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Scharmützelseebahn GmbH musste nach Februar-Aktion keine Zwangsgeld zahlen

Abbau der Gleise jetzt legal

Gleisabbau geht weiter: Markus Finger arbeitet für den Eigentümer der Bahnanlage.
Gleisabbau geht weiter: Markus Finger arbeitet für den Eigentümer der Bahnanlage. © Foto: MOZ/Ruth Buder
Ruth Buder / 22.12.2011, 07:12 Uhr
Beeskow (MOZ) "Das ist alles ganz legal", sagt Markus Finger, der gegenwärtig als Subunternehmer beim Abbau der Gleisanlagen zwischen Pfaffendorf und Beeskow beschäftigt ist. Er schneidet die Gleise an, damit sie später mit dem Bagger gehoben werden können. Finger gesteht, dass ihn viele Vorüberfahrende argwöhnisch betrachten, ein Bürger sei sogar zornig auf ihn zugegangen.

Wie eine Nachfrage beim Infrastrukturministerium in Potsdam ergab, ist der Gleisabbau nun erlaubt. Anders als im Februar dieses Jahres.Damals hatte die Scharmützelseebahn GmbH als Eigentümer der Strecke ohne Genehmigung damit begonnen, die Gleisanlagen Stück für Stück zu entfernen. Viele Bürger empörten sich über diese Dreistigkeit. Auf der Strecke fährt zwar seit über 13 Jahren kein Zug mehr, aber sie war noch nicht entwidmet.

Als das Landesamt für Bauen und Verkehr im Februar von dem illegalen Rückbau erfuhr, wurde der Stopp angeordnet und ein Zwangsgeld von 20 000 Euro angedroht.

Wie das Oder-Spree-Journal gestern erfuhr, ist es nie zu einer Strafzahlung gekommen. Als Grund gibt das Ministerium an, dass der Eigentümer den Abbau damals sofort gestoppt habe und es auch klar war, dass auf dieser Strecke nie wieder ein Zug fahren würde. "Deshalb wurde kein Gebrauch von der Zahlung des Zwangsgeldes gemacht", so der Sprecher. Der nun laufende Abbau der Gleisanlagen sei rechtmäßig.

Ziel der Anrainergemeinden ist es, auf dem ehemaligen Bahndamm einen Radweg bis nach Bad Saarow zu bauen.

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Oderbruchbahner 23.12.2011 - 14:53:06

Verkehrte Welt

Auf der B168 rollt LKW auf LKW, die Lebensqualität in Pfaffendorf und anderswo wird stark eingeschränkt. Aber wir bauen wieder eine traditionsreiche Bahnlinie in Brandenburg ab. Verfehlte Verkehrspolitik der Bundesrepublik seit den 50-ern!

ein Eisenbahner 22.12.2011 - 09:34:11

Fördergelder

Mein Vorredner irrt gewaltig, die Fördergelder sind im noch befahrenen Teil der Bahnstrecke bis Bad Saarow verbaut worden. Auf den Gleisanlagen, die derzeit demontiert werden, hätte schon aus technischen Gründen nie wieder ein Zug fahren können, insofern findet eine Verschwendung von Steuergeldern nicht statt. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens hätten begründete Einwände gegen den Rückbau/die Entwidmung der Bahnstrecke vorgebracht werden können, dies ist nicht geschehen. Die von der Autorin des Artikels registrierte Empörung dürfte also zum Großteil auf dem Inhalt der von Ihr verfassten Artikel beruhen, die leider nur die halbe Wahrheit wiedergeben.

Ein Anwohner 22.12.2011 - 07:29:08

Erst mit Förder-Geldern angefangen......

...die Strecke zu "sanieren, dann hatte die DBAG kein Interesse mehr an der Strecke und nun wird sie vom neuen Eigentümer abgebaut. Mal sehen wann wir Steuerzahler wieder eine "Streckensanierung" mit Millionenbeträgen subventionieren und die Strecke dann auch plattgemacht wird.

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