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Studenten der HNE Eberswalde stellen ihre Konzeption für die Entwicklung des Schönower Naturschutzgebiets vor

Faule Wiesen werden ausgemistet

Fabian Sauer / 22.02.2012, 20:00 Uhr - Aktualisiert 11.09.2012, 15:30
Schönow (MOZ) Ein erstes Konzept für die Entwicklung des Naturschutzgebiets "Faule Wiesen" wurde am Dienstag in Schönow vorgestellt. Den Plan erarbeitet haben fünf Studenten der Eberswalder Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE).

Mit Beamer, Laptop und einer anschaulichen Präsentation im Gepäck stehen die fünf jungen Studenten vor den versammelten Schönowern. Zunächst widmen sich Enrico Hübner und Malte Wörding von der HNE ihren Forschungsergebnissen. Zu ihrem Studiengang Regionalentwicklung und Naturschutz gehört auch eine Projektarbeit. "Wir wollten unbedingt etwas machen, das nachwirkt", erzählt der 25-jährige Hübner. So setzte man sich mit der unteren Naturschutzbehörde in Verbindung und kam auf die "faulen Wiesen" als Forschungsobjekt. Rund 1700 Stunden investierten die fünf Studenten in das Projekt.

Zu der Untersuchung der Eberswalder Studenten gehörte zunächst eine umfassende Bestandsaufnahme, nicht nur der Flora und Fauna. So ist das Naturschutzgebiet, das sich entlang des Bahndamms und der Panke erstreckt, für viele Bürger als Naherholungsgebiet attraktiv. "Kinder, Jogger und Fahrradfahrer - da herrscht viel Publikumsverkehr", fasst es Student Malte Wördemann zusammen. Auch landwirtschaftlicher Verkehr, Autos und Motorräder seien nicht selten. So führen die vielen wilden Wege und die geringe Rücksichtnahme dazu, dass immer weniger Rückzugsraum für Pflanzen- und Tierarten der Region bleibt.

Ein weiteres Problem in den "Faulen Wiesen" ist nicht nur nach Bürgermeinung die illegale Müllablagerung. Die Garten- und Siedlungsabfälle, die sich entlang der Wege immer wieder finden, sind eindeutig ein Problem. Dabei hat Student Wördemann gerade für das Abladen von Gartenabfällen nur ein müdes Lächeln übirg. "Das ist eigentlich Ressourcenverschwendung, kompostiert wären die viel nützlicher". Derweil führen gerade die Bioabfälle im Naturschutzgebiet dazu, dass sich neue Pflanzenarten in dem Schutzraum ansiedeln, die nun gerodet werden müssten.

Ebenso zahlreich wie die Missstände sind die Vorschläge der Studenten, dem Abhilfe zu schaffen. Auf der Basis ihrer Ergebnisse, alter Karten und der geplanten Renaturierung der Panke haben die fünf Studenten einen umfangreichen Maßnahmenkatalog aufgestellt, um das Naturschutzgebiet so gut wie möglich zu entwickeln. Sogar mehrere Varianten für ein Wegenetz durch das 40 Hektar große Gebiet liegen vor. Dabei richtet sich ihr Augenmerk nicht nur auf dem Schutz des Areals. Auch die intensive Nutzung durch die Anwohner ist in die Konzeption eingeflossen.

Die Vorschläge der Studenten umfassen die bessere Ausschilderung des Naturschutzgebiets, Führungen und Aktionstage, das Aufstellen von Informationstafeln sowie gezielte Rodung und Müllbeseitigung. Das Wegenetz soll bestimmte Bereiche des Gebiets zusätzlich entlasten.

Bei der anschließenden Fragerunde beschäftigt die Bürger unter anderem die Frage, ob das Naturschutzgebiet wieder so wird, wie sie es in Erinnerung haben. "Früher konnte man dort mal Schlittschuh laufen, aber heute ist alles mit Schilf bewachsen, kommt das weg?", will eine Bürgerin wissen. "Genau das ist die Frage", erwidert Ortsvorsteherin Adelheid Reimann. Nur gemeinsam mit den Bürgern und den angrenzenden Gemeinden lasse sich ein Pflegekonzept finden, ist sie überzeugt. "Den Zustand von vor 20 Jahren wieder herzustellen, dauert aber und kostet", ist das Argument der Studenten. "Wir nehmen lieber, was wir haben und entwickeln es positiv."

"Mir gefällt sehr, was man alles angehen will", findet Brigitte Schneider. "Früher haben wir den Mangel an Naturschutzgebieten beklagt", meint sie. Kritik kommt an der baulichen Erschließung von Gebieten zwischen den beiden Hälften des Naturschutzgebiets.

Die ersten Maßnahmen sollen in diesem Jahr folgen.

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