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Einwohnerzahl Zünglein an der Waage

Starke Verwaltung für starke Dörfer

Eva-Martina Weyer / 04.02.2012, 07:46 Uhr
Gartz (MOZ) In einigen Ortschaften des Amtes Gartz reden die Leute über freiwillige Gemeindezusammenschlüsse. Ausgangspunkt der Diskussion ist eine Richtlinie des Innenministers. Der will die Zahl kommunaler Verwaltungen verringern und setzt auf Freiwilligkeit von Gemeinden und Ämtern.

Das Land verspricht sich davon eine "höhere Qualität und Effizienz kommunaler Strukturen" und ködert solche Bestrebungen mit Mitteln des Landeshaushalts. Je nach Art des Zusammenschlusses können 50 00 Euro bis 500 000 Euro als Zuwendung fließen.

In Gartz ist bisher noch unklar, wer mit wem liebäugelt. Fakt ist aber, dass Schwedts Bürgermeister Jürgen Polzehl auf seinem Neujahrsempfang mit Blick auf Gemeinden im Schwedter Umland gesagt hat: "Wir sind offen!"

Voraussetzung für Geld vom Land ist aber, dass die durch einen Zusammenschluss entstehende neue Verwaltung bei prognostischer Betrachtung im Jahre 2030 mehr als 5000 Einwohner hat. In Landkreisen sollen künftig mindestens 200 000 Einwohner leben und Kommunen sollen mindestens 12 000 Bürger haben. Der Gartzer Amtsdirektor Frank Gotzmann sieht Gartz auf der sicheren Seite. Er hat sich die Voraussagen für 2030 beschafft. Demnach würde das Amt Gartz dann 5 907 Einwohner haben. Das Amt Oder-Welse hingegen läge mit 4 530 Menschen unter der 5000-Einwohner-Grenze.

"Wir sind uns sicher, den Amtsbezirk Gartz stabilisieren zu können. Derzeit wird grenznah eine ,schwarze Null' in der Einwohnerentwicklung verzeichnet", erläutert Gotzmann. Zur Stabilisierung der Zahlen tragen vor allem die Zuzüge polnischer Bürger bei. Sie finden im Raum Gartz preiswerten Wohnraum und haben zum Teil in Deutschland, meist aber in Polen Arbeit.

"Uns geht es beim Thema freiwilliger Gemeindezusammenschluss vor allem um eine offene, transparente Diskussion in den Dörfern mit den Gemeindevertretern und den Einwohnern", sagt Frank Gotzmann. Auf der Sitzung der Gemeindevertreter von Hohenselchow-Groß Pinnow am kommenden Mittwoch steht das Thema deshalb auf der Tagesordnung. Auch der Amtsausschuss beschäftigt sich am 13. Februar damit.

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schwe39 07.02.2012 - 08:41:00

nur noch 18 Jahre ,,,,

bis 2030 ist nicht mehr viel Zeit. Denkt doch mal bitte daran, wie die Bevölkerung im Bereich "Amt Gartz" ab 1990 zurück gegangen ist. Der Amtsdirektor sollte nicht zu sehr auf den Zuzug der Polnischen Nachbarn bauen. Unsere Nachbarn werden in den nächsten Jahren mächtig nachziehen und in einem besseren Umfeld unter Landsleuten wohnen wollen. Die Ämter werden fussioniert, so wie die UM mit dem BAR zusammen gehen muss. Wir zählen lt. EU als nicht besiedelt, somit wird es natürlich andere Verwaltungsstrukturen geben. Und wenn Gartz langfristig noch den Schulstandort verliert, ist die realistische Zukunftspanung bestimmt sehr bitter . Kommentare vom Tantower Bürgermeister sind sehr angenehm zu lesen, wobei der Vize sich wohl sehr gerne reden hört.

Schwe67 06.02.2012 - 18:34:34

@Katze

Der erste Eingemeindungsversuch von Vierraden scheiterte gar an der Hundesteuer. Letztendlich sind aber Gemeindestrukturen über solche Flächen völlig kontraproduktiv und indiskutabel.

EX SPD Mitglied 06.02.2012 - 18:08:10

.

"Das ist wirklich scheinheilig. Dieser Schule Hoffnung machen und anschließend im Landtag für die finanziellen Kürzungen an den Freien Schulen den Arm heben." Genau das hat MdL Mike Bischoff gemacht! Erinnern Sie sich noch? Als Frau Dr. Bhar seinerzeit in den Hungerstreik trat als die staatliche Pauke im Tantow schloss.

Katze 06.02.2012 - 17:46:45

Merkwürdige Logik

Wenn gegen das Zusammengehen mit Schwedt, dort fehlende Polnischkurse, als Begründung angeführt werden, müsste man im Umkehrschluss vielleicht überlegen, ob ein Zusammengehen mit Stettin nicht sinnvoll wäre. Vielleicht könnte man von dort sogar die S- oder Straßenbahn nach Tantow verlängern! Im Übrigen wäre man in Potsdam nicht böse, wenn einige der Gemeinden sich MeckPomm anschließen würden, allerdings werden sich die Begeisterungsstürme in Schwerin darüber ebenfalls in Grenzen halten.

Freundin der freien Schulen 06.02.2012 - 16:42:15

Die Katze spieltmit der Maus

Das ist ja wunderbar, dass Herr Schwarze den Landtagsabgeordneten Krause von den Linken in die Evangelische Salveyschule eingeladen hat. Die Katze spielt auch mit der Maus, bevor sie diese frisst. Das ist wirklich scheinheilig. Dieser Schule Hoffnung machen und anschließend im Landtag für die finanziellen Kürzungen an den Freien Schulen den Arm heben.

Armin T. 05.02.2012 - 20:03:21

@ Andreas Meinke

Sie sagen es und sprechen mir aus der Seele. Viele der Kommentatoren interpretieren irgend welche Dinge in Ausagen von Mandatsträgern die nich wahr sind. Ihr Stellvertreter hat in seinem Eingangsstatement dutlich gemacht das er die Diskussion für verfrüht hält jedoch gleichzeitig Wege für 2030 aufgezeigt. Machen die Herren Meincke & Schwarze bitte weiter wie bisher und lassen sich nicht beirren. Nur über wen auch öffentlich geredet wird ist interessant und immer einer Meinung mit dem Amtsvorsteher müssen Sie auch nicht sein. ch glaube Herr Gotzmann ist konfiliktfähig. An die Märkische Oderzeitung. Bitte sprechen die Redaktöre künftig mit den Menschen Vor Ort bevor sie so einen Artikel in die Welt setzen der auf spökolationen beruht und jeglicher Grundlage entbeert. Da swird man ja wohl von einen seriösen (??????) Tageszeitung erwarten können.

Bürgermeister Gemeinde Tantow 05.02.2012 - 17:13:40

Zur Klarstellung

Richtig ist, dass ich dagegen bin, dass die Gemeinde Tantow ein Ortsteil von Schwedt wird. Ebenso richtig ist, dass ein Wechsel in das Amt Löcknitz/Penkun hierzu eine Alternative sein kann. Aber: 1.) Ich habe nichts gegen Schwedt, sondern etwas gegen die im Rahmen der Diskussion 2030 ins Spiel gebrachten Grosskommunen und damit auch gegen die Abschaffung der Ämterstruktur in den ländlichen Randlagen Brandenburgs. Warum: Dadurch wird ehrenamtliches (politisches) Engagement abgeschafft, die Menschen vor Ort können nicht(s) mehr mitbestimmen, was bei ihnen im Ort geschieht/geschehen soll. Grund hierfür ist, dass ein Ortsteil keine Haushaltssouveränität mehr hat. 2.) Bin auch ich der Meinung, dass das Amt Gartz ohne Weiteres auch 2030 aus sich heraus lebensfähig sein dürfte. Also keines Falles in einer "Bittsteellerrolle" in irgendwelche Fusionsverhandlungen gehen müßte. Derzeit sehe ich im Übrigen überhaupt KEINEN Anlass für irgendwelche dahingehenden Überlegungen - weder für das Amt selbst, noch für eine der Kommunen im Amtsbezirk!!! Noch ein paar Anmerkungen: Fördermittel.... - ausser denen aus dem Konjunkturpaket (des Bundes...) hat die Gemeinde Tantow keine bekommen... Partei von Herrn Schwarze... auch in dieser Partei sind nicht immer alle einer Meinung... Beispielsweise engagiert sich Herr Schwarze sehr für die Tantower Schule und hat u.a. dafür gesorgt, dass der Vorsitzende des Bildungsausschusses des Landtages MdL Krause die Schule besuchte (http://schuletantow.wordpress.com/2011/11/21/vorsitzender-des-bildungsausschusses-des-brandenburger-landtages-besucht-unsere-schule/ ). Auch beim Thema Polizeireform ist Herr Schwarze eher auf der Linie von MdL Maresch beispielsweise. Übrigens, wer das Eingangsstatement von Herrn Schwarze aufmerksam gelesen hat, wird festgestellt haben, dass auch er immer nur von der MÖGLICHKEIT eines landeswechsels sprach...

JosefK. 05.02.2012 - 13:33:33

Ganz schon link(s)

Genau das meine ich. In Löcknitz scheint es so etwas wie eine Eliteschule zu geben. Genau sowas schafft unsere so tolle Landesregierung ja gerade ab. Ein vielfältiges Schulsystem ist ja hier anscheinend nicht mehr gewünscht.Und das haben wir auf jeden Fall unseren dunkelroten Abgeordneten im Landtag zu verdanken. So kann ich auch verstehen, das die Leute nach Meck Pom wollen.

Tantowerin 05.02.2012 - 11:58:39

.

Ich verstehe meinen Bürgermeister Herr Meincke sehr gut. In Gartz gibt es keine Oberschule mehr und in Schwedt können unsere Kinder kaum noch polnisch lernen mangels Kursen und Angeboten. Vielleicht wird es dann unbürokratischer Kinder an der Eilteschule in Löcknitz anzumelden.

JosefK. 05.02.2012 - 10:36:13

Das ist ganz schön link(s)

Es ist schon erstaunlich , dass ein Tantower Volksvertreter von den LINKEN hier veröffentlicht, dass man sich auch nach MeckPom orientiert. Da muß man sich doch die Frage stellen, ob man sich unter der Brandenburger rot roten Regierung nicht gut betreut fühlt.

OF 05.02.2012 - 10:05:18

Differenziert

sollte man das Ganze betrachten...ich glaube auch nicht das es so Einfach ist das Bundesland zu wechseln... Von daher immer ruhig mit den Pferden!

LKK 05.02.2012 - 09:25:52

Eine langfristige Planung ist wichtig .....

ich muss mich noch mal melden. Wollen wir hoffen, dass Brandenburg vorerst keine Fördermittel für Tantow gibt, bevor uns die verlustigt gehen. Genau das habe ich gemeint. Warum soll unser Land Geld für eine Region geben, die sich ihrer Zugehörigkeit zum Bundesland unsicher ist ? Aber die NEIDER UND NÖRGELER können Herrn Schwarze nicht das Wasser reichen....... (kommentar vom Freitag von einem Gartzer).

LKK 05.02.2012 - 01:47:06

Ist der Hammer....

Da wird sich das Amt aber freuen, dass die Tantower nach MV schauen. Ich lach mich kaputt. Was habe ich geschrieben, das Amt macht sich selbst kaputt. Macht nun wirklich ein richtiges Konzept für euer Amt und räumt auf- Iht seid euch einfach nicht einig.

Udo 05.02.2012 - 00:29:06

Meine Empfehlung

Noch was vergessen. Warum raufen sich nicht alle betroffenen Kommunen schon jetzt zusammen und machen mal gemeinsames Ding dagegen das für die letzten Menschen die der Uckermark noch geblieben sind das Leben einigermaßen erträglich bleibt?

Udo 05.02.2012 - 00:26:18

Generell

Wenn das was einige Politiker in ihren Amtsstübchen planen 2030 zur Realität wird ist egal ob Schwedt, Penkun oder Angermünde - für alle Bürgerinnen und Bürger wird es weitere Wege geben. Meint hier jemand das Amtsgericht in Schwedt existiert dann noch oder eine KFZ-Zulassungsstelle in Prenzlau? Schon jetzt müssen Leute die gegen Hartz4 eine Klage einreichen wollen bis nach Neuruppin und ohne KFZ schon heute eine Zumutung.

Odermensch 04.02.2012 - 22:46:24

Lange Wege

@noch ein Beobachter Der Gedanke gefällt nicht. Nehmt uns nicht Prenzlau weg. Die Kreisstadt liegt nicht weit weg. Man stelle sich nur vor, künftig wäre Greifswald Kreisstadt. Für wichtige Angelegenheiten müsse man dann einen ganzen Tag einplanen. Sorry, einfach zu weit weg. Und selbst unsere Landeshauptstadt Potsdam ist noch gut zu erreichen, mit Auto oder Bahn. Alles andere ist Utopie.

Noch ein Beobachter 04.02.2012 - 20:45:12

@ Herr Beobachter

Wenigstens positioniert er sich. Besser als mit seiner Meinung hinterm Berg zu halten. Eine Ämterfusion kann auch Gartz/Löcknitz bedeuten. Ick globe der Gedankt gefällt!

Beobachter 04.02.2012 - 20:22:10

Der Tantower Bürgermeister sagt:

"Dass die Gemeinde Tantow ein Ortsteil von Schwedt wird, lehne ich strikt ab!" Steht hier; http://tantower.wordpress.com/2012/02/04/diskussion-um-zukunft-der-grenzdorfer/#comments Andreas Meincke hat sich in einem Kommentar klar gegen einen Kuschelkurs mit der Stadt Schwedt positioniert, wie ich lese. Machen wir uns nichts vor. Wenn die Tantower zu Mecklenburg-Vorpommern gehen wird es kritisch die 5000´er Marke zu halten. Kirchenrechtlich gesehen gehören sie ja schon zu Pasewalk. @ MOZ: Dann sind künftig die Kollegen des Nordkurier aus Löcknitz zuständig! Ihr könnt sich ganz auf Schwedt konzentrieren.

Udo 04.02.2012 - 13:05:20

Kopfkino

Ich empfinde weder die Gedanken des Tantower Vize noch der anderen Kommentatoren als utopisch. Also gar nicht utopisch empfinde ich hingegen das zuküftiger Verwaltungsstitz für Gartz, Oder-Welse und Gramzow der Pinnower Gutshof wird. Rein geografisch gesehen eine logische Schlußfolgerung. Das der Amtsdirektor Detlef Krause heißen wird hingegen ist wiederherum utopisch. Gilt er doch schon jetzt wegen seine teilweise unkooperativen Art mit Gemeindemitgleidern als Wackelkandidat. Herr Gotzmann wird bis Dato 2030 ein gestandener Mann in seinem Posten sein und vom Nektar seiner Erfahrung die erlesenen Früchte ernten!

Joseph K. 04.02.2012 - 12:47:11

Müssen Bergholzer Einwohner wirklich nach Pinnow um einen Pass zu beantragen?

Ja schwe67, das mit der Zentralisierung ist garantiert der falsche Weg. Aber man kann heutzutage denn Einwohnern des Amtes Oder Welse oder des Amt Gartzes zumuten, den neuen Personalausweis oder Reisepass aus Schwedt oder Angermünde zu holen. Ich denke hier gibt es Einsparpotenzial. In Zeiten der elektronischen Verwaltung sind so einige Ämter überflüssig.

Schwe67 04.02.2012 - 12:06:50

Unnötige Gemeindereform.

Der Zusammenschluß von Gemeinden ist völlig unnötig und kontraproduktiv. Nicht Zentralisierung ist das Stichwort, sondern Dezentralisierung, einhergehend mit Gesetzesänderungen, die neue Strukturen und Wege ermöglichen. Dazu muß Macht und Einfluß von Politik und Institutionen an die Gemeinden/Bürger zurück gegeben werden. Dann sind kleine Gemeinden wieder Lebensfähig und attraktiv. Unsere Politiker satteln erneut das falsche Pferd.

Stv. Bürgermeister Gemeinde Tantow 04.02.2012 - 10:32:31

Verfrühte Diskussion!

Grundsätzlich finde ich es ja richtig & wichtig in die Zukunft zu schauen! Jedoch wer weiss schon was 2030 ist? Politisch sind die Karten völlig neu gemischt. Wir haben eine ander Landes- und Bundesregierung. Und ob die Entwicklung der Bevölkerungszahl im Gartsbereich Gartz (Oder) wirklich so sicher ist wie das "Amen in der Kirche"? "Der Gartzer Amtsdirektor Frank Gotzmann sieht Gartz auf der sicheren Seite." AHA! Da begrüßte ich zwar Amtsdirektor Frank Gotzmanns Ehrgeitz, gebe aber gleichzeitig zu bedenken, das Tantow oder sogar Casekow vielleicht sogar mit MV liebäugeln. Die Nähe zu Penkun machts möglich. Das jedoch nur mal als mögliches Szenario. Andreas Schwarze Stv. Bübrgermeister der Gem. Tantow (LINKE)

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