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Engel zählen in Krügersdorf

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ruth buder / 20.08.2009, 08:00 Uhr
Krügersdorf Die Restauration der Kirche in Krügersdorf ist nun auch im Inneren abgeschlossen. Nachdem das 1720 erbaute Gotteshaus zu Anfang des neuen Jahrtausends von außen saniert wurde, eine terrakottafarbene Fassade und ein neues Dach erhielt, zeigt sich nun nach dreijähriger Arbeit auch das Innere in alter Schönheit. Das alles ist für die Kirchengemeinde ein Grund zum Feiern. Am kommenden Sonntag wird um 14 Uhr zum Gottesdienst mit anschließendem Kaffeetrinken eingeladen. Pfarrerin Marianne Tiedeke hat sich ein Spiel ausgedacht: Engel in der Kirche zählen.

Pfarrerin Marianne Tiedeke ist voll es Lobes über die "genialen und preiswerten Handwerker", die es geschafft haben, die verblichenen und beschädigten Schönheiten der Krügersdorfer Dorfkirche mit viel Liebe und Geschick aufzuarbeiten. Besonderes Lob widmet sie den Restauratoren Rostislaw Woronko aus Beeskow und Bernhard Klemm aus Frankfurt (Oder).

Der erste Blick beim Betreten der Kirche fällt auf den weiß-goldenen Taufengel, der auffällig in der Mitte an der Decke schwebt und bei Gebrauch nach unten gezogen werden kann (siehe Foto). Links fällt der Blick auf die prunkvolle Patronatsloge mit ihren goldumrandeten Medaillonbildern und ihren hohen, schmalen, verzierten Säulen. Früher saß an herausragender Stelle der Patronat mit seiner Familie - Abraham vom Steinkeller hat die Kirche1720 erbauen lassen. In den letzten Jahrzehnten hat kein Gemeindemitglied so erhoben gesessen, aber bei der Einweihungsfeier am Sonntag sollen die Bläser "ganz oben stehen". So stellt sich das die Pfarrerin vor. Jahrzehnte sei die Loge gar nicht genutzt worden, wegen Baufälligkeit, auch fehlen Sitzgelegenheiten.

Gegenüber der Loge glänzt der ebenfalls restaurierte prunkvolle Kanzelaltar, in dem sich Barock und Gründerzeit mischen. Dass sich gleich hinter dem Altar die Orgel (eine gut funktionierende Sauerorgel, gebaut um 1885) befindet, ist eine Besonderheit. Ein Unikum, findet die Pfarrerin. Auch dass die Emporenteile rechts und links des Altars nach oben in die Fensternischen gesetzt wurden, ist ungewöhnlich, geben der Krügersdorfer Kirche etwa Unverwechselbares und zeigen, dass Generationen von Christen hier ihre Spuren hinterlassen haben.

Ein schönes Licht werfen die bleiverglasten Fenster, die nur an der Nordseite sechs Bilder von Evangelisten und Propheten zeigen. Eine Systematik ist nicht zu erkennen. "Die Krügersdorfer Kirche ist im Vergleich zu anderen Dorfkirchen der Region sehr reich ausgestattet", wertet die Pfarrerin. Wahrscheinlich hänge es damit zusammen, dass sie für drei Orte (Krügersdorf, Schneeberg und Oelsen) gebaut worden ist oder es großzügige Spender gab.

Solche hat die Kirche auch für die Restaurierung gebraucht. Die 600 000 Euro, die insgesamt verbaut wurden, kamen aus vielen Töpfen zusammen, berichtet Marianne Tiedeke, die in diesem Zusammenhang auch der Partnergemeinde Meerbusch in Nordrhein-Westfalen dankt.

Nicht alles ist perfekt, lediglich farblich angepasst wurde die Decke, die nur über dem Altar noch einen Eindruck vom Urzustand vermittelt. Sie soll sich in Gewölbeform und einem Himmel mit Wölkchen gezeigt haben. Die Sitzgelegenheiten - ein Teil sind fest verankerte Bänke Marke Eigenbau, ein anderer Teil Holzstühle - wirken fremd in dem sakralen Raum. Der Holzfußboden müsste durch Stein abgelöst werden. "Aber das wäre alles viel zu teuer, das Geld ist alle", sagt Marianne Tiedeke, die mit dem jetzigen Zustand sehr zufrieden ist. Drum will sie die Einweihung mit Gemeindemitgliedern und interessierten Gästen am Sonntag ab 14 Uhr feiern. Für alle Großen und Kleinen denkt sie sich ein Spiel aus: Engel suchen. Die gibt es in der Krügersdorfer Kirche reichlich. Marianne Tiedeke hat 24 gezählt.

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