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Diese Woche entscheidet die Gemeinde Passow über 18 neue Windräder bei Briest

Zustimmung für größeren Windpark

Alexander Kempf / 10.01.2012, 07:26 Uhr
Briest (MOZ) Einstimmig hat sich der Bauausschuss Passow für die Erweiterung des Windparks Briest ausgesprochen. Die Gemeinde entscheidet nun, ob sie der Empfehlung folgt. In Briest könnten dann 18 zusätzliche Windkraftanlagen entstehen.

Mittlerweile füllen die Unterlagen zur Erweiterung des Windparks Briest einen ganzen Aktenordner. Zwischen den Deckeln finden sich Schallprognosen, Schattenwurfanalysen und Umweltberichte. Die Interessen von Brutvögeln und Fledermäusen wurden genauso aufgenommen wie die der Anlieger.

Doch zwischen so viel geballten Informationen findet sich noch immer wenig Konkretes. Die entscheidende Frage nämlich, wo die bis zu 200 Meter hohen Windkraftanlagen einmal empor ragen sollen, kann so genau nicht beantwortet werden. Allein die sogenannten Baufenster deuten an, in welchen Bereichen die Windräder einmal stehen könnten. Die Planung des Großprojekts ist so aufwendig wie vage. Denn bis zuletzt müssen alle Interessen berücksichtigt und abgewogen werden.

Fest steht, dass die beiden Aktiengesellschaften Enertrag und Energie Kontor jeweils neun Windkraftanlagen auf beiden Seiten der Bundesstraße 166 errichten wollen, rund um den bereits bestehenden Windpark Briest.

Auch manches Mitglied des Bauausschusses machte kein Hehl daraus, von der Informationsflut des Projekts erschlagen zu sein. Begrüßt wurde das Vorhaben dennoch einstimmig.

Bedenken aber bleiben. Anwohner nutzten den Bauausschuss, um die Investoren zu fragen, wie weit der Schattenwurf der Rotorblätter reicht. Die Auswirkungen würden bis zu 1200 Meter reichen, erklärte Claudia Niedersen von der Enertrag AG und ergänzte, dass sich die Anlagen automatisch abschalten würden, wenn gesetzliche Grenzwerte überschritten werden. Ein von den Anwohnern befürchtetes Umspannwerk sei nicht geplant, versicherte Claudia Niedersen. Der erzeugte Strom soll über ein Erdkabel nach Schwedt geleitet werden.

Überirdisch werden im Falle der Erweiterung nicht nur neue Masten entstehen. Denn wer Windkraftanlagen baut, der muss dafür Ausgleichsmaßnahmen schaffen. So sollen in Fredersdorf, Jamikow und Passow mehrere zehntausend Quadratmeter Hecken gepflanzt werden. In Briest und Passow müssten mehrere tausend Quadratmeter Grundfläche entsiegelt werden.

In dieser Woche wird das Projekt auf der Passower Gemeindevertretersitzung präsentiert. Dann zeigen die Investoren auch die "Baufenster", in denen die geplanten Windkraftanlagen entstehen sollen. Passows Bürgermeister Walter Henke hofft, dass sich viele Bürger in der Sitzung ein eigenes Bild des Projekts machen. Der Aktenordner wird aber auch dann, wenn die Gemeinde der Erweiterung zustimmt, noch lange nicht geschlossen. Das Vorhaben ist im Entwurf des neuen Windplans für die Region zwar vermerkt. Aber auch der muss erst noch beschlossen werden.

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k.t. 10.01.2012 - 07:58:39

Verstehe ich nicht......

.....wie man jetzt immer noch Windanlagen genehmigen kann. Es ist doch seit langer Zeit bekannt, dass die Einspeisung von Windenergie Probleme bereitet. Solange man die Ursache der Probleme nicht behebt, ist doch der weitere Bau und die Genehmigung von Windrädern nur eine Verschärfung der schon jetzt kritischen Situation in der Stromversorgung. Es ist ja ein Verbrechen, unter diesen schon bestehenden Zuständen genau so weiter zu machen. Strafbar nach deutschem Gesetz, weil man bewußt eine Situation herbeiführt, die dazu führt, dass die Wirtschaft und jeder Bürger bei der Stronversorgung gefährdet wird.

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