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Karsten Knobbe fordert beim Neujahrsempfang siebte Einrichtung / Antrittsrede war mit Spannung erwartet worden

Bürgermeister drängt auf Kita-Neubau

Prosit: Gemeindevertretervorsteher Kay Juschka (l.) und Bürgermeister Karsten Knobbe stoßen aufs neue Jahr und auf gute Zusammenarbeit an.
Prosit: Gemeindevertretervorsteher Kay Juschka (l.) und Bürgermeister Karsten Knobbe stoßen aufs neue Jahr und auf gute Zusammenarbeit an. © Foto: Dirk Schaal/frei
Irina Voigt / 20.01.2012, 21:27 Uhr
Hoppegarten (MOZ) Zum neunten Mal seit der Gemeindegebietsreform luden der Gemeindevertretervorsteher und der Bürgermeister von Hoppegarten zum Neujahrsempfang ein. Begrüßt werden konnten Bürgermeister von Nachbarorten, Vertreter von Vereinen, Einrichtungen, aus Wirtschaft und Politik.

Gemeindevertretervorsteher Kay Juschka (CDU) begrüßte unter den Gästen die Bürgermeister aus Strausberg Elke Stadeler, aus Neuenhagen Jürgen Henze, den gerade in den Ruhestand verabschiedeten Klaus Ahrens, den Ehrenbürger der Gemeinde Artur Boehlke, Vertreter des Mittelstandsvereins, der Sparkasse, von E.ON edis, des Wasserverbands und den Bürgermeister der Partnerstadt Iffezheim Peter Werler.

Der erste öffentliche Auftritt des jungen Saxofon-Quartetts der Kreismusikschule und die beiden preisgekrönten jungen Pianisten Isabella Niemand und Jan Eric Markert gaben dem Neujahrsempfang den passenden Schwung.

Die Antrittsrede des neuen Hoppegartener Bürgermeisters Karsten Knobbe (Linke) war von vielen mit einiger Spannung erwartet worden. Er hätte die Gelegenheit der anderen Neujahrsempfänge genutzt, auch, um sich anzuschauen, was dort so gesprochen wird, sagte Knobbe gleich zu Beginn. Aber da in Hoppegarten die Gemeindebilanz bei der Einwohnerversammlung gezogen worden sei und sein Amtsvorgänger Auszeichnungen am Tag des Ehrenamtes vorgenommen hätte, sei ihm "nur der schwerere Teil geblieben, meine Vorstellungen über die Zukunft der Gemeinde darzulegen".

Dennoch warf Knobbe einen Blick aufs Wahljahr zurück. Er sei stolz auf den Wahlkampf gewesen, sagte er. Dafür dankte er seinen Kontrahenten, die ebenfalls alle am Neujahrsempfang teilnahmen. Es habe keine Schlammschlacht gegeben, es sei kein Konkurrenzkampf der Ortsteile entbrannt, es sei nicht um Alteingesessen gegen Zugezogen und nicht Ost gegen West gegangen. "Das ist eine gute Grundlage für die Entwicklung der Gemeinde", sagte er. Probleme werde es trotzdem genug geben. Aber er sei zuversichtlich, diese durch gemeinsame Anstrengungen der gemeindlichen Kräfte lösen zu können.

Aufmerksam verfolgten die Gäste vor allem die Ausführungen, in denen es um die Zusammenarbeit von Gemeindevertretung und Verwaltung ging. "Die Verwaltung muss und wird sich künftig stärker als Dienstleister verstehen, trotz aller notwendigen hoheitlichen und ordnungspolitischen Aufgaben", sagte Knobbe. Es gelte, ein Stück verloren gegangenes beidseitiges Vertrauen zurückzugewinnen, Transparenz in die Arbeit der Kernverwaltung zu bringen, aber auch eine höhere Effizienz der Arbeit der Ausschüsse und der Gemeindevertretung zu erreichen. Der notwendige Wille hierfür sei vorhanden, habe er bereits feststellen können.

Hoppegarten wird weiter wachsen. Mit 20 000 Einwohnern wird bis Ende 2020 gerechnet. Die Kommunalpolitik muss sich den daraus erwachsenen Problemen annehmen. Wichtigste Aufgabe in den nächsten Wochen ist aber zuerst die Aufstellung des Haushaltes 2012. Die im vorigen Jahr vorgenommene Umstellung der Haushaltsführung hat in der Gemeinde erhebliche personelle und technische Schwierigkeiten mit sich gebracht. Nachdem der Kämmerer im September kündigte, haben die Mitarbeiter im Finanzbereich "unendlich mehr leisten" müssen. Dafür sprach der Bürgermeister ihnen seinen Dank aus.

In diesem Jahr steht die Umschuldung der noch 13 Millionen Euro Restkredite der Siedlungserweiterung Hönow an. "Nach Gesprächen mit der Landesinvestitionsbank bin ich optimistisch, gute Bedingungen dafür aushandeln zu können", sagte Knobbe.

Der neue Bürgermeister wandte sich auch gegen die Aufgaben, die den Kommunen vom Land übergeholfen werden, ohne dass sie die nötige finanzielle Ausstattung dafür hätten oder bekommen würden. Da werde aus dem Kindersegen der Randberliner Gemeinden ein ökonomisches Problem. Der Anspruch der Eltern auf einen Kita-Platz für ihre Kinder unter drei Jahren sei nicht nur eine finanzielle Mehrbelastung der Kommune, sondern die müsse auch die materiellen Voraussetzungen dafür schaffen. In Hoppegarten heißt das, dass eine siebente Kindereinrichtung für Vorschulkinder gebaut werden muss.

"Eine gute Rede", bescheinigte Moritz Felgner (SPD), der Stichwahlkontrahent von Knobbe. Mit dieser Meinung stand er nicht allein da. "Aber man wird den Neuen an diesen Worten messen", hieß es auch aus den Reihen der CDU bei Small Talk und Häppchen im Foyer.

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