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"Eigentümerbund Ost" fordert Rückgabe von Immobilien / Vertriebenenpräsidentin Steinbach distanziert sich

Rechter "Eigentümerbund" will gegen Polen klagen

Dietrich Schröder / 13.02.2012, 22:43 Uhr - Aktualisiert 14.02.2012, 07:55
Berlin/Stettin (MOZ) Ein in Berlin gegründeter Verein will mittels Klagen in Polen und Tschechien die Ansprüche von Vertriebenen auf ehemaliges Eigentum durchsetzen. Östlich der Oder sorgt vor allem die Ankündigung für Aufmerksamkeit, dass Millionen Flugblätter an polnische Haushalte verteilt werden sollen.

Der Präsident des im Januar gegründeten "Eigentümerbundes Ost", Lars Seidensticker, ist aus der rechen Szene bekannt. Er ist Bundesgeschäftsführer und Berliner Landesvorsitzender der Kleinpartei "Bürgerbewegung pro Deutschland", die im Jahr 2011 bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 1,2 Prozent der Stimmen erhielt. Zuvor gehörte er der DVU an.

Der 38-jährige Seidensticker erklärt, dass man "mit Hilfe namhafter Rechtsanwälte juristische Lücken im internationalen Recht ausfindig gemacht" habe, durch die Vertriebene ihr ehemaliges Eigentum wiedererlangen oder entschädigt werden könnten. Gegenüber dieser Zeitung verwies er in diesem Zusammenhang auch auf Klagen von Juden, die bis heute nicht von Polen entschädigt worden seien. Auch er selbst sei Betroffener, da seinen Großeltern einst eine Doppelhaushälfte im schlesischen Otmuchov gehört habe.

Polnische Medien, insbesondere in Stettin und Umgebung, verwiesen gestern auf die Ankündigung des Vereins, ab Mai Flugblätter in millionenfacher Auflage an polnische Haushalte verteilen zu wollen, die "über die polnischen Verbrechen an deutschen Zivilisten und die polnischen Verstöße gegen das Völkerrecht aufklären" sollen.

Die Aufregung darüber hält sich allerdings in Grenzen. Bei einer Internet-Abstimmung der Zeitung "Gazeta Wyborcza" meinten 60 Prozent, dass sie keine Angst vor Forderungen deutscher Vorkriegseigentümer hätten, 34 Prozent sahen darin jedoch "eine reale Gefahr".

Einer der Akteure des neuen "Eigentümerbundes Ost", Alexander von Waldow, gehörte bereits der Vereinigung "Preußische Treuhand" an, die vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte erfolglos gegen Polen geklagt hatte. Ende 2008 hatte der Gerichtshof diese Klage aus mehreren Gründen für unzulässig erklärt. Die Richter entschieden unter anderem, dass der heutige polnische Staat nicht für Menschenrechtsverletzungen im Jahr 1945 verantwortlich gemacht werden könne. Er habe damals weder de jure noch de facto die Kontrolle über die deutschen Territorien im heutigen Polen gehabt. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach seinerzeit von einem "wichtigen Signal, dass wir an der Stelle keine Unsicherheit haben".

Die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, wies das Angebot des "Eigentümerbundes Ost", mit ihr zusammenarbeiten zu wollen, in einer Erklärung als "absurd" zurück. Ihr Verband habe sich "stets von extremistischem Gedankengut distanziert", betonte sie.(Kommentar)

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45 16.02.2012 - 19:46:01

Wahrheit

Na, mein Kommentar war wohl nicht parteikonform. Und das ist das Problem. Die Wahrheit über die Polen soll keiner wissen. Das darf man nicht aussprechen. Welch eine einseitige Freiheit. Die Deutschen darf jeder beschimpfen. Ich habe es meinen Kindern und Kindeskindern jedenfalls erzählt.

paul wust 14.02.2012 - 18:36:33

Sehr geehrter Herr Goldschmidt,

Ihre Enttäuschung, auf Grund der gemachten Erfahrungen, kann ich nachvollziehen. Denke aber, dass in Ihrem Fall auch der EBO Ihnen nicht weiterhelfen kann. Die Rückgabe, bzw. Entschädigung, jüdischer Vermögenswerte nimmt hier wohl eine Sonderstellung ein. Wenn weder die BRD noch Polen gewillt sind Ihnen zu Ihrem Recht und Eigentum zu verhelfen, dann würde ich an Ihrer Stelle den Europäischen Gerichtshof anrufen. Vorausgesetzt natürlich, das Sie Ihren Besitz glaubhaft nachweisen können. Wünsche Ihnen bei Ihren Bemühungen viel Kraft und Ausdauer. Denke aber, dass es am Ende erfolgreich ausgeht.

Hans-Joachim Goldschmidt 14.02.2012 - 17:41:35

LAG-Gesetz Kommentar von Paul Wust

das LAG-Gesetz war nicht nur für die aus dem "Osten", nein es war für alle Bürger die Kriegsschäden erlitten hatten, nur die Vertriebenen und Flüchtlinge traf es am Härtesten, sie haben ihre Heimat verloren. Meine Familie, eine jüdische, die seit 1760 das Jüdische Leben Breslaus mit ge- staltet hat, wurde gleich 2 x enteignet, zuerst von den Nazis, die Firmen und Privatgrundstücke und Häuser raubte, von Polen wurde alles zu- rückgegeben um es nach einigen Monaten wieder zu rauben, aus dem Raubgut schlugen die Polen Kapital indem sie Teile der Fabrik in Breslau an den Britischen Konzern CUSSONS verkaufte, wahrscheinlich ohne die Käufer davon in Kenntnis zu setzen, dass sie Jüdisches Eigentum er- werben. Ich könnte über die Ungerechtigkeiten eine ganze Zeitung füllen. Ich werde die Forderungen des EBO unterstützen. Eigentlich wäre es die Pflicht der BRD als Rechtsnachfolger des Nazistaates sich mit den Forderungen auseinanderzusetzen, aber weit gefehlt die Gelder werden lieber in dubiose Länder gepumpt!!!!! Hans-Joachim Goldschmidt

borkenhagen 14.02.2012 - 15:07:38

"der goldene stolperstein"

daher habe ich "opfer" ja auch in anführungszeichen gesetzt. aus jenem evtl. übertriebenen aber verständlichen "schuldkult" heraus haben gewisse gestalten jenen "opferkult" geschaffen. da braucht man sich nur hier im forum umschauen. auch meine familie hatte in der neumark ländereien und traditionsreiche handwerksbetriebe zurückgelassen. niemals ist mir bei all dem leid, den verlusten und der wehmut ein kommentar untergekommen, das irgend etwas zu unrecht geschehen wäre. im gegenteil meine ahnen erkannten ihre verantwortlichkeit noch! diese rückansprüche der braunen burschen jetzt sind genauso daneben, wie das unterwürfige allerweltsfreundgehabe der roten. wichtig ist aus meiner sicht, dass so eine sch... hier nie wieder passiert, nicht mal ansatzweise!

Kein Opfer aber auch kein "Taeter" sondern Deutscher 14.02.2012 - 14:18:11

Opfer?????

Mit Verlaub Sie geben einen Unsinn von sich der keinen Vergleich zu scheuen braucht. Weltweit sind die Deutschen anerkannte Taeter. Alle , ohne Ausnahme. Und das wird regelmaessig von den linken Bruedern und Schwestern gestolpersteint im Inlanddargelegt. Viele nennen das auch den Schuldkult der gepflegt werden muss. Also Opfer passt nun wirklich nicht "Borki"

borkenhagen 14.02.2012 - 13:27:20

der deutsche das "opfer"

dann hätten'se damals halt gewinnen sollen die kriegstreiber, haben'se aber nicht! also hört auf rumzuheulen und reißt euch zusammen ihr "opfer"! verloren bleibt verloren...

Onkel Dagobert 14.02.2012 - 12:02:23

@ Alliierte...

Manchmal schon komisch... Wenn - nur so zum Beispiel - Ihre Vorfahren von den Alliierten, oder liebevollen Polen oder auch Benesch-Dekret Tschechen erwischt worden wären, dann gäbe es Sie persönlich gar nicht! Mal darüber nachgedacht... Eher NEIN oder??

paul 14.02.2012 - 11:55:23

der dumme michel

es ist schon seltsam wie dumm die deutschen sind. beanspruchen ausländer oder vertriebene in deutschland ihre ehemaligen besitztümer,dann ist das nur gerecht und alle setzen sich dafür ein. im gegenzug wird aber von unrecht gesprochen,wenn vertriebene deutsche ihre eigentumsansprüche anmelden. wie auch früher so ist es auch heute in der eu- der deutsche soll zahlen und andere länder helfen und aufbauen-ein dank kommt aber nie zurück

Mit Glied und Mit Leid 14.02.2012 - 11:50:47

Borkenhagen?

Der klingt wie der Blogwart Herbert D. oder wie auch immer dieser Kommentar Troll heisst. Ich glaube der erscheint auch gleich. Aber mit anderem Namen, so quasi anonym.. sehr geheimnisvoller super Typ

Brötchen 14.02.2012 - 11:20:40

Aktion "Sinnlos".

Hat da jemand das neue EU-Urteil nicht mitbekommen, daß Klagen von Privatpersonen nicht mehr zugelassen werden ? Herr laß Hirn vom Himmel regnen.

Beobachter 14.02.2012 - 10:38:47

@ Borkenhagen....

Warum werden Sie persönlich beleidigend? "Fatzke von der DVU". Der deutschen Rechtschreibung sind Sie auch nicht mächtig. Sie bekommen ja nicht einmal den Satzanfang richtig hin. Sechs setzen! Ergo, zurück in die erste Klasse! Noch eine Frage. Waren Sie mal in der SED?

Gerechter der Welt 14.02.2012 - 09:56:07

ja ja

die durften das so machen. Das sind aber keine Kriegsverbrechen, denn verloren haben ja die Deutschen. Daher werden diese schlimmen Sachen auf Seiten der Befreier tunlichst verschwiegen. Und sagt mal jemand was , wird das halt Volkverhetzung genannt. So ist das mit der Gerechtigkeit.

borkenhagen 14.02.2012 - 09:43:55

da seinen Großeltern einst eine Doppelhaushälfte...

nee ne ganze doppelhaushälfte, na da lohnt sich der ganze aufwand ja sicher. @ isenhagen wenn der fatzke schon vorher in der dvu war ist die einordnung schon relativ einfach. lesen kann schon helfen. ansonsten wirkt ihr beitrag heute etwas entrückt...

Spiecker 14.02.2012 - 08:25:45

gebrauchen von Klischeess

Die Erinnerung an meine Großeltern wird immer wach gehalten. In Würdigung ihrer damaligen Vertreibung von ihrem Grund und Boden ist auf dem mühsam neu erworbenen Anwesen auf dem ehemaligen DDR-Gebiet ein Feldstein aufgestellt. Ich sehe es so wie mit den Stolpersteinen. In unserer Familie wurde ein Angehöriger auf dem heutigen polnischen Gebiet in eine Scheune getrieben und diese wurde anschließend vom polnischen Mob angezündet. In ewiger Erinnerung an diese begangenen Qualen!

Isenhagen 14.02.2012 - 06:52:07

warum eigentlich rechts

warum eigentlich wird dieser Eigentümerbund rechts eingeordnet? Dafür gibts doch nun gar keinen Grund. Auch im "verloren gegangen Ostdeutschland" haben die "Ehemaligen" das alte Eigentum zurück bekommen. Und man findet es sogar gerecht. Wieso sollte dieses Empfinden an anderer Stelle nun so falsch oder gar "rechts" sein? Hier werden doch nur Klischees gebraucht die ins Konzept passen.

paul wust 14.02.2012 - 06:14:01

Falsche Adresse

Wahrlich, das Verhältnis von Deutschen, Polen und Tschechen, speziell in Grenznähe, könnte weit besser sein. Aber die Athmosphäre mit diesem längst ausdiskussierten Thema zu vergiften ist nicht nur überflüssig, sondern auch gefährlich. Leider gibt es immer noch ewig Gestrige, die Ursache und Wirkung nicht begriffen haben. Natürlich war der Verlust von Heimat und Eigentum für die damals Betroffenen furchtbar, nur wurden die Vertriebenen die in die Westzonen der später gegründeten BRD gingen über eine "Lastenausgleichszahlung" der Regierung, mehr oder minder angemessen, entschädigt. Sie konnten sich damit eine Existenz neu aufbauen, während die Vertriebenen in der Ostzone, der späteren DDR, leer ausgingen und nach der Wiedervereinigung für ihre verloren gegangenen Eigentumswerte mit einem Appel und ´nem Ei abgespeist wurden. Also lieber "Eigentümerbund", wenn sie das Entschädigungsthema juristisch angehen wollen, dann halten sie sich an die politischen Vertreter des Staates BRD. Er ist der Rechtsnachfolger des untergegangenen Deutschen Reiches welches die Ergebnisse des 2. Weltkrieges zu verantworten hat.

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