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Frankfurts Ticketkosten liegen unter dem bundesweiten Durchschnitt / Mehrsprachigkeit der Angebote mangelhaft

Günstige Preise im Nahverkehr

Umstieg am Bahnhof: Reisende können auch mit dem Bus ihr Ziel in der Stadt und im Umland erreichen.
Umstieg am Bahnhof: Reisende können auch mit dem Bus ihr Ziel in der Stadt und im Umland erreichen. © Foto: MOZ/Dietmar Horn
Mariana Lubasch / 18.12.2011, 18:52 Uhr
Frankfurt (MOZ) Der Frankfurter Nahverkehr schneidet bei einem Vergleich von 130 Städten in Deutschland, der Schweiz und Österreich im Mittelfeld ab. Das ist das Ergebnis einer Studie des Internetportals "ab-in-den-Urlaub.de". Die Fahrkartenpreise in Frankfurt liegen allerdings weit unter dem bundesweiten Durchschnitt.

Die Frankfurter Fahrgäste müssen für den Erwerb eines Fahrscheins weit weniger tief in die Tasche greifen als in anderen Städten in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. So kostet beispielsweise ein Tagesticket im Durchschnitt 4,91 Euro, in Frankfurt hingegen nur 2,70 Euro. Dennoch ist das Tagesticket insgesamt überall recht günstig zu haben. Wenngleich Vergleiche mit Großstädten schwierig sind, wird in der Studie darauf verwiesen, dass Bewohner und Touristen beispielsweise in Stockholm hingegen am meisten zahlen. Hier werden 12,48 Euro fällig. Berlin liegt mit 6,30 Euro auch klar über dem Durchschnitt. Aber auch ein normales Einzelticket mit 1,30 Euro in Frankfurt ist günstiger als beispielsweise 2,30 Euro in Lübeck.

Im Norden Deutschlands bezahlen laut dieser Studie die Benutzer des städtischen Nahverkehrs für einen Fahrschein am meisten. Im Süden hingegen fallen die Preise geringer aus. Außerdem sei dort das Serviceangebot insgesamt zufriedenstellender und touristenfreundlicher als bei den Nordlichtern. Zu diesem Ergebnis gelangt zumindest das internationale Reisebuchungsportal "ab-in-den-Urlaub.de", das nunmehr zum zweiten Mal den öffentlichen Nahverkehr in 130 Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz untersucht hat. Für den Vergleich wurden außerdem die größten Städte weltweit einbezogen. Dabei interessierte insbesondere die Preisgestaltung von Einzel-, Tages- und Wochentickets. Zudem wurde bewertet wie touristenfreundlich die Angebote sind: Gibt es eine mehrsprachige Internetseite oder sind Tickets auch an Automaten und in den Fahrzeugen erhältlich? Unter Berücksichtigung all dieser Untersuchungskriterien landete die Stadtverkehrsgesellschaft mbH Frankfurt (SVF) im Mittelfeld.

Der Geschäftsführer der SVF, Michael Ebermann, zeigt sich erstaunt, dass sein Unternehmen nur im Mittelfeld rangiert. "Wir erhalten in anderen Studien regelmäßig Spitzenbewertungen und Auszeichnungen", sagt er. Obwohl Potsdam und Cottbus die gleiche Tarifstruktur besitzen wie Frankfurt, schnitten sie im Ranking besser ab. "Die Preise erhebt der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg. Das ist also einheitlich geregelt", meint Ebermann.

Beim Blick auf die Vielsprachigkeit der Angebote, die ein wichtiges Kriterium innerhalb der Studie war, zeigt sich jedoch, dass es auf der Internetseite der Frankfurter Verkehrsgesellschaft keine Angaben in Polnisch oder Englisch gibt. "Die Beförderungs- und Tarifbestimmungen haben wir ins Polnische übersetzen lassen. Diese werden Anfang 2012 auf der Internetseite der SVF veröffentlicht", kündigt Ebermann an. Auch hinsichtlich der Automaten will man touristenfreundlicher werden. Diese sollen eine polnische Bedienmaske erhalten. Zudem seien die Mitarbeiter mit einem deutsch-polnischen Sprachführer ausgestattet, um im Bedarfsfalle eine Kommunikationshilfe zu haben.

In der Studie erhält Aalen (Baden-Württemberg) die schlechteste Bewertung. Gleich dahinter liegen Bonn und Flensburg. Jena und Leipzig sind die am schlechtesten bewerteten ostdeutschen Städte; Cottbus und Potsdam schneiden am besten ab.

Die Sprecherin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg GmbH, Elke Krokowski, bemängelt die Vergleichbarkeit der erhobenen Daten. "Es werden keine differenzierten Aussagen getroffen", so die Sprecherin. Das könnte die unterschiedliche Bewertung der Städte Frankfurt, Cottbus und Potsdam erklären.

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faules ei im omelette 21.12.2011 - 10:03:56

Kullernde Kindergruppen

"Einige Tage später pöbelten angetrunkene (wahrscheinlich rechts gesinnte) Jugendliche mit Bierflaschen lautstark im Bus herum..." Wenn alle in Frankfurt (Oder) angetrunkene, gelegentlich sogar mit mehreren Bierkästen im Bus umherfahrende Jugendliche automatisch "wahrscheinlich rechts Gesinnte" sein müssen, dann ist Frankfurt (Oder) gefühlt die Nazi-Hochburg der Welt. Ansonsten muss ich Ihren Beobachtungen zustimmen. Kindergruppen, die sich nach Auffassung der SVF gefälligst anzumelden haben (???), lassen Busfahrer kurz nach dem Einsteigen durch besonders ruppiges Anfahren auch gern mal durch den Fahrgastraum kullern. Das sieht ja auch so schön lustig aus. Oder das Personal scheint bemüht, die Gruppe zu trennen (Tür zu, Hälfte der Kinder steht noch draußen), damit sich Fahrgäste offenbar durch eine zu hohe Anzahl Kinder im Bus nicht zu stark belästigt fühlen(?). All diese Beobachtungen müssen natürlich nicht den Regelfall widerspiegeln. Es gibt auch ausgesprochen freundliche und zuvorkommende Fahrer. Also, Herr Ebermann, wenn´s an den Preisen nicht liegen kann, da vom VBB festgelegt, mal den Kopf anstrengen und dem Volk (sprich: die Arbeitsplätze sichernde Kundschaft) aufs Maul geschaut. Dann klappt´s nächstes vielleicht mit ´ner besseren Bewertung.

ROESSLGAENGER 19.12.2011 - 17:51:57

Freundlichkeit auch mit bewertet?

Hr. Ebermann wundert sich darüber, dass FF beim Ranking nur im Mittelfeld landete und Potsdam und Cottbus weit vorn. Mal daran gedacht dass vielleicht auch Freundlichkeit des Personals mit bewertet wurde. Damit ist es in Frankfurt wirklich nicht weit her. (bis auf wenige Ausnahmen) Insbesondere Frankfurter Busfahrer stehen ihren für ihre Ruppigkeit bekannten Berliner Kollegen kaum nach! Es kann einem m Fahrgast hier schon einmal passieren, vom Fahrer für irgendeine Kleinigkeit lautstark zur Sau gemacht zu werden. Vor einiger Zeit wurde ich Zeuge, wie eine junge Frau unter Beschimpfungen aus dem Bus geworfen, weil sie es wagte einen verschlossenen Kaffee to go beizuhaben. Einige Tage später pöbelten angetrunkene (wahrscheinlich rechts gesinnte) Jugendliche mit Bierflaschen lautstark im Bus herum, da war vom Fahrer kein Mucks zu hören. Dass Fahrer sich einen Spaß daraus machen, verspäteten Fahrgästen die Tür vor der Nase zuzumachen, gehört fast zum Normalzustand. Heute Mittag war eine junge Frau etwas schneller und wurde dafür von der Tür eingeklemmt. Natürlich verdienen die Fahrer nach Tarif (was ich ihnen bei entsprechenden Leistungen auch gönne) und sind hinter dem breiten Rücken von ver.di geschützt. Dass es durchaus anders geht habe ich oft in anderen Städten erlebt, seltsamerweise überwiegend im Westen!

Hartzi mit ABI 19.12.2011 - 14:37:36

Hehe @Schaffner

Danke für das Mitgefühl und die Parteiergreifung... Und das obwohl du ja wenigstens noch umsonst fahren kannst und mir nur ein Ticket ausstellen musst, wenn ich erwischt werde, weil ich mich für ein Mittag für 3,50 € statt einem Fahrschein für 2,70 € von meinen nach Abzug aller Unkosten übrigbleibenden 5,76 € pro Tag entschieden habe, nur weil ich Unterlagen zum JobCenter bringen muss und nicht zu Hause kochen konnte. ;-) neenee, isn Scherz gewesen, bin schon seit 25 Jahren nicht mehr schwarz gefahren, auch wenns mich in letzter Zeit doch häufiger gereizt hat, nachdem ich seit HartzIV-Bezug als trotzdem rechtschaffener Bürger lieber auf das pünkliche Mittag verzichtet habe und bis zu Hause den Hunger ertragen habe als mal n Döner zu kaufen, wenn ich wegen irgendwelcher unsinnigen Auflagen oder Einladungen zu noch unsinnigeren Terminen beim JobCenter auf Bus und Bahn angewiesen bin. Weil über 14 km hin und zurück will ich auch nicht bei jedem Wetter mit Rad oder zu Fuß abspulen.

Schaffner 18.12.2011 - 19:30:45

Es reicht gerade so

Bei Gehältern um 7,50-8,00 € pro Stunde, muss mancher Fahrgast erstmal eine Stunde arbeiten, um die Fahrt von und zur Arbeit bezahlen zu können. Großes Dankeschön an den Beschaffer von Billiglohnarbeitsplätzen.

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