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"Heißeste Sportart der Welt" findet auch in Berlin immer mehr Anhänger / Übungen bei bis zu 40 Grad

US-Guru lädt zu Yoga bei tropischer Hitze

Jean-Charles Fays / 14.01.2012, 09:14 Uhr
Berlin (dapd) Bikram Yoga - ein Trend aus den USA erobert Deutschland: Beate Fink bietet in ihrem Studio in Mitte den heißesten Sport der Welt auch für Berliner an. Der US-Guru Bikram Choudhury hat 26 bei 40 Grad Celsius durchgeführte Yoga-Übungen entwickelt und daraus ein Erfolgsmodell gemacht.

Das Hygrometer in Beate Finks Bikram-Yoga-Studio zeigt 70 Prozent Luftfeuchtigkeit, das Thermometer 40 Grad Celsius. Die Luft ist so dick, dass man sie schneiden könnte. Drei Industrieheizlüfter blasen erbarmungslos heiße Luft von der Decke in den überfüllten Raum. Zwei Ventilatoren wehen die tropischen Winde ins Gesicht der 43 Yogis. Stammkunde Stefan Kruppke schwitzt aus allen Poren. "Schon nach der ersten Erwärmung bin ich so heiß, dass ich innerlich koche", sagt der 48-Jährige.

Hinter der Reihe mit Kruppke und den Fortgeschrittenen nehmen die "Gute-Vorsätze-Kunden" fast die Hälfte des 94 Quadratmeter großen Parketts ein. Auf drei Reihen verteilt bleiben den Stammkunden vorne am Spiegel, den Ambitionierten zwischen zwei gelben Markierungen in der Mitte und den Anfängern hinten am Fenster jeweils zwei Quadratmeter für Yogamatte und Handtuch. "Den Rekord haben wir nur um drei Teilnehmer verfehlt", sagt Trainer Frank Nevermann.

Die überwältigende Resonanz ist inzwischen die Regel. Neben den Studios in Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt platzen selbst in Potsdam und Kiel die Studios aus allen Nähten. Eine von Beate Finks Trainerinnen will bald ihr eigenes Studio in Leipzig aufmachen und die 41-Jährige selbst denkt schon an ein zweites Bikram-Studio in der Hauptstadt. Die Abfolge von 26 Übungen in 90 Minuten, die bei stressgeplagten US-Börsianern, Politikern, Sportlern und Stars wie Bill Clinton, David Beckham oder Madonna längst zum Alltag gehört, kommt nun auch in der Mitte unserer Gesellschaft an.

Für die Berliner Jünger des nach dem indisch-amerikanischen Meister Bikram Choudhury benannten Yogas liegen die Gründe auf der Hand. "Ich kenne keine bessere Sportart, um mich von Gedanken um meinen nächsten Auftrag abzulenken und gleichzeitig meine innere Balance zu finden", sagt das Model Suzanne Jaehne. Die für drei Monate in Berlin beschäftigte New Yorkerin nennt noch einen Grund: "Wo könnte ich mich an diesen kalten Winterabenden besser aufwärmen als beim Bikram Yoga?" Seit Anfang des Jahres ist sie daher fast jeden Abend Gast in Finkes liebevoll gestaltetem Bikram-Hauptstadtquartier."Ich war in allen zwölf Bikram-Studios von Manhattan", sagt die 35-jährige Jaehne, "aber sowas habe ich noch nie erlebt". In der US-Metropole gebe es so eine familiäre Atmosphäre mit Picknick und gemeinsamen Erfahrungsaustausch nach dem 90-minütigen Leiden nicht. "In New York geht man danach kurz duschen und fährt nach Hause."

Bei dem heißesten Sport der Welt geht es neben der Physis aber auch um die Psyche. Beate Fink, die für das eigene Bikram-Studio ihren Job als Modedesignerin und Einkäuferin aufgegeben hat, schwärmt: "Das ist der schönere Beruf: Ich verkaufe Gesundheit." Wenn sie ihre 24-jährige Nichte Dortje für "die perfekte Mischung aus Sauna und Sport" genauso begeistern kann wie den Förster Stefan Kruppke, der für "die 90-minütige innere Reinigung" täglich zweieinhalb Stunden pendelt, hat sie alles richtig gemacht.

Dafür hat sie auch den schwierigen Start im Oktober 2005 in Kauf genommen, als nach Neueröffnung kaum jemand etwas von Bikram Yoga wissen wollte. Damals hatte der bestbesetzte Kurs neun Teilnehmer, andere manchmal aber auch nur einen. Doch selbst für nur einen Yogi machte sie damals die Industrieheizlüfter an und holte das Tropen-Gefühl nach Berlin.

Internet: www.bikram-berlin.de

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