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Leck in Biogasanlage

2000 Kubikmeter gärende Substanzen sind ausgelaufen: Nur knapp konnte verhindert werden, dass die Suppe in den nahen Ruppiner See läuft.
2000 Kubikmeter gärende Substanzen sind ausgelaufen: Nur knapp konnte verhindert werden, dass die Suppe in den nahen Ruppiner See läuft. © Foto: MZV
Daniel Dzienian / 03.03.2017, 17:23 Uhr
Wuthenow (RA) Zu einer schweren Havarie ist es am Donnerstag in der Biogasanlage Wuthenow gekommen. Rund 2000 Kubikmeter Gärreste sind in die Umgebung ausgelaufen.

Am späten Nachmittag war laut dem Umweltamt des Landkreises eine Dichtung an einer Zuflussleitung des Endlagerbehälters gebrochen. Die Behörde sprach einen Tag später von "erheblichen schädlichen Boden- und Gewässerverunreinigungen."

Die ausgetretene Menge ist in etwa so viel, als stünde der komplette Braschplatz in der Neuruppiner Innenstadt 20 Zentimeter unter Wasser. Die gärenden Substanzen flossen sowohl in Richtung Straße als auch auf einen Graben zu, der einen Zulauf zur Lanke des Ruppiner Sees hat. Die Neuruppiner Feuerwehr hatte große Mühe, mit Sandabsperrungen den Zufluss in den See zu verhindern. Sie war mit sechs Fahrzeugen und 26 Mann im Einsatz. Zudem hatten die Rettungskräfte die Aufgabe, durch ständige Messungen zu überwachen, dass Helfer nicht durch giftige Schwefelwasserstoffe, die beim Gären entstehen, gefährdet werden. Die Untere Wasserbehörde bescheinigt neben der Feuerwehr auch dem Betreiber der Anlage und dem Neuruppiner Ordnungsamt "eine schnelle und zielsichere Reaktion". Diese habe "der Gefahr für den Ruppiner See zuverlässig entgegengewirkt". Eine Stellungnahme vom Betreiber zu dem Vorfall, der Biogas Produktion Wuthenow GmbH, war am Freitag bis Redaktionsschluss nicht zu bekommen.

Anwohnerin Gabi Conrad zeigte sich gegenüber dem RA sehr besorgt. "Die ausgelaufene Gülle stoppte kurz vor unserer Grundstücksgrenze", sagte sie. "Was wäre, wenn das alles nachts passiert und von niemandem aufgehalten worden wäre?" Sie kritisiert seit Langem die Anlage als zu überdimensioniert und zu nah an der Wohnbebauung. Die Biogasanlage hat ein Fassungsvermögen von mehr als 5000 Kubikmetern. Ein Haus war durch die ausgelaufenen Substanzen zeitweise komplett von der Zufahrt abgeschnitten.

Wie groß die Gefahr für Pflanzen, Tiere oder das Grundwasser in dem Gebiet ist, dazu teilten die Behörden zunächst keine Einzelheiten mit. Es hieß lediglich, die Arbeiten zur Sanierung würden begleitet. (Kommentar)

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