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Fürstenwalder Solarfelder sollen Strom für 14 000 Haushalte liefern - derzeit ist es meist nur ein Bruchteil davon

Solarstrom in der Region - zuverlässig, wie das Wetter

Liefert Energie, wenn die Sonne scheint: Das Solarfeld an der Friedrich-Ebert-Straße in Fürstenwalde wurde Ende letzten Jahres fertiggestellt. Im Hintergrund erkennt man das Feld an der James-Watt-Straße, das demnächst ans Netz gehen soll
Liefert Energie, wenn die Sonne scheint: Das Solarfeld an der Friedrich-Ebert-Straße in Fürstenwalde wurde Ende letzten Jahres fertiggestellt. Im Hintergrund erkennt man das Feld an der James-Watt-Straße, das demnächst ans Netz gehen soll © Foto: moz
Uwe Stemmler / 25.01.2012, 07:25 Uhr - Aktualisiert 25.01.2012, 22:21
Fürstenwalde (MOZ) Rund 13 500 Haushalte sollen die beiden großen, zum Jahresende in Betrieb gegangenen Solarenergie-Felder auf dem ehemaligen Flugplatz und an der Friedrich- Ebert-Straße mit Strom versorgen können. So zumindest kündigten das die Hersteller an und Kommunalpolitiker übernahmen das ins Klimakonzept der Stadt. Die MOZ überprüfte es an einem für dieses Jahr ganz normalen Wintertag.

In meinem Garten stehen vier Solarleuchten. Im Sommer helfen sie mit ihrem weißen Licht nachts, zum Beispiel nach einem Grillabend, bei der Orientierung. Jetzt leuchten drei gar nicht und eine blinkt hin und wieder. Ihnen fehlt schlicht und einfach Sonne. Da stellt sich die Frage: Wie ist das eigentlich im größeren Maßstab?

In Fürstenwalde gingen Ende vergangenen Jahres zwei große Solarenergie-Felder in Betrieb. Das am Flugplatz auf 74 Hektar soll eine Leistung von 40 Megawatt haben. 7,3 Hektar groß ist das Solarfeld an der Friedrich-Ebert-Straße und es soll eine Leistung von 3,1 Megawatt bringen. Demnächst fertig wird das Feld an der James-Watt-Straße auf 3,3 Hektar, mit einer Leistung von 1,5 Megawatt.

Insgesamt sollen damit fast 14 000 Haushalte versorgt werden können, kündigten die Betreiber an. Diese Zahlen stehen auch im Klimaschutzkonzept der Stadt. Wenn man noch die Windenergie-Türme hinzurechnet, könnten nach der Rechnung also fast alle rund 16 000 Haushalte Fürstenwaldes mit regenerativer Energie versorgt werden. Solche Zahlen sorgten nicht nur für Euphorie bei Grünen und Linke-Politikern. Die Unabhängigkeit der Stadt von Kohle- und Atomstrom sehen manche in Reichweite.

Wir schauten gestern Vormittag, an einem für diesen Winter ganz normalen Tag, in der Netzleitstelle der E.ON edis AG, in der Langewahler Straße vorbei. Hier haben die Mitarbeiten einen Überblick über das gesamte Stromnetz in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Draußen war es windstill und die Sonne zeigte sich - aber eben, wie zu der Jahreszeit üblich, noch ziemlich flach über dem Horizont. Auf den Bildschirmen von Klaus-Dieter Streblau wurde ganz aktuell angezeigt, was das an Strom einbringt: Um 11 Uhr kam in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern aus dem Wind fast nichts, bei Solar waren es rund 20 Prozent der installierten Leistung. Für das gesamte Netzgebiet bedeutete das: Zu den 1400 Megawatt, die verbraucht wurden, steuerten die Windmühlen nichts und die Solaranlagen 170 Megawatt bei.

In Fürstenwalde schien die Sonne offenbar etwas länger. Hier kamen von den 25 bis 30 Megawatt, die Haushalte und Wirtschaft zu dieser Zeit benötigten, zwischen 17 und 24 Megawatt, in Abhängigkeit von vorüberziehenden Wolken aus Photovoltaik-Anlagen vor Ort. Am Montag sah es zur gleichen Zeit für Fürstenwalde noch betrüblicher aus: Die Solaranlagen lieferten 2,4 Megawatt und der Wind 0,5 Megawatt. Das sind 10 Prozent der benötigten Leistung.

Wie sehr die Stromlieferungen vom Wetter abhängig schwanken, zeigt eine weitere Zahl, die Klaus-Dieter Streblau auf Wunsch von den Bildschirmen der Leitstelle abliest: Am verregneten Sonntag lag die Solarenergie im gesamten Netzgebiet der E.ON edis AG nahe 0, aber der Wind wehte so stark, dass überschüssige 1700 Megawatt ins deutschlandweiter Hochspannungsnetz weitergeleitet wurden.

Übrigens geht demnächst nicht nur in Fürstenwalde ein weiteres Solarfeld in Betrieb. Wie E.ON-edis-Sprecher Danilo Fox berichtet, gibt es beim Netzbetreiber bereits Anträge für Solaranlagen für weitere 4250 Megawatt, für 3000 MW davon allein in Brandenburg. Zum Vergleich: Derzeit haben die fertigstellten Solaranlage im gesamten Gebiet eine Kapazität von 600 MW, in Brandenburg von 360 MW.

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