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Fachliche Museumsarbeit mit Ehrenamt ergänzt / Heimatverein fordert Mitsprache bei Sammlungskonzept

Beirat sorgt für Transparenz

Daniela Windolff / 20.01.2012, 21:08 Uhr - Aktualisiert 20.01.2012, 21:39
Angermünde (MOZ) Dem Ehm Welk- und Heimatmuseum wird ein Museumsbeirat zur Seite gestellt, der die Mitarbeiter konzeptionell beraten und für mehr Transparenz sorgen soll. Die Standortfrage bleibt ungelöst.

Von einmaligen Geschichtszeugnissen bis zum historisch relativ unbedeutenden Sammelsurium reicht der Fundus des Angermünder Ehm Welk- und Heimatmuseums mit mehr als 20000 Objekten. Doch das Wenigste davon kann öffentlich präsentiert werden. Das Gros der Stücke wird an zersplitterten Standorten, in provisorischen und zum Teil feuchten, schimmligen Räumen aufbewahrt.

Unsachgemäße Lagerung forderte ebenso Tribut, wie die mangelhafte Inventarisierung der Sammlung, die von fachlich ungenügend qualifizierten MAE-Kräften begonnen wurde. Die Datenbank sei kaum verwertbar, stellten die Mitarbeiter des Ehm Welk- und Heimatmuseums im Bildungs- und Kulturausschuss dar. Eine qualifizierte, digitale Inventarisierung müsse von vorn beginnen. Drei Fachleute sind derzeit nach einem Personal- und Trägerkarussell im Museum angestellt. Neben Leiterin Julia Wallentin, studierte Kunsthistorikerin und Philologin, erarbeiten der Volkskundler Lutz Libert sowie der Historiker und Kunsthistoriker Moritz-Adolf Trappe derzeit eine Sammlungskonzeption. Nun soll den Fachleuten ein Museumsbeirat beratend und kontrollierend zur Seite stehen, sofern die SVV zustimmt. Den Anstoß dazu gab der Heimatverein, der vor allem bei der Sammlungskonzeption Transparenz und Mitsprache forderte. Auch Abgeordneter Steffen George, der als Vorsitzender des Kulturvereins selbst eine Zeit lang Träger des Museums war, bohrte kritisch mit Detailfragen zu Archivierung, Sammlungskonzeption oder Fachlichkeit der Mitarbeiter nach.

Der gesamte Museumsfundus wird derzeit gesichtet, bewertet und aus Platzgründen auch "ausgemistet" - im Fachdeutsch "entsammelt." Die Archivierung und Entsammlung des Bestandes musste nun jedoch bis zur Gründung eines Museumsbeirates für Wochen unterbrochen werden. Dabei drängt die Zeit, wenn fachliche Kompetenz gesichert bleiben soll, weil eine der drei Personalstellen im Museum nur bis Juni befristet ist. Man braucht Entscheidungen, um nicht weiter in Verzug zu geraten.

Im Kulturausschuss wurde der Museumsbeirat nun benannt. Mitarbeiten werden: Marlies Markgraf-Beise, Vorsitzende der Uckermärkischen Literaturgesellschaft, Reinhard Schmook, Museumsleiter aus Bad Freienwalde und aktiv im Heimatverein, Eckhard Walther, Ex-Museumsleiter und Vorsitzender des Heimatvereins, Volkhard Maaß vom Heimatverein, sowie ein Vertreter der Stadtverwaltung. Das Entsammeln sei zwingend notwendig, betonte Julia Wallentin und erläuterte umfassend, dass man dabei mit fachlicher Kompetenz und nach üblichen Kriterien der Museumsverbände vorgehe.

Viele Objekte seien durch falsche Lagerung kaputt. Anderes könnte man an Heimatstuben weitergeben. Beim Bestand will man sich auf inhaltliche Schwerpunkte konzentrieren beziehungsweise Objekte sammeln, die besonders wertvoll sind, Lücken in der Zeitdokumentation füllen oder einen direkten regionalen Bezug haben, erläuterte Julia Wallentin. Ein Schwerpunkt soll Ehm Welk und seine Zeit sein.

Eine inhaltliche Profilierung des Museums und die geforderte attraktivere Präsentation der Ausstellung sei aber zuallererst abhängig davon, ob das Museum in ein größeres, zentraler gelegenes Gebäude umziehen wird.

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I. Kant 24.01.2012 - 17:36:45

Angst vor der Wahrheit?

Lieber Herr Maaß, warum verstecken Sie sich denn hinter einer faulen Ausrede wie Sie sie in Ihrem Beitrag abgeben? Das ist Ihrer doch sicherlich nicht würdig! Leider habe ich keine Zeit zur Teilnahme an den SVV-Sitzungen, ich muss mich also auf das was in der Zeitung steht verlassen können. Natürlich, auch eine Zeitung bzw. deren Schreiber sind niemals wirklich 100% unparteiisch - das liegt in der Natur der Dinge. Umso mehr sollten Sie aber hier dann den 'Blödsinn der in die Welt getragen wurde' korrigieren. Oder können Sie es einfach nicht? Hat Frau Windolff mit Ihrem Bericht und ihrem Kommentar einen empfindlichen Nerv getroffen? Etwa weil Sie die Wahrheit sagt? Schauen wir uns die Tatsachen an: - Am 28.09.2008 sind Sie mit 434 Stimmen für die CDU-Fraktion in die SVV gewählt worden. - Sie sind Vorstandsmitglied des Heimatvereins. So weit so richtig, für Jedermann im Internet recherchierbar. Aber es wird noch interessanter! Die Übermacht der Heimatverein-Vertreter im Museumsbeirat ist offensichtlich, aber es geht noch weiter: - Ein gewisser Eckhard Walther konnte ebenfalls für die CDU-Fraktion immerhin noch 62 Stimmen auf sich vereinen. - Eckhard Walther ist Vorsitzender des Heimatvereins. - Eckhard Walther war bis zu seiner Entlassung (in den 1990er Jahren?) Leiter des Museums. So weit so richtig – und natürlich für Jedermann im Internet recherchierbar. Was geschieht hier also? Wird der Heimatverein von den ‚dunklen Mächten‘ der CDU regiert? Plant man eine Übernahme der Kulturhoheit aus der CDU-Fraktion heraus? Oder werden hier nur Stellvertreterkriege und unnötige Grabenkämpfe ausgetragen? Zumindest letztere Vermutung liegt nahe… Herr Maaß, zeigen Sie doch einmal die geforderte Transparenz und sagen was sich in der SVV wirklich zugetragen hat, hier ist Ihr Forum! Lassen Sie uns armen, dummen und unwissend teilhaben. Klären Sie uns über die wahren Zustände in Angermünde auf! Man könnte natürlich auch als Bürger die Protokolle der der SVV einsehen - falls diese öffentlich sind. Im Internet habe ich sie zumindest nicht als Veröffentlichung gefunden. Ist das transparent? Egal, Sie sind ja ganz sicherlich, also her mit der Wahrheit! Strafen Sie die diese schreckliche MOZ der Lüge – zumindest aber der ganz offensichtlichen Tatsachenverdrehung!

Maaß 24.01.2012 - 15:25:24

IGEL HALTEN WINTERSCHLAF

HALLO IGEL ICH STEHE IN KEINEM ANSTELLUNGSVERHÄLTNIS MIT DER REGIONALEN ZEITUNG. ES IST DEREN AUFGABE HINTERGRÜNDE ZU ERFRAGEN UND ZUR AUFKLÄRUNG BEIZUTRAGEN. ALSO...FALSCHER ADRESSAT. AUFFORDERUNG ALS "IRRLÄUFER" ZURÜCK AN ABSENDER.

Igel 24.01.2012 - 12:38:24

Maaßlos - oder: Was ist den dann korrekt?

Wie stellen sich die Tatsachen dann korrekt dar?

Maaß 24.01.2012 - 11:37:55

Fehlerhafte Berichterstattung führt zu falschen Schlüssen

Wäre die Reporterin der MOZ bis zum Ende der entsprechenden Sitzung des Kulturausschusses geblieben, hätte sie nicht so einen Blödsinn in die Welt getragen, wie mit dem Artikel zum Museumsbeirat getan. Offensichtlich falsche Inhalte werden als wahr verkauft und zu Hintergründen zu bestimmten Entscheidungen fehlen die Darstellungen vollkommen. Eine gute journalistische Arbeit sieht anders auch. Ich kann nur hoffen. dass sich die Leser nicht von dieser journalistischen Fehlarbeit beeindrucken lassen. Leider verweigert die MOZ die Klarstellung in der Presse.

sparfuchs 24.01.2012 - 09:28:50

keine perle der um

angermünde, das ist doch eine reise wert: keine alten baumbestände(weil verkehrsgesichert), keine kulturellen einrichtungen(weil kaputt-geehrenamtet), keine veranstaltungen im kloster(weil zu teuer)... aber eine plastik-fun-und-freizeit-welt am wolletzsee, entschuldigung die zieht natürlich!

Igel 23.01.2012 - 15:54:52

Schlaufuchs statt Sparfuchs

Der 'Sparfuchs' hat das Problim auf eine ganz besondere Art getroffen! Ja, wir müssen sparen! Darum brauchen wir auch keinen Tierpark und keinen Tourismusverein und keine Uferpromenade - das alles braucht auch Personal und kostet somit alles ein Menge Geld, viel Sparpotenzial also! Ab halt! Was hat Angermünde dann noch zu bieten? Für all diejenigen, die nicht wie ein bemerkenswerter Teil der jugendlichen am Freitag und Samstag Abend mit der Kiste Bier unter dem Ar... und der Dose in der Hand vor dem lokalen Jugendszenetreffpunkt REWE-Markt 'abhängen' wollen, bedarf es etwas Kultur. Kultur ist auch das was die Leute von Außerhalb in unser Städtchen lockt. Um in der Kulturszene etwas zu bewegen bedarf es Geld, Können und Fachpersonal. Das Fachpersonal ist ja eben der springende Punkt! Es gibt bei uns viele gute Ideen - aber kaum jemanden der diese umsetzt, eben weil die wenigsten das auch wirklich können. Das ist auch im Museum so. Offensichtlich ist 'Sparfuchs' auch des Lesens nicht so ganz mächtig. Der Kommenta von Frau Wondolff bringt das Problem doch auf den Punkt, er ist hier im Blog auch nachzulesen dank dem 'Ergänzer': Der ehrenamtliche Betrieb des Museums hat unter Heimatverein und Kulturverein eben doch die aktuellen Probleme ganz offensichtlich produziert, das gepart mit der UNbedarftheit, UNwissenheit und UNEntscheidungsfreude der UNglaublichen Stadtverordneten hat das UNGlück gefördert - noch ist es hoffentlich nicht UNMöglich die Kuh vom Eis zu bekommen. UNglaublich aber wahr! PS: Lieber Sparfuchs, werd' doch lieber auch zum Igel. In der Fabel und im wahren Leben hat der die Nase offensichtlich vorn!

sparfuchs 23.01.2012 - 13:57:01

einsparpotenziale...

bei soviel ehrenamtlicher unterstützung lässt sich doch bestimmt eine der drei(!!!) personalstellen streichen? das wär doch mal was!

Neubürger 22.01.2012 - 21:17:19

Korsett statt Rückendeckung

Als ich den Artikel in der Moz las konnte ich, wie etliche Vorredner, nur meine müden Augen rollen. Die Innovationen und der frischen Wind den wir in letzter Zeit durch die neuen Fachkräfte des Museums erleben durften (z.B. Kinoausstellung und gut besuchtes Open Air Kino) scheint leider neue alte Mühlenkämpfer la Don Quichotte auf den Plan zu rufen. Doch mit dem Korsett des endlosen Diskutierens sind in diesen Landen schon manche konstruktive Wege im Sande verlaufen. Mir tun ganz ehrlich die Museumsleute leid, die unter teils widrigen Rahmenbedingungen beherzt angetreten sind um unser Museum aus der Negativpresse zu manövrieren. Und wieder einmal muss ich meinen Kopf über unsere versierten Stadtväter schütteln, die ihre Kinder mit der einen Hand füttern und mit der anderen schlagen. Stattdessen sollten sie sich auch mal schützend vor ihre eigenen Leute stellen und auch Mut zu unpopulären Entscheidungen haben.

Berliner Tor 21.01.2012 - 19:57:00

Machtergreifung statt Transparenz

Ausgerechnet die SVV fordert hier Transparenz? Die Eigenverantwortung bei der BWG-Pleite hat die SVV versucht unter der Decke zu halten. Jetzt aber "soll den Fachleuten ein Museumsbeirat beratend und kontrollierend zur Seite stehen, sofern die SVV zustimmt". Was soll denn der dieser Museumsrat eigentlich tun? Es sind doch die Experten bereits da! Besser wäre es die Abgeordneten mal endlich zu kontrollieren. Die können ihre Verantwortung aber immer abschieben und alles ist prima! Das Museum ist außerdem transparent - jeder kann dort hingehen und sich von der Arbeit überzeugen die dort geleistet wird. Nirgends ist die Stadt transparenter als dort. Der Museumsrat aber ist NICHT transparent. Die Herren Schmook, Maaß, Walther - alle aus dem Heimatverein - gegen Frau Markgraf-Beise vom Literaturverein und jemand aus der Verwaltung (wahrscheinlich auch noch so ein 'Vereinsmitglied')... Die Museumsleute können einem nur leid tun! Angermünder! Wacht auf!

Der Ergänzer 21.01.2012 - 14:19:57

Einfluss durch die Hintertür

Da der Kommentar von Daniela Windolff aus der Printausgabe leider in der Online-Version verloren ging, hier die Ergänzung: Einfluss durch die Hintertür Dass ein ehrenamtlicher Beirat die Mitarbeiter des Museums unterstützen will, ist lobenswert. Wüsste man nicht um die Befindlichkeiten und das jahrelange Gerangel hinter den Kulissen, die Anlass dieser Initiative sind. Dass gerade diejenigen die Qualität der Museumsarbeit bekritteln und mehr Transparenz fordern, die in den Vorjahren selbst die Chance dazu gehabt hätten, das Museum zu profilieren, wirkt für Außenstehende sonderbar. Es hat den Anschein, dass sich einige durch die Hintertür ins Museum drängeln, die den beklagten Zustand der Sammlung mitzuverantworten haben oder sich bisher aus der Verantwortung stahlen. Nun Fachleuten Vorschriften machen zu wollen, wie Museumsarbeit zu funktionieren hat, dürfte angeknackstes Vertrauen nicht kitten. Die Motivation der neuen Museumsleitung, Schwung und System in den "Laden" zu bringen, wird so kaum gefördert. Das eigentliche Grundproblem gerät bei solchem Gerangel um Einfluss aus dem Blickwinkel: Das Angermünder Museum muss nach 100 Jahren endlich ein angemessenes Domizil bekommen. Dafür sollten alle an einem Strang ziehen: Verwaltung, Abgeordnete, Museumsleitung und Vereine.

Eine Angermünderin 21.01.2012 - 13:05:59

Von Verantwortung im Rathaus keine Spur

Letztendlich hängt alles von den Finanzen ab. Und der Tourismusverein liegt nunmal, aus welchen Gründen auch immer, seit Jahren höher im Kurs bei der Verwaltung und bei den Abgeordneten als ein Stadtmuseum. Wenn man es klar betracht, gehört Ehm Welk nach Biesenbrow. Man schmückt sich wiedermal nur mit fremden Federn und zeigt keine Verantwortung für die Stadtgeschichte, für die die Kulturveranwortlichen, wie .B. Herr Kukla, vor Jahren leider erfolglos gekämpft haben. Nach der Wende waren die besten Möglichkeiten gegeben, ein Museum für die Stadt Angermünde bereitzustellen. Aber, wie man ja weiß, fließen die Gelder in andere Konten.

Ang73 21.01.2012 - 11:31:39

Vorsicht!

Da wird unsere wertvolle Vergangenheit wohl wieder einfach entsorgt! Hatten wir doch schon 1990!

Biesenbrower 20.01.2012 - 23:29:44

Tolles Museum - Nur leider im Bruch hinter'm Berge

Warum so viele Heimatvereinler im Museumsrat? Was fehlt sind Touristen, wie wäre denn da mal eine Zusammenarbeit mit dem Tourismusverein statt drei Mann vom Heimatverein?

I. Kant 20.01.2012 - 22:37:21

Museumsbeirat?

Es naht der Frühling - Zeit für einen neuen Angermünder Schildbürgerstreich! Diesmal nun also mit einem Museumsbeirat. Aber warum denn bloß? Wenn ich mir das im Artikel aufgeführte Personal anschaue finden sich dort doch schon die Experten. Wo haben wir soetwas schon sonst in Angermünde? Sehr gut auch: 'Auch Abgeordneter Steffen George, der als Vorsitzender des Kulturvereins selbst eine Zeit lang Träger des Museums war, bohrte kritisch mit Detailfragen zu Archivierung, Sammlungskonzeption oder Fachlichkeit der Mitarbeiter nach.' Möchte man sich nun - nachdem man sich eigentlich längst als unfähig ein Museum zu betreiben erwiesen hat - plötzlich als lernfähig oder gar kompetent hinstellen? Passend zum bevorstehenden Karneval sollte man den selbstgefühlten Experten eine Runde Pappnasen spendieren! Wir dürfen gespannt sein was sich tut - aber kommt man damit einem neuen Museum näher? Um es mit Heinrich Heine zu sagen: ...denk ich an Angermünde in der Nacht...

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