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Protest gegen Windkraftanlagen

Rund 85 Windkraftgegener versammelten sich am Dienstagabend in der Waldschule Pausin.
Rund 85 Windkraftgegener versammelten sich am Dienstagabend in der Waldschule Pausin. © Foto: Vart
Patrik Rachner / 22.02.2012, 13:09 Uhr
Schönwalde-Glien (MZV) Auftakt: In der Gemeinde Schönwalde-Glien hat sich am Dienstagabend in Pausin eine Bürgerinitiative (BI) gegen den Bau von Windkraftanlagen gegründet. Nachdem die Gemeinde zuletzt zwei Flächen ausgewiesen hatte, auf denen Windkraftanlagen zumindest theoretisch gebaut werden können, ist nunmehr mit erheblichem öffentlichen Widerstand zu rechnen.

Rund 85 Windkraftgegener wohnten in der Waldschule Pausin der Gründungsveranstaltung bei. Wenngleich laut Claudia Heckmanns, Sprecherin der BI, nicht alle Protestler grundsätzlich gegen Windräder sind, so wollen sie dennoch ein Signal setzen und den Bau von bis zu 200 Meter hohen Windrädern nach Möglichkeit verhindern. Sie wollen sich nicht entmündigen lassen und kritisieren, dass unter dem Deckmantel erneuerbare Energien Raubbau an der Natur betrieben wird.

„Uns reicht es jetzt. Es kann nicht sein, dass in einem Landschaftsschutzgebiet ein Windpark entstehen soll. Wir wollen im gesamten Gemeindegebiet keine Anlagen haben, weil die Natur in Schönwalde einzigartig ist. Wenn alles verspargelt ist, hat das auch negative Auswirkungen auf den sanften Tourismus“, sagte Heckmanns. Mit Verweis auf beispielsweise gesundheitliche Gefahren für den Menschen verdeutlichte sie, dass die bisher gute Lebensqualität insbesondere in den Ortschaften Perwenitz und Wansdorf/Pausin auf dem Spiel stehe. Dort sind die Flächen ausgewiesen.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative wollen nun stichhaltige Argumente sammeln, die eindeutig gegen den Bau von Windkraftanlagen in der Region sprechen. Dazu zählt auch, zu beobachten und zu dokumentieren, welche geschützten oder als gefährdet eingestuften Tiere noch in den ausgewiesenen Gebieten heimisch sind. Zudem ist eine Unterschriftensammelaktion geplant.

Da sich im Land ohnehin seit geraumer Zeit der Widerstand gegen solche Anlage empfindlich geregt hat, um der Windkraft-Lobby auf der einen und der Politik auf der anderen Seite die Stirn zu bieten, zeigen sich die Gegner auch in Schönwalde optimistisch, etwas bewirken zu können.

Zu diesem Zweck hoffen die Protestler auf Unterstützung von bereits bestehenden Bürgerinitiativen, die womöglich bald landesweit im Verbund unter einem kurz vor der Gründung stehenden Dachverband agieren wollen. Ein Fachanwalt für Umweltrecht soll möglichst schon zum nächsten Treffen am Dienstagabend in der Waldschule Pausin herangezogen werden, um rechtliche Fragen zur Vorgehensweise zu klären.

Und was sagt Schönwaldes Verwaltungschef? Bodo Oehme findet es legitim, dass die Bürgerinitiative ihren Gedanken Rechnung trägt. „Das ist okay“, meint er. „Generell kann die Gemeinde allerdings zu Windkraftanlagen nicht ,Nein‘ sagen. Ich kann aber auch verstehen, dass Schönwalde im Regionalplan eigentlich kein Eignungsgebiet war. Dass wir es per Gesetz doch sind, erschließt sich mir auch nicht“, betonte Oehme.

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Rainer Trostmann 04.03.2012 - 17:36:27

Immer das Gleiche mit Oehme

Aktuell sind es die Windkraftanlagen, die die Bürger empören. Begründet ist die Empörung insbesondere durch die Art und Weise, in der der Bürger überrascht wurde. Weitere Überraschungen stehen ins Haus und werden zu neuer Wut führen: die geplante 380 KV-Leitung, die über Schönwalde hinwegführen wird. "Die Gemeindevertretung hat beschlossen", so ist es dem Amtsblatt 1/2011 zu entnehmen. Wiederum aber hat die Gemeinde, der Bürgermeister, den Bürger in keiner Weise beteiligt. Die Gemeindevertretung beschließt, der Bürger und seine Interessen bleiben unberücksichtigt; das ist Oehmes Politik für den Bürger. Wenn man nach der Leitung googelt, findet man allerorten, dass sich betroffene Gemeinden mit ihren Bürgern im Vorfeld auseinander gesetzt haben. In Schönwalde wird es wieder heißen, dass doch Alles bekannt sei, man könne es im Amtsblatt nachlesen. Ja, man kann nachlesen, was beschlossen wurde. Im Nachhinein lesenswert ist der Beschluss und die Stellungnahme der Gemeinde (Amtsblatt 1/2011, Seite4) allemal. Die Stellungnahme ist so dilettantisch, dass der betroffene Bürger entweder vor Wut heulen oder einfach nur resignierend lachen können wird. Wann endlich lernt Herr Oehme, wie man es machen sollte? Wird sich in Schönwalde mal eine Bürgerinitiative mit dem selben Ziel wie in Duisburg bilden?

A.B. 04.03.2012 - 15:10:13

Protest gegen Windkraftanlagen

Leute wir sind das Volk !!! Sag NEIN alle gemeinsam NEIN hier bei uns NICHT !!!

Andreas Bläske 04.03.2012 - 15:03:48

Keine einzige Windmühle hier !!!

Leute schaut nach Nauen !!! Macht die Augen auf. Die Dinger zerstören die Natur, es müssen Bäume gefällt werden. Nicht bloß da wo die Anlagen aufgestellt werden sondern auch da wo die Anlagen entlang fahren,Es kommen riesige Trucks die müssen über Felder und Wiesen fahren also alles wird zerstört .Auch unsere Tierwelt wird verdrängt oder Tiere müssen sterben zb. Vögel nur weil einige Leute unglaublich viel Geld abzocken wollen. Dann schaut was eine Mühle kostet !!! Es wird nur gebaut weil es Geld vom STAAT gibt nicht aus Überzeugung, und wann rechnet sich so ein Ding eigentlich wenn mal alle Kosten ehrlich aufgerechnet werden, also Neubau, Wartung Repraturen ohne Subvention, glaub ich nie !!! Also ich bin dagegen !!! Nein hier nicht !!!Und auch anders wo nur in Maßen !!!

Ines Zock 24.02.2012 - 20:50:22

Verantwortung

@rainer trostmann: Ja, der Bürgermeister hat einmal wieder versäumt, die Bürger rechtzeitig mit ins Boot zu holen. Aber das kennen wir bereits vom Funkturm, vom Poloturnierplatz, den Kitagebühren und vielen anderen wichtigen Projekten in Schönwalde-Glien. Im Ergebnis gibt es dann in der Regel Bürger, die sich wie auch immer zusammenschließen, um dagegen etwas zu unternehmen. Was dann passiet ist jedoch aus meiner Sicht ein Phänomen: Der Bürgermeister als Verantwortungsträger schwenkt plötzlich über auf die Seite der Bürger, zeigt Verständnis und spielt das Unschuldslamm. Schuld sind dann in den meisten Fällen die anderen, wie beispielsweise das Land oder der Landkreis. Liebe Bürger lasst euch nicht veräppeln. Der Teilflächennutzungsplan ist auftragsgemäß von einem Planungsbüro erarbeitet worden, welches in Schönwalde nicht unbekannt ist. Der Auftraggeber ist die Gemeinde unter Führung des Hauptamtlichen Bürgermeisters. Schon diese Tatsache schließt quasi aus, dass jemand anderes für die in Rede stehenden Eignungsgebiete zur Errichtung von Windkraftanlagen in Schönwalde Verantwortung trägt. Ebenso trägt Herr Oehme die Verantwortung für den rechtzeitigen und vollumfänglichen Informationsfluss an die betroffene Bürgerschaft, der regelmäßig nur sehr unzulänglich erfolgt. Einwohnerversammlungen sind dabei - kommunalrechtlich betrachtet - ein gutes Instrument. Alles in allem ist es einfach nur schade, dass nicht frühzeitig um Verständnis für diese Form der erneubaren Energiegewinnung in der Bürgerschaft geworben wurde. Denn mir sind beispielsweise Windkraftanlagen allemal lieber als Atomkraftwerke. Und ich gehe davon aus, dass ich damit nicht die Einzige bin.

Uwe Abel 24.02.2012 - 18:45:22

Windkraft aber richtig

@maunel Ja, das Thema Speicherung ist ein großes Problem. Ein vernünftiges Konzept scheint es nicht zu geben ich bin ein Gegner von diesen riesigen Parks. Ich steh eher für ein Dezentralisierung. ein Monopolstellung sollt vermieden werden um nicht wieder Abhängigkeit zu schaffen. Auch glaube ich, das zu viel Windanlagen auf einem Fleck auch nicht gut für die Natur sind.

Rainer Trostmann 24.02.2012 - 12:04:28

Wat mut dat mut

So sagt man bei uns im Norden. Windkraft muss sein, aber bitte nicht überall und nicht gewalttätig um jeden Preis. Über die Eignung des von den Schönwalder Volksvertreter ausgesuchten Geländes kann ich nichts sagen. Will ich auch nicht. Völlig unverständlich ist aber die Art und Weise, in der Herr Oehme mit seiner politischen Mehrheit über die Köpfe der Einwohner entscheidet. Nach den Regeln kommunaler Politik, hätte er die Möglichkeit, ich meine er hätte die Pflicht, eine Einwohnerversammlung abzuhalten, wenn es um Belange geht, die die Bürger in ihrer persönlichen Lebensführung unmittelbar betreffen. Damit könnte sichergestellt werden, dass Bürger rechtzeitig über Entwicklungen informiert werden, dass sie an diesen Entwicklungen mitgestalten können. Indem er das in aller Regel nicht tut, verwehrt er seinen Bürgern den Respekt, mangelt er sie einfach unter. Er bevorzugt die Überraschung der Entscheidung. Völlig unverständlich ist, wenn er dann bei Versammlungen von BI, das Verständnis für deren Anliegen teilt.

Manuel 24.02.2012 - 11:23:24

Windenergie

Statt immer mehr Windräder etc., besteht das Problem doch eher darin die erneuerbaren Energien zu "speichern", um bei wenig Wind/Sonne, den Strom den Strom in die Netze einzuspeisen. Oder gab es dazu etwas neues, außer Forschungsergebnisse ? @ Uwe Abel: Ein wenig Off Topic, aber wie stehen Sie denn zu den Plänen von Offshore-Stromparks ? Bis 2030 sollen ja ca. 10.000 Windräder im Gebiet der Nord- und Ostsee gebaut werden. (Wobei der Ausbau z.Z. auch ziehmlich hinterher hinkt)

Uwe Abel 23.02.2012 - 21:05:50

Zuviel Wind

Achja? Um das mal klar zu stellen. Ich bin grundsätzlich für erneuerbare Energien. Aber nicht so! Wenn man Richtung Nauen fährt sieht man welche Blüten das treibt. Hässlich! Ein Konzept mit Verstand kein Zentralisierung zu Vermeidung einer Monopolstellung. Windräder nur zur Selbstversorgung der Gemeinde. In Schönwalde geht es aber nicht darum, sondern nur drum daraus Profit zu schlagen und das mal wieder auf Kosten der Bürger. Ich kann die Initiative nur zu gut verstehen und unterstütze den Widerstand Uwe Abel

Silvi 23.02.2012 - 12:23:56

Keine Windkraftanlagen in Schönwalde

Eine BI gegen Windkraftanlagen in Schönwalde, da errinnere ich mich an einen Ausspruch von Herrn Platzek, der sinngemäß sagte: Wir sind gegen Atomkraftwerke, gegen Braunkohlekraftwerke, gegen Winfkraftanlagen, aber Strom wollen wir alle. Freunde, tun wir uns zusammen, gründen wir eine BI mit dem Ziel: Nieder mit den Alpen, wir fordern freien Blick zum Mittelmeer.

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