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Freudenbergs Gerätehaus bedarf Umbaus / Feuerwehr hofft auf Umdenken im Amtsausschuss

Nasse Kleidung gefriert in Umkleide

Marke Eigenbau: die Garderobe der Freudenberger Feuerwehr
Marke Eigenbau: die Garderobe der Freudenberger Feuerwehr © Foto: MOZ/Steffen Göttmann
Steffen Göttmann / 17.01.2012, 07:45 Uhr
Beiersdorf-Freudenberg (MOZ) Was sich in Freudenberg Feuerwehrgerätehaus nennt, macht der Feuerwehr nicht wirklich viel Freude. Die ehemalige Garage bietet zwar ein dichtes Dach über dem Kopf, aber sonst wenig Komfort. Ein einziger Nachtspeicherofen steht als Heizung zur Verfügung. "Wenn wir zu einem Einsatz gerufen werden und draußen tiefe Minusgrade herrschen wie im vergangenen Winter, dann müssen wir uns bei eben diesen Temperaturen umziehen", sagt Jörn Berger, Gruppenführer bei der Freudenberger Löschgruppe. Ist die Einsatzkleidung nass, dann gefriert sie, trocknet aber nicht.

Das Feuerwehrhaus hätte noch in diesem Jahr saniert werden können. Weil Beiersdorf-Freudenberg durch hohe Gewerbesteuereinnahmen vor zwei Jahren in diesem Jahr höhere Schlüsselzuweisungen vom Land bekommt, hatte die Gemeinde die Sanierung des Feuerwehrgerätehauses vorgeschlagen. 100 000 Euro zusätzlich sollten in den Brandschutzhaushalt des Amtes Falkenberg für 2012 eingestellt werden. Beiersdorf-Freudenberg wollte mit 57 000 Euro den Löwenanteil an der Investition übernehmen, die restlichen 43 000 Euro hätten sich die anderen Gemeinden geteilt. Doch daraus wurde nichts. Die Gemeinden Falkenberg und Heckelberg-Brunow lehnten den Vorschlag von Beiersdorf-Freudenberg mit Hinweis auf ihre massive finanziellen Probleme ab.

Zehn Freudenberger Feuerwehrleute versuchten daher, in der jüngsten Sitzung des Amtsausschusses in Beiersdorf auf ihre Probleme hinzuweisen. "Wir akzeptieren selbstverständlich die demokratische Entscheidung des Amtsausschusses, bitten aber dennoch die Abgeordneten, ihre Entscheidung zu überdenken", betonten Jörn Berger und Ortswehrführer Sören Bukow. Sie sind vor allem deshalb irritiert, weil Beiersdorf-Freudenberg dem gleichen Verfahren zugestimmt hatte, als das Heckelberger Feuerwehrgerätehaus neu gebaut wurde. Die Freudenberger Feuerwehrleute betonten jedoch, dass sie der Heckelberger Feuerwehr ihr neues Haus nicht neiden. Sie wollen lediglich Verbesserung für ihr eigenes Gebäude. Unterstützung erhalten sie dabei von der Amtswehrführung. Robert Müller, stellvertretender Amtswehrführer, Leiter der Löschgruppe Leuenberg und Leiter des Löschzuges II, zu dem die Löschgruppe Freudenberg gehört, begleitete die Feuerwehrleute zur Amtsausschusssitzung.

Er lobte die gute Arbeit der Freudenberger Löschgruppe, deren Einsatzgruppe 20 Männer und Frauen zählt. Darunter seien zwölf ausgebildete Atemschutzgeräteträger. Dem Engagement der Feuerwehrleute sei es zu verdanken, dass das Feuerwehrgerätehaus in Freudenberg überhaupt nutzbar ist. Sie bauten sich selber eine Toilette ein, richteten sich ein Versammlungszimmer her, bauten sich ihre Garderobenschränke für die Einsatzkleidung und einen Holzrost, um beim Umkleiden nicht mit den Füßen auf dem nackten Betonboden stehen zu müssen. "Wenn sich nichts ändert, können wir keinen Nachwuchs gewinnen", klagt Sören Bukow.

Die Feuerwehrleute hoffen nun, dass sich der Feuerwehrausschuss des Amtes Falkenberg-Höhe nochmal mit dem Gerätehaus befasst.

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