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Beeskower Hagen Pohle holt 2011 Titel bei der U-20-Europameisterschaft und bei vier Deutschen Meisterschaften

Geher gewinnt fünfmal Gold

© Foto: Beatrix Pohle
Roland Hanke / 27.12.2011, 07:12 Uhr
Beeskow (MOZ) Bis zum 5. Februar können die Leser der Märkischen Oderzeitung für ihre Athleten zur Sportlerwahl des Kreises stimmen. Die MOZ stellt in loser Folge alle 36 Kandidaten vor. Heute: Leichtathlet Hagen Pohle aus Beeskow, U-20-Europameister im Bahngehen über 10000 Meter.

Der 23. Juli dürfte wohl der wichtigste Tag von Hagen Pohle im Jahr 2011 gewesen sein. Da gewann der Leichtathlet aus Beeskow in Tallinn, der Hauptstadt Estlands, bei den U-20-Europameisterschaften den Titel im Bahngehen über 10000 Meter. Nach der Goldmedaille bei den U-18-Weltmeisterschaften 2009 war dies der zweite große internationale Erfolg für den inzwischen 19-Jährigen, der dem SSV Rot-Weiß Friedland angehört.

Hinzu kamen in diesem Jahr mit dem zweiten Platz beim Junioren-Europacup im 10-km-Straßengehen und Platz drei in der Teamwertung weitere internationale Erfolge sowie vier Titel im nationalen Maßstab. Hagen Pohle, der für den SC Potsdam startet, wurde 2011 Deutscher Juniorenmeister und Deutscher Jugendmeister jeweils im 10000-Meter-Bahngehen, Deutscher Jugendmeister im 10-km-Straßengehen sowie Deutscher Jugendhallenmeister (5000 m). Bei der deutschen Hallenmeisterschaft der Männer (5000 m) wurde der Beeskower Vierter.

Somit dürfte das zu Ende gehende Jahr eines der erfolgreichsten überhaupt für den Athleten aus der Kreisstadt gewesen sein. Doch der 19-Jährige, die sich nun auf den nahtlosen Übergang in den Männer-Bereich vorbereitet, sieht dies etwas differenzierter. "Ein internationaler und vier nationale Titel sind natürlich sehr schön. Doch mit der Hallensaison war ich nicht so richtig zufrieden, vor allem was die Zeiten betrifft, ist noch mehr drin gewesen", gibt sich der Beeskower selbstkritisch, der seit September der Sportförderung der Bundespolizei angehört, die im Bundesleistungszentrum Kienbaum angesiedelt ist.

Insgesamt 15 Wettkämpfe hat Hagen Pohle in diesem Jahr bestritten, darunter nicht nur die im Gehen, sondern auch einige Läufe. So gewann er beispielsweise beim Schlaubetal-Marathon zum fünften Mal in Folge die Zehn-Kilometer-Distanz. "Wettkämpfe machen großen Spaß, Training muss sein", deutet der Beeskower seine Vorliebe an. Doch seine bisherige Trainerin Manja Berger weiß, dass Hagen Pohle sehr gewissenhaft seinem Sport nachgeht. "Hagen ist sehr fleißig und diszipliniert, trainiert auch allein, wenn er zu Hause ist."

Und nicht nur dort, sondern ebenfalls neben der Bundespolizei-Ausbildung in Kienbaum. Dort bekommt er jetzt allerdings die Pläne fürs Üben von seinem neuen Coach in Potsdam, Bundestrainer Ronald Weigel, früher selbst Weltmeister und Medaillengewinner bei Olympischen Spielen. "Wir sehen uns momentan nicht sehr oft, halten aber ständigen telefonischen Kontakt. Derzeit nimmt mich die Ausbildung sehr in Anspruch", berichtet Hagen Pohle. "Das ist harte Arbeit bei der Bundespolizei, wo ich dieselbe Ausbildung absolvieren muss wie jeder normale Polizeimeisteranwärter. Anfangs ging dies über zehn Stunden am Tag, jetzt ist es etwas weniger geworden. Doch mit dem Training ist es dabei nicht ganz so einfach."

Er habe sich erst daran gewöhnen müssen, doch jetzt seinen Rhythmus gefunden. Nach einem Abstecher zu Weihnachten im heimischen Beeskow stand für ihn eine Woche Training in Potsdam an. Für den Beeskower geht es darum, sich schnell an die Männer-Distanz von 20 km heranzutasten. "In den vergangenen Monaten bin ich im Training oft die 20, 25, oder 30Kilometer gegangen - allerdings noch recht locker. Jetzt ist alles auf die 20Kilometer ausgerichtet", sagt Pohle, der zu den Kandidaten des Olympiastützpunktes Brandenburg für die Sommerspiele 2012 in London gehört.

Der Beeskower sieht seine Chance auf die Olympia-Teilnahme derzeit noch gering. Von der Normzeit für London von 1:21:45 Stunden sei er mit seiner persönlichen Bestzeit (1:25:33) noch zu weit weg, zumal im ersten Halbjahr 2012 für ihn nicht sehr viele Wettkämpfe anstehen. Ende März ist es zunächst ein internationaler Wettbewerb im chinesischen Taicang, Mitte Mai folgt der Geher-Weltcup über 20Kilometer im russischen Saransk. "Wenn die Normzeit dabei für mich herausspringt, ist es gut, wenn nicht wenig dramatisch. Ich mache mir da keinen großen Druck, denn ich sehe eine realistische Olympia-Chance für mich erst für 2016 in Rio de Janeiro", bleibt Hagen Pohle bescheiden wie immer. "Jetzt will ich erst einmal gut in den Männer-Bereich hineinkommen."

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