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Uckermark deutschlandweit im grünen Bereich / Weiterhin steigende Spareinlagen

Weniger Überschuldung

Oliver Schwers / 31.01.2012, 07:09 Uhr
Prenzlau (MOZ) Grün gekennzeichnet ist die Uckermark im aktuellen Schuldneratlas von Deutschland. Das heißt: Im Vergleich zu Ballungsräumen wie Berlin sind im Landkreis weitaus weniger Menschen zahlungsunfähig. Die Sparkasse Uckermark verzeichnet sogar stark steigende Spareinlagen.

Als "stockkonservativ" bezeichnet Vorstandsvorsitzender Uwe Schmidt die Finanzpolitik der Sparkasse Uckermark. "Das zahlt sich unterm Strich aus", so seine Einschätzung für das vergangene Geschäftsjahr. "Wir besitzen keine Anlagen in Krisenstaaten."

Übersetzt aus dem Bankerdeutsch bedeutet das: Die Sparkasse bäckt kleinere Brötchen und setzt dafür auf mehr Sicherheit. Die Einlagen steigen seit Monaten. Aktuell ist die Gesamtsumme aller Kundeneinlagen auf 671 Millionen Euro gewachsen, 3,7 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

Wird der stets als arm bezeichnete Landkreis ausgerechnet in Krisenzeiten doch noch reich? Im Schuldneratlas von Deutschland ist er jedenfalls in grüne Farbe getaucht. Das bedeutet: Die Anzahl der Einwohner, die auf absehbare Zeit nicht aus den roten Zahlen kommen, scheint in der Uckermark vergleichsweise niedrig zu sein. Das gilt für halb Brandenburg und für ganz Bayern, nicht aber für solche Ballungsgebiete wie Berlin oder den Ruhrpott.

Trotz des mit großer Zufriedenheit im Sparkassenvorstand aufgenommenen Jahresergebnisses 2011 bleibt man dennoch vorsichtig. "Moderates Wachstum und keine großen Sprünge im Kreditgeschäft", so skizziert Wolfgang Janitschke, stellvertretender Vorstandsvorsitzender, den Ausblick für dieses Jahr. Er wird im Juni seinen Vorgänger Uwe Schmidt als Chef des Hauses ablösen, weil der dann in den Ruhestand geht.

Doch wie fast überall in der gesamten Uckermark macht der demografische Wandel auch den Bankern zu schaffen. Sie lassen jetzt schon errechnen, wie die langsam älter werdende und zahlenmäßig schrumpfende Bevölkerung künftig mit ihrem Sparstrumpf umgeht. Zwar tendieren gerade ältere Leute zum sicheren Sparen, doch verschwindet im Erbfall viel Kapital aus dem Landkreis, weil sich Kinder und Enkel anderswo angesiedelt haben. Ein langfristiges Problem. Die Sparkasse beteiligt sich deshalb an einem Modellprojekt.

Das steigende Kreditgeschäft mit Privatkunden wird derzeit sogar vom Geschäft mit Firmenkunden übertroffen. 35 Millionen Euro Steigerung innerhalb eines Jahres, 20 Prozent davon allein aus dem Agrarsektor. Hier hat die Sparkasse offenbar viele Landwirte gewinnen können.

Dagegen gibt es nach Angaben des Vorstands kaum noch "Problemfälle" bei Firmenkunden mit beispielsweise geplatzten Verträgen oder größeren Insolvenzen. Die dafür eingeplante Vorsorgesumme von lediglich noch 700 000 Euro liegt weit unter dem Durchschnitt.

Neu ist das wieder wachsende Interesse an Neubauten oder an Sanierungen alter Häuser. Die dazu notwendige Finanzierung über Bausparverträge führt gegenwärtig zu einer steigenden Zahl langfristiger Verträge. Dahinter stehen zahlreiche geplante Investitionen, was der heimischen Bauwirtschaft zugutekommt.

Der reine Bilanzgewinn der Sparkasse nach Abzug der Steuern liegt bei rund sechs Millionen Euro, die wiederum als Sicherheiten eingestellt werden. Mit rund 500 000 Euro hat das Unternehmen das Kapital der Bürgerstiftung sowie der Stiftung Uckermärkische Orgellandschaft aufgestockt.

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