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Panketaler und Werneuchener im Vorstand des neuen Regionalverbandes / Einzug in Kommunalparlamente als Ziel

Piraten entern Barnim und Uckermark

Glückwünsche zur Wahl: Michael Hensel (vorn rechts), Landesvorsitzender der Piraten, gratuliert Veit Göritz. Auch Peter Prisack (links), Florian Winkler und Wolfgang Herrmann (hinten rechts) gehören dem Regionalvorstand an. Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Glückwünsche zur Wahl: Michael Hensel (vorn rechts), Landesvorsitzender der Piraten, gratuliert Veit Göritz. Auch Peter Prisack (links), Florian Winkler und Wolfgang Herrmann (hinten rechts) gehören dem Regionalvorstand an. Foto: MOZ/Thomas Burckhardt © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Sven Klamann / 18.12.2011, 20:49 Uhr
Bernau/Eberswalde (MOZ) Den Wind des Wahlerfolgs von Berlin in den Segeln und mit Kurs auf den Einzug in möglichst viele Kommunalparlamente haben Mitglieder der Piratenpartei den Regionalverband Barnim-Uckermark gegründet.

Auch die Piraten sind in Deutschland dem Versammlungs- und Parteirecht unterworfen. Und so hatte ihr Premierentreffen am Freitagabend in der Eberswalder Gaststätte "Wilder Eber" wenig mit einer Kaperfahrt auf sturmgepeitschten Wellen gemein. Statt um den Kampf für mehr Transparenz, Demokratie, Bürgerrechte und Datenschutz, ging es um Geschäftsordnung, Satzung und Wahlen.

In Barnim und Uckermark hat die Piratenpartei nach Angaben ihres Landesvorsitzenden Michael Hensel aus Brandenburg aktuell 58 Mitglieder, von denen nur 15 zur Gründungsversammlung erschienen waren. Dass im Gaststättensaal dennoch kein Platz freiblieb, war dem Interesse etlicher Sympathisanten geschuldet. Mit der Eberswalder FDP hatte zudem ein Kontrahent um die Wählergunst Beobachter geschickt: den Ortsverbandsvorsitzenden Stephan Fischer, an dessen gelb-blauem FDPT-Shirt kein Pirat Anstoß nahm, und Götz Trieloff, den Fraktionsvorsitzenden in der Eberswalder Stadtverordnetenversammlung.

Der neue Regionalverband wird für vorerst ein Jahr von Veit Göritz (26) aus dem Schorfheider Ortsteil Lichterfelde geführt. Der Maschinenbaustudent bekam in geheimer Wahl elf Stimmen und setzte sich damit gegen seinen Mitbewerber Florian Winkler (26) aus Angermünde durch. Für den Mechatroniker hatten acht Piraten votiert.

Der neue Vorsitzende betonte, dass er ernsthaft politisch arbeiten und den Einfluss der Partei vergrößern wolle. Noch vor dem Wahlakt hatte er zugegeben, sich vor Jahren der Pseudoreligionsgemeinschaft des "Fliegenden Spaghettimonsters" angeschlossen zu haben. Die behauptet von sich, auf spaßige Weise unwissenschaftliche Glaubengrundsätze zu parodieren. Zu ihren Thesen gehört, dass es für die globale Erwärmung und alle daraus resultierenden Klima-Katastrophen nur eine Ursache gibt: die sinkende Zahl von Piraten seit Beginn des 19. Jahrhunderts. "Keine Ahnung, ob ich dort weiter als Mitglied geführt werde. Für mich war es eine Jugendsünde", sagte Veit Göritz.

Der in diesem Wahlgang noch unterlegene Florian Winkler wurde ohne Gegenkandidaten mit 13 Stimmen zum zweiten Vorsitzenden der Piraten für Barnim und Uckermark gekürt.

Als Schatzmeister stellte sich Jürgen Voigt (56) aus Werneuchen zur Verfügung. Der Sozialpädagoge erklärte, dass er auf Erfahrungen als Kassenwart eines Sportvereins zurückgreifen könne. Vor der Wende sei er Mitglied der SED gewesen. Er trat ohne Mitbewerber an und erzielte 12 Stimmen.

Für die zwei Beisitzer-Plätze im Vorstand gab es vier Kandidaten: Peter Prisack (45), Informatiker aus Panketal, Uwe Becher (52), Anlagenfahrer aus Schwedt und früher WASG-Mitglied, Wolfgang Herrmann (49) aus Meichow, bis vor kurzem in der CDU zu Hause und immer noch Gemeindevertreter in Gramzow, sowie Jonathan Dehn (21) aus Lobetal, der in Greifswald eine Ausbildung zum Grafikdesigner absolviert.

In den Vorstand schafften es Peter Prisack mit 13 und Wolfgang Herrmann mit neun Stimmen. Für Jonathan Dehn hatten acht, für Uwe Becher sechs Piraten votiert.

Als Kassenprüfer wurden Uwe Becher (52) und Alex Oehmke (30), Inhaber einer Büroservice-Firma aus Wandlitz, gewählt.

Die Piraten sehen es als ihre wichtigste Aufgabe an, sich für die nächsten Kommunalwahlen fit zu machen. Ihr Vorstandsmitglied Wolfgang Herrmann aus Meichow soll nicht der einzige Gemeindevertreter bleiben, der die Piratenflagge vor sich her trägt. Für den Anfang rief der Vorstand die Parteimitglieder zu regelmäßigen Besuchen der Parlaments- und Ausschusssitzungen auf.

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IM.Wassermann 19.12.2011 - 12:10:24

Besuch von Parlaments- und Ausschusssitzungen

In Panketal traten diesbezüglich nur bekannte Gesichter in Erscheinung. Bin gespannt wer sich von diesen "negativ-dekadente Personen" als Pirat outet?

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