssätze will der Jugendhilfeausschuss vor allem neue Pflegeeltern gewinnen. Denn deren Zahl ging in den vergangenen Jahren zurück. "Die rückläufige Entwicklung bei den Pflegefamilien ist zum Teil auch eine Folge der zwischenzeitlich nicht mehr bedarfsdeckenden Pflegegeldsätze im Landkreis Uckermark gewesen", so die Einschätzung von Henryk Wichmann. "Ich hoffe sehr, dass es uns mit der Anhebung des Pflegegeldes künftig gelingt, die vorhandenen Pflegefamilien zu halten und auch neue Pflegefamilien dazuzugewinnen."

Bei den betroffenen Eltern herrscht inzwischen Zufriedenheit. Sie hatten mit einer öffentlichen Präsenz im Jugendhilfeausschuss auf das Problem aufmerksam gemacht. Die Pflegekosten werden als Sachaufwand und als Kosten für Pflege und Erziehung gezahlt. Dazu zählen Ernährung und Bekleidung, Gesundheitspflege, Hausrat, Wohnung, Heizung, Schulbedarf oder Taschengeld.

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