Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Der thailändische Mönch Sama Samatiko schätzt das buddhistische Kloster in Schöneiche

"Ruhig, wie in einer Höhle"

Zwischen Lotusblüten und Kälte: Mönch Sama Samatiko lebt vorübergehend im Kloster in Schöneiche.
Zwischen Lotusblüten und Kälte: Mönch Sama Samatiko lebt vorübergehend im Kloster in Schöneiche. © Foto: MOZ
Manja Wilde / 03.02.2012, 20:58 Uhr - Aktualisiert 03.02.2012, 20:59
Schöneiche (MOZ) In einen prachtvollen buddhistischen Tempel hat sich das alte Hortgebäude von Schöneiche noch nicht gewandelt. Ganz langsam gestalten sich die Mönche das Haus, in dem sie vor rund zwei Jahren ein Kloster gründeten.

Sama Samatiko sitzt auf einem Podest und meditiert. In dem hohen, großen Raum ist es kalt. Sama Samatiko, der nur mit einem leichten Gewand bekleidet ist, scheint es nicht zu stören. Der 63-jährige Mönch sieht zufrieden aus. „Für das Gebet ist Kälte besser, sonst gehen einem so viele andere Gedanken durch den Kopf“, sagt er auf thailändisch. Pakawan Hertlein, eine junge freundliche Frau, übersetzt. Sie und ihr Mann, René Kreil, gehören zu den Freunden des Klosters. Die Berliner kümmern sich ein bisschen um Hausmeisterarbeiten und andere Dinge, damit die Mönche in Ruhe beten können.

Im Moment wohnt nur Sama Samatiko in dem alten Hortgebäude mit seinen rund 1000 Quadratmetern Wohnfläche. An der Fensterscheibe hinter ihm haften noch alte Kinderzeichnungen. Gleich neben eine gelbe Ente hat jemand Bilder von Buddha und Mönchen geklebt. In einer Ecke ist eine Art Tempel mit kleinen Buddhafiguren, Lotusblumen und Kerzen aufgebaut. Die Wände dahinter sind frisch verputzt. Auf einer Seite zeichnet sich bereits wieder ein großer Wasserfleck ab. An der Decke klaffen Löcher im Putz.

„Dafür werden gerade Angebote eingeholt“, sagt René Kreil. Der Umbau des Hauses geht langsam voran. Die Heizungsanlage ist neu - es wohnt nur gerade niemand im Haus, der regelmäßig Holz nachlegt. Die Sanitäreinrichtungen und Elektroanlagen sind ebenfalls neu. Außerdem gibt es eine moderne Küche, ein Büro und einen Gebetsraum. In der oberen Etage befinden sich Zimmer für Mönche und Gäste.

Im Jahr 2010 hat der Muttertempel der Abteilung WAT-Sanghathan aus der Nähe der thailändischen Hauptstadt Bangkok das Kloster eröffnet. Auf Schöneiche fiel die Wahl zufällig. Entscheidend war die Nähe zu Berlin. Sama Samatiko mag den Standort. „Es ist ruhig, wie in einer Höhle“, sagt er. Der Muttertempel unterstützt das Haus. Außerdem finanziert es sich über Spenden. Die buddhistischen Mönche leben nach strengen Regeln. So dürfen sie zum Beispiel kein eigenes Geld besitzen.

Buddha, auf den die Religion zurückgeht, wurde 560 Jahre vor Christus im heutigen Nepal geboren. Sein Name bedeutet „der Erwachte“. Das höchste Ziel der Buddhisten ist es, vollständig die Natur des eigenen Geistes zu erkennen. Auch Sama Samatiko arbeitet daran. Vor 28 Jahren entschied er sich, Mönch zu werden. Seither steht er spätestens um 4 Uhr in der Nacht auf. Dann beginnt er seine Gebete zu sprechen, so lange, bis er nach Mitternacht wieder einschläft. Essen dürfen Mönche einmal täglich. Auf dem Podest neben Samatiko steht eine Schüssel, in der seine Mahlzeit ist. Daneben steht eine Kanne warmes Wasser. So allein sind die Mönche aber nicht immer. Bei einem großen Fest im Herbst feierten rund 300 Menschen in der alten Turnhalle neben dem Kloster. Auch an den Wochenenden ist das Haus voller. Thais, die ein bisschen Ruhe wollen, kommen vorbei. Sie können das Haus als offenes Meditationszentrum nutzen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG