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Bahn schließt Modernisierung der Ostbahnstrecke ab/ Heute Abend endet Schienenersatzverkehr

Jetzt noch schneller in Berlin

Doris Steinkraus / 15.12.2011, 19:57 Uhr - Aktualisiert 15.12.2011, 20:01
Seelow/Küstrin-Kietz (MOZ) Mit der Inbetriebnahme des Stellwerkes Müncheberg/Trebnitz schließt die Deutsche Bahn heute ihr Modernisierungsprogramm entlang der Ostbahn ab. Damit endet auch der Schienenersatzverkehr.

Es war wie ein Bild aus alten Zeiten. Fuhr in Trebnitz ein Zug ein, kurbelte bisher der Diensthabende in seinem Stellwerk die Schranken per Hand runter. Das ist nun Geschichte. Heute Abend geht der letzte Abschnitt der modernisierten Ostbahnstrecke in Betrieb. Den Schrankenwärter gibt es nicht mehr. Der Bahnverkehr wird von der Zentrale in Küstrin-Kietz gesteuert und überwacht.

In dem unscheinbaren Flachbau unweit der Grenze zu Polen schlägt das Herzstück eines Streckenabschnittes, in dessen Erneuerung die Bahn in den letzten fünf Jahren 40 Millionen Euro investiert hat. Susann Merten und Jörg Fischer haben alle Monitore im Blick. Normalerweise verirrt sich in ihr Stellwerk kein Außenstehender. An den Bildschirmen können sie genau verfolgen, wo sich welcher Zug befindet. Störungen werden sofort gemeldet.

René Kollasser von der Bahn erklärt das Beispiel Schranken, die jetzt entlang der Strecke alle automatisch bedient werden. „Sollte wirklich eine Schranke nicht funktionieren, kommt es nicht zum Crash mit Fahrzeugen des Straßenverkehrs“, versichert Kollasser. Die Züge seien alle mit Elektronik ausgestattet. Funktioniere eine Schranke nicht, würden vorgelagerte Signale nicht auf Frei geschaltet.

Selbst kleinere Nebenübergänge seien speziell gesichert. „Übersieht ein Lokführer ein Signal, springt eine magnetische Bremse an“, erklärt der Bahnmann. Im zentralen Stellwerk würde bei Pannen sofort ein Alarmsystem greifen. Selbst plötzlicher Stromausfall könne das System nicht lahmlegen. Nebenan stehe ein Notstromaggregat, das zugeschaltet werden kann. Das Stellwerk ist rund um die Uhr besetzt. An diesem Tag haben die beiden Fahrdienstleiter ungewöhnlich viel Besuch. Neben einem Pressetross agieren im der Schaltzentrale angeschlossenen Raum für die Leit- und Sicherheitstechnik gleich drei weitere Fachleute. Ihr Augenmerk gilt den Schaltschränken und den vielen Lichtern. Jürgen Guderjahn erklärt, dass geprüft werde, inwieweit die neu aufgeschaltete Systemtechnik des nun letzten Außenstellwerkes in Müncheberg/Trebnitz funktioniert. Ab Sonnabend soll es in Betrieb gehen.

Im Zuge der Modernisierung wurde am Stellwerk Müncheberg/Trebnitz eine Überleitweiche installiert. Sie ermöglicht, dass auch auf dem abzweigenden Strang 120 km/h gefahren werden kann. Von Müncheberg führt die Strecke über Alt Rosenthal bis Seelow-Gusow zweigleisig. Mit Abschluss der Arbeiten endet auch der Schienenersatzverkehr zwischen Seelow-Gusow und Rehfelde. Ab Sonnabend früh verkehren die Züge der Niederbarnimer Eisenbahn wie gewohnt. Die Fahrdauer nach Lichtenberg verkürzt sich jetzt noch einmal um einige Minuten.

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