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Zichow beantragt Fördermittel für Sanierung des denkmalgeschützten Holländers

Bröckelnde Mühlenfassade

Faszinierende Technik: Der Zichower Ortsvorsteher Dietrich Giersch kann sich immer wieder für die komplett erhaltene und funktionstüchtige Innenausstattung der Holländermühle begeistern.
Faszinierende Technik: Der Zichower Ortsvorsteher Dietrich Giersch kann sich immer wieder für die komplett erhaltene und funktionstüchtige Innenausstattung der Holländermühle begeistern. © Foto: Oliver Schwers
Oliver Schwers / 26.02.2012, 07:30 Uhr - Aktualisiert 27.02.2012, 06:19
Zichow (OS) Voller Windmühlen steht die Uckermark. Sie liefern Strom für die Steckdose. Doch die Windnutzung ist schon uralt. Von den früheren Mehlmühlen im Landkreis sind nur noch vereinzelt Exemplare anzutreffen. Eines der besterhaltenen steht in Zichow. Sie soll unbedingt gerettet werden.

Der Sturm pfeift derart, dass sich Dietrich Giersch nur mit größter Mühe aufrecht bis zum Mühlenhügel vorkämpfen kann. Der Ortsvorsteher von Zichow hütet den großen schweren Schlüssel für das technische Denkmal, das schon von Weitem als Wahrzeichen des Dorfes aus jeder Richtung erkennbar ist. Im Innern wird es ruhiger. Dicke Backsteinmauern schützen die Etagen vor dem Sturm. Lediglich durch undichte Fenster bröckelt hin und wieder ein Stück Putz.

Beim genaueren Hinsehen erweist sich die Holländerwindmühle - so die genaue technische Bezeichnung - als doch nicht so sicher gegen die Witterung. Vor allem die sogenannte Wetterseite kämpft mit eindringender Nässe. Der heftig einsetzende Frost schadet mittlerweile dem Gemäuer. Das Eis sprengt den Backstein auseinander. Die Fassade zeigt deutliche Spuren des einsetzenden Verfalls.

Doch an eine Sanierung ist angesichts der Zichower Haushaltssituation nicht zu denken. Das Dorf hat sich jetzt schon durch dauernde Zuschüsse für das leer stehende Schloss - ebenfalls ein Baudenkmal - sowie für den angrenzenden Technikhof finanziell übernommen. Allein die Beseitigung von Altlasten aus DDR-Tagen kostete über 140 000 Euro.

Jetzt baut Ortsvorsteher Dietrich Giersch auf eine unverhoffte Hilfe. Bei einem Besuch von Uckermark-Landrat Dietmar Schulze wurde die Idee geboren, die dringend notwendige Sanierung über eine Förderung durch das Landesamt für ländliche Entwicklung zu starten. Das Wichtigste: Zuerst müssten undichte Fenster repariert, Mauerfugen verputzt, ausgefrorene Steine ausgewechselt werden. Danach hätte die Feuchtigkeit kaum noch Chancen, ins Innere des Gebäudes vorzudringen.

Erhaltenswert ist das Denkmal auf jeden Fall. Denn die komplette Technik befindet sich nahezu unberührt im Originalzustand und funktioniert. Was fehlt, sind lediglich die eigentlichen Mühlenflügel, die einst bei einem Sturm abbrachen und vom Müller nie wieder erneuert wurden. Stattdessen betreibt ein Elektromotor die gesamten Mahlgänge. "Mich hat diese Technik schon immer begeistert", sagt Dietrich Giersch. "Deshalb werde ich mich, solange ich kann, für die Erhaltung der Mühle einsetzen."

Erste Testversuche, das Denkmal wieder öffentlich zugänglich zu machen, waren 2005 ein enormer Publikumserfolg. Danach gab es Wiederholungen mit Führungen und einem regelrechten Fest. Und das steht auch 2013 wieder bevor. Dann feiert Zichow seinen 725. Geburtstag. Wenn es nach Dietrich Giersch geht, könnte man aus diesem Anlass schon mal den gewaltigen Motor in Gang setzen. Außerdem bietet sich das hohe Gebäude geradezu an, mit Leuchtsymbolen oder auffälliger Dekoration auf das Jubiläum aufmerksam zu machen.

Rund 85 000 Euro würde die Sanierung der wichtigsten Mühlenteile kosten. Rund 30 000 davon muss die Gemeinde aufbringen. Die Abgeordneten stehen dahinter. Sie haben dabei auch den im Bau befindlichen Uckermark-Radweg im Hinterkopf, der unmittelbar an der Holländermühle vorbeiführt. "Diese Chance dürfen wir auf keinen Fall verpassen", sagt Dietrich Giersch. "Diese Attraktion am Rande des Weges bringt uns mit Sicherheit Touristen.

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