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Gestaltungssatzung als Mittel, um Biesenthal zu verschönern und Bausünden vorzubeugen

Bahnhofstraße erhält Kosmetikhandbuch

Brigitte Horn / 31.01.2012, 07:12 Uhr
Biesenthal (MOZ) Fassade, Dach und Fenster - das sind prägende Elemente von Gebäuden. Für die Biesenthaler Bahnhofstraße will man jetzt mit einer Satzung Vorgaben erarbeiten, die bei künftigen Bauvorhaben von der Häuslebauern zu berücksichtigen sind.

Um es vorweg zu sagen: Wenn die Gestaltungssatzung für die Bahnhofstraße fertig ist, dann müssen vorhandene Gebäude oder Grundstückseinfriedungen nicht geändert werden. Für die vorhandenen Bauwerke besteht Bestandschutz. Das wurde bei der Vorstellung des Projektes der Gestaltungssatzung in der jüngsten Sitzung des Biesenthaler Bauausschusses klargestellt. Mit der Satzung sollen aber für künftige Bauwerke Orientierungen gegeben werden, die dann auch zu berücksichtigen sind. Das kann die Dachform, die Farben, das Material zum Beispiel für Zäune und anderes mehr betreffen.

Entzündet hat sich der Gedanke, eine Gestaltungssatzung zu schaffen an einem Holzhaus, teilte der Vorsitzende des Biesenthaler Bauausschusses Andreas Jahn mit. Einschätzt wurde es im Hinblick auf die Umweltfreundlichkeit als durchaus zeitgemäß. Nur: Einige befanden offenbar, dass es nicht in solch eine Straße, wie die Bahnhofstraße, passe. Vermutlich, weil man die Bahnhofstraße als die historischste Straße von Biesenthal einschätzt, konstatierte Jahn.

Voraussetzung für die Satzung ist zunächst einmal die Bestandsaufnahme, informierte Torsten Bock von der Planungsgesellschaft DSK, der die Erarbeitung der Satzung fachlich in den Händen hat. Er habe die drei Kilometer lange Straße in Augenschein genommen. Dort seien insbesondere nach 1865 zahlreiche Villen entstanden, aber auch Landhäuser gehören zum Straßenbild. "Mit der Satzung geht es letztlich um den Schutz der vorhandenen Bausubstanz, aber auch um die Beseitigung negativer Veränderungen", stimmte er den Ausschuss auf die Inhalte der angestrebten Satzung ein. Dazu brauche man letztlich einen langen Atem von fünf bis zehn Jahren.

Auch die Frage, ob ein Holzhaus in die Bahnhofstraße passe, werde mit den Gestaltungsrichtlinien geklärt. Oder welche Wärmedämmung geeignet ist. Es werde zwar eine Mängelliste aufgestellt, aber es gebe keine Bestrafungen, etwa für einen Fassadenputz, der eigentlich nicht in diese Straße passe.

Die Bauverwaltung stellte überdies klar, dass es nur um die äußere Gestaltung der Häuser und Grundstücke geht, nicht um die Zahl der zulässigen Geschosse und dergleichen. Die Beteiligung der Bürger an der Satzung erfolgt im Rahmen der öffentlichen Auslegung des Entwurfes. Dort kann jeder Einsicht nehmen. Einwohnerversammlungen wird es dazu nicht geben.

Die Erarbeitung der Satzung sollte nach Bocks Vorstellung in den Händen einer Arbeitsgruppe liegen. Dies hieß allerdings dann für einige Bauausschussmitglieder, noch zusätzliche Termine zu haben. Daher entschied man sich für die Version, dass der Bauausschuss praktisch auch die Arbeitsgruppe bildet und so die Beratungen mit den Bauausschusssitzungen verbunden werden können. Vereinbart wurde, dass man zu der Thematik am 15. Februar, 19 Uhr, in der Mensa der Grundschule tagen wird. Mit Hilfe des Beamers könne dort über die verschiedenen Fälle beraten werden.

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Basti 08.02.2012 - 22:07:57

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...im Land der Bürokratie! Manchmal ist es schon erstaunlich, das wirklich alles irgendwo festgelegt und bestimmt wird! So hat selbst der kleinste Verein ein groessere Satzung als manche Länder Grundgesetzte haben. Es ist schrecklich!

Karolin 08.02.2012 - 19:07:33

Städte entwickeln sich - zeitgemäß

Die Bahnhofstraße ist eine wunderschöne Straße und das Markenzeichen von Biesenthal. Die Häuser sind unterschiedlich und jedes hat seinen eigenen Charme. Das dieses Holzhaus dort nicht hinpasst, verstehe ich überhaupt nicht, denn es ist so einzigartig, wie die anderen auch. Den Bauherren nun Vorschriften zu machen stimmt micht traurig. . Für mich ein Zeichen von engstirniger Intoleranz, gepaart mit fehlendem Verständnis für zukunftsorientiertes Handeln.

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