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Wirtschaftsempfang im Amt Neuhardenberg widmet sich dem Zusammenwirken von Politik und Wirtschaft

Von Einkaufsmarkt bis Energiewende

Silke Müller / 13.03.2012, 06:52 Uhr
Neuhardenberg (MOZ) Das Zusammenwirken von Kommunalpolitik und Wirtschaft war Hauptthema des diesjährigen Wirtschaftsempfanges des Amtes Neuhardenberg im Schloss. Etwa 100 Gäste haben am Sonntag daran teilgenommen.

Schon vor dem Empfang wurde deutlich, dass es Politik und Wirtschaft ums gemeinsame Gestalten geht: „Man soll die Dinge so nehmen, wie sie kommen. Aber man sollte auch dafür sorgen, dass die Dinge so kommen, wie man sie nehmen möchte.“ Ob und wie die Worte des auf der Einladungskarte zitierten Schriftstellers und Schauspielers Curt Goetz umzusetzen sind, stand im Mittelpunkt des offiziellen Teils.

Amtsdirektorin Grit Brinkmann verdeutlichte, dass sich kommunalpolitische Entscheidungen immer auch wirtschaftlich auswirken. Das gelte nicht nur, wenn es um die Höhe von Gewerbesteuern gehe oder um Flächennutzungspläne, sondern auch bei ganz praktischen Vorhaben wie der Auftragsvergabe oder auch dem Straßenbau, erklärte sie mit Blick auf die B167-Dauerbaustelle Gusow. Ein permanenter Dialog zwischen Politik und Wirtschaft sei notwendig, damit beide die Interessen des anderen kennen und sich in ihrem Tun daran orientieren könnten. „Wir wollen starke Unternehmen, die Arbeitsplätze sichern oder schaffen, denn dies bedeutet zugleich auch gesellschaftliches Leben im Ort“, so Brinkmann.

Kerstin Kaiser, die für den aus privaten Gründen verhinderten Landesfinanzminister Helmuth Markov gekommen war, bekräftige die Worte der Amtsdirektorin. Die Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag befürwortete verantwortungsvoll agierende Unternehmen, solche, „die die Leute so bezahlen, dass sie davon leben können, und die sich bei unternehmerischen Entscheidungen nicht zuerst an einer möglichen Förderung orientieren“. Die Landespolitik versuche, dafür Rahmenbedingungen zu schaffen. Dazu gehöre die neue Vergabeordnung, die eine Auftragsvergabe an einen Mindestlohn von momentan 7,50 Euro koppele und damit auch an soziale Kriterien.

Dass sich wirtschaftliche Projekte trotz politischer Befürwortung und möglicher Förderung nicht im Selbstlauf entwickeln, daran erinnerte Amtsausschussvorsitzender Hans-Hermann Kain. Vor Jahresfrist habe man an gleicher Stelle zwei Vorhaben präsentiert. Während die Eröffnung des neuen REWE-Marktes in Neuhardenberg mitsamt seines Umfelds als Erfolgsgeschichte zu werten sei, so Kain, scheine dagegen der Solarpark Gottesgabe gescheitert zu sein. Kain mahnte auch mit Blick auf die in Neuhardenberg diskutierte „energieautarke Gemeinde“ bei allen Vorhaben eine stets kritische Abwägung der Methode an, die letztlich zum Ziel führe.

Auch vor diesem Hintergrund skizzierten zwei Vertreter der Wirtschaft ihre aktuellen Vorhaben in der Gemeinde Neuhardenberg: Der Österreicher Rudolf Haas, Vorstand der ENFO AG, warb für die Idee einer energieautarken Gemeinde. Sein Plan ist es, regionale Potenziale für erneuerbare Energien zu erschließen, Flächen und Standorte zu vermitteln und die Akteure zu einem Netzwerk zusammenzuführen. „Wir bauen nicht selbst, wir suchen nach den besten Partnern“ erklärte er das praktische Umsetzen der Pläne, die mit der künftig deutlich gekürzten Förderung von Solarstrom jedoch einen ersten Dämpfer erhalten hätten.

Der Schweizer Gilbert Herren präsentierte sein Vorhaben, das Altfriedländer Herrenhaus als Fahrrad-Herberge zu nutzen. Ergänzend seien eine Kaffee-Schaurösterei, ein Konsum mit Fahrradartikeln, ein Käse-Verkaufskeller sowie ein für Familienfeste nutzbarer Weinkeller, ein Gedenkraum für die Frau von Friedland und Gemeinschaftsräume samt Kleinkunstangebot geplant. Das Gutshaus solle sich damit in das öffentliche Leben auf dem Kloster-Areal einordnen. Die erneut vakante Klosterschenke, die Herren Ende April als Pächter wieder eröffnen will, werde für den Gesamtkomplex die Versorgung übernehmen.

Beide Vorhaben wurden in offenen Gesprächsrunden bei Kaffee und Häppchen nach dem offiziellen Teil weiter diskutiert. Neuhardenbergs Bürgermeister Mario Eska erklärte dabei, dass Wirtschaftsförderung ein stetiger Prozess sein müsse und sich nicht auf jährliche Höhepunkte wie den Wirtschaftsempfang beschränken dürfe.

Morgen wird weiter diskutiert: Beim kommunalpolitischen Stammtisch um 19 Uhr im Sportlerheim Neuhardenberg wird es erneut um die energieautarke Gemeinde gehen.

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