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Ehemaliger Bad Freienwalder schafft Forum als Netzwerk der engagierten Bürger

Ideenschmiede im Internet

Denny Amstutz
Denny Amstutz © Foto: Sören Tetzlaff
Steffen Göttmann / 14.12.2011, 07:57 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Denny Amstutz aus Bad Freienwalde, der sein berufliches Glück in Baden-Württemberg gefunden hat, will seiner Heimatstadt etwas zurückgeben. Er hat daher ein kostenloses und nichtkommerzielles Internetforum auf die Beine gestellt, wo sich alle Aktiven austauschen können.

"Mein Ziel ist es, dass sich alle engagierten Menschen im Altkreis Bad Freienwalde verknüpfen", sagt Denny Amstutz. Den ersten Versuch unternahm der 34-Jährige bereits 2004, doch das Projekt scheiterte. Jetzt hat er einen neuen Anlauf genommen. Seine Seite www.regioforum-barnim-oderbruch.de wird am kommenden Sonnabend freigeschaltet.

Das Internetforum sei parteiunabhängig und nicht kommerziell. Kommunen, Bürgerinitiativen, Vereine, Institutionen und Privatpersonen, die sich austauschen möchten, sollen dort eine Plattform bekommen und sich präsentieren können. Die Mitarbeit sei ehrenamtlich. Amstutz verspricht jedoch, die Eingänge dahingehend zu prüfen, dass keine politischen Extremisten von rechts oder links den Zugang nutzen, um verfassungsfeindliches Gedankengut zu verbreiten.

Den 34-Jährigen ärgert es, dass viele Menschen in der Region nur noch pessimistisch in die Zukunft blicken. "Hier passiert doch sowieso nichts mehr", sei die landläufige Aussage. Viele fühlten sich als Verlierer und von der Politik alleine gelassen. "Deshalb müssen wir gemeinsam Ideen für die Zukunft schmieden und ein regionales Bewusstsein entwickeln", sagt der Bad Freienwalder, der die Heimatregion keineswegs aufgegeben hat. Es gebe gute Ansätze in der Region, doch das Miteinander fehle.

"Das Forum steht allen Bürgern offen, die sich rund um ihre Heimat engagieren und austauschen möchten und die alle dasselbe Ziel verfolgen: Ihre Region lebendig, attraktiv und lebenswert zu gestalten", erläutert Amstutz das Leitbild der Seite. Ein Vorbild seien für ihn die Speckgürtel-Gemeinden um Neuenhagen bei Berlin. Dort gebe es ein ähnliches Forum, wo sich mehrere Gemeinden vernetzt haben.

Denny Amstutz arbeitet seit Februar in seiner Freizeit zusammen mit einem Webdesigner an der Seite. Von den Städten Bad Freienwalde und Wriezen sowie den Ämtern Barnim-Oderbruch und Falkenberg-Höhe habe er die Rechte erworben, um deren Wappen zu veröffentlichen. Ferner besorgte er sich beim Institut für Geodaten in Potsdam Material, um die Region kartografisch einzugrenzen. "Das war alles viel schwieriger, als ich vorher gedacht habe", sagt Denny Amstutz. Der Landkreis Märkisch-Oderland habe ihn sehr unterstützt und bereits Daten eingestellt, berichtet er. Dennoch ist Amstutz erleichtert, es jetzt geschafft zu haben.

Finanziert hat Denny Amstutz die Seite aus seinem eigenen Einkommen. "Wenn ich etwas übrig habe, dann verwende ich es dafür", sagt er. Er habe das Gefühl, der Region etwas zurückgeben zu müssen. Manchen Vorteil erkenne man erst durch den Blick von außen. "Ich durfte in Brandenburg kostenlos auf dem zweiten Bildungsweg an der Volkshochschule Strausberg mein Abitur nachholen", erzählt Amstutz. Dies sei in Baden-Württemberg und vielen anderen Bundesländern nicht möglich. Dort müsse man für das Abitur auf diesem Weg bezahlen.

Der 34-Jährige ist seit 2004 in der Medizintechnik tätig und arbeitet bei einem international agierenden Hersteller von orthopädischen Produkten wie künstlichen Hüft- und Schultergelenken in Freiburg im Breisgau. Dennoch kommt er immer wieder wochenweise nach Bad Freienwalde zurück, um seinen Vater zu besuchen.

Nähere Information: www.regioforum-barnim-oderbruch.de - Kontakt zu Denny Amstutz 0174 5836551, E-Mail d.amstutz@freenet.de

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