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Nancy Häger geht mit Inventarliste und neuen Ideen in die Saison 2012

NOstalgie-Museum in guten Händen

Nancy Häger hütet und mehrt das nostalgische Erbe ihre Großvaters, beispielsweise um diesen Kaufmannsladen, der unter Sammlern echte „Bück-dich-Ware“ ist
Nancy Häger hütet und mehrt das nostalgische Erbe ihre Großvaters, beispielsweise um diesen Kaufmannsladen, der unter Sammlern echte „Bück-dich-Ware“ ist © Foto: . tms
Thomas Messerschmidt / 14.01.2012, 08:05 Uhr - Aktualisiert 17.01.2012, 08:05
Brandenburg (MZV) Horst Häger wäre stolz. Der im Juli verstorbene Sammler von 12.000 DDR-Utensilien und Begründer des Nostalgie-Museums hat mit Enkelin Nancy eine würdige Erbin.

Gut 4.000 Besucher in einer sechsmonatigen Saison. Davon träumen andere Brandenburger Museen. Nancy Häger hat sie im NOstalgie-Museum gezählt und erlebt. Sie ist zwar erst 28 Jahre alt, dennoch groß geworden in der DDR - die Enkelin des am 12. Juli verstorbenen Horst Häger. Weil er nicht mehr mit ansehen konnte, dass nach der politischen Wende 1989 alles Ost-Inventar auf den Straßen und im Müll landete, hortete er, was seine Keller aufnehmen konnten. Tausende Erinnerungsstücke aus 40 DDR-Jahren. 1999 eröffnete er in der Steinstraße 52 ein „NOstalgie-Museum“, zog 2009 in die geräumigere Kunstmühle samt Schuppen auf dem Vielfruchthof in Mötzow. Zur Eröffnung sagte er: „Sollte ich irgendwann von dieser Welt müssen, weiß ich meine Sammlung in guten Händen - bei meiner Enkelin Nancy.“ Sie hatte gehofft, in Ruhe ihr BWL- und Wirtschaftspsychologie-Studium zu Ende bringen zu können und wurde parallel 2011 Museums-Leiterin. Horst Häger hatte - von Krankheit gezeichnet - nur die Saisoneröffnung erleben können, verstarb am 12. Juli. Eine Museums-Schließung kam für Nancy und Vater Olaf Häger nicht in Frage. Lediglich die Öffnungszeit wurde um eine Stunde gekürzt. Dennoch reduzierte sich Nancy Hägers Leben auf Studium und Museum. „Ich habe den ganzen Sommer keine zwei Tage am Stück frei gehabt, war ständig hier“, erzählt die Brandenburgerin, ohne klagen zu wollen. Jahrelang war sie in Opas kleine DDR-Welt hineingewachsen, ohne jegliche Ost-Ideologie. Hägers geht es nicht ums Glorifizieren eines untergegangen Staates, sondern um den Erhalt von Erinnerungsstücken. Häger: „Die Besucher sollen wiederentdecken, was einst ihr Leben begleitet hat. Sie sollen ihren Nachfahren zeigen können, womit sie gespielt, gewohnt, gekocht, gearbeitet, sich gekleidet oder in der Freizeit beschäftigt haben.“

Auf 12.000 Objekte ist die Sammlung gewachsen und wächst ständig weiter, weil Besucher nicht selten etwas mitbringen oder die Hägersche Sammelleidenschaft für Neuzgänge sorgt. „Manchmal lehnen wir auch dankend ab, zum Beispiel wenn der nächste AKA-electric-Mixer oder eine Waschmaschine, wie die WM 66, angeboten wird. Vieles haben wir schon, und der Platz ist nun mal begrenzt.“ Um den Überblick zu behalten, wollen Hägers die Winterpause nutzen und die Sammlung inventarisieren. Auch ein kleiner Umbau ist geplant: Der Aufenthaltsraum im Kunstmühlen-Keller wird zugunsten der Ausstellungserweiterung aufgelöst. Womöglich wird hier das neue „Saisonthema“ platziert, mit dem Hägers künftig Themen in den Mittelpunkt rücken wollen wie „Sport in der DDR“, „Hausfrau in der DDR“ oder „Bilder aus Brandenburg“. Letzteres liegt Nancy Häger am Herzen, „weil ich vor allem die alten Ansichtskarten liebe. Und natürlich die Autos, mit denen ich gern zu Oldtimertreffen fahre.“ Keine Wunder, dass der Saisonstart in Mötzow seit drei Jahren mit einem Oldtimertreffen einhergeht. 2012 ist das vierte geplant, wenn Anfang April das „Nostalgie-Museum“ öffnet. „Dann wieder dienstags bis sonntags von 11 bis 17 statt 16 Uhr“, verspricht Nancy Häger.

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