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Bernauer Imkerverein gehört zu den ältesten Brandenburgs / Heute feiert er seinen 160. Geburtstag

Unentbehrliche Honigbienen

Imkerarbeit: Bevor die Flugsaison der Bienen richtig losgeht, gibt es einiges zu tun. Die Jungimkerinnen Ines Rühl (l.) und Madeleine Sloma haben aus einem Bienenstock in Schönow eine Wabe herausgenommen, um die Bienenvölker zu kontrollieren.
Imkerarbeit: Bevor die Flugsaison der Bienen richtig losgeht, gibt es einiges zu tun. Die Jungimkerinnen Ines Rühl (l.) und Madeleine Sloma haben aus einem Bienenstock in Schönow eine Wabe herausgenommen, um die Bienenvölker zu kontrollieren. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Brigitte Horn / 16.03.2012, 21:50 Uhr
Bernau (MOZ) Seit nahezu 40 Millionen Jahren gibt es Bienen auf dieser Welt. 160 Jahre davon widmen sich in Bernau Imker im Verein um die fleißigen Insekten. Der Imkerverein Bernau und Umgebung ist am 17. März, also am heutigen Sonnabend, vor 160 Jahren gegründet worden.

Er zählt damit zu den ältesten Imkervereinen im Land Brandenburg. Dieses Jubiläum wird zu einem Zeitpunkt begangen, da es im Verein aufwärts geht, indem beispielsweise das Durchschnittsalter sinkt. Der 2. Vorsitzende der Bernauer Imker Harald Krause freut sich, dass es wieder mehr junge Leute gibt, die sich der Imkerei widmen. Nach der Wende hätten viele aufgehört, weil der Markt für den Honig weggebrochen sei. Damals gab es nur noch 24 Imker. "Geblieben sind die alten Haudegen", sagt er. Die seien inzwischen natürlich auch älter geworden und so sei das gegenwärtige Durchschnittsalter von 60 Jahren schon ein Erfolg. Die Zahl der Imker ist auf 36 gestiegen.

Doch im 160. Jahr der Existenz des Vereins habe man auch mit Problemen zu kämpfen, insbesondere mit Krankheiten und Verlusten bei Bienen. Krause macht zum Teil das Agieren großer Agrarkonzerne verantwortlich. Das sei nicht der Bauer vor Ort, der den Pflanzenschutz so betreibt, dass er den Bienen nicht schade. Die, die als Dienstleister für die Konzerne auf den Äckern arbeiten, wüssten oft gar nicht genau, was sie da ausbringen. Die Landschaften werden auch immer mehr ausgeräumt, dass die Feldraine mit Wiesenblumen im Speisezettel der Bienen fehlen. Diese Chemie führe zu einem schleichenden Bienensterben. Dazu kommen noch die Verluste durch die vor Jahren eingeschleppte Varroa-Milbe. "Das wirkt natürlich besonders beim Imkernachwuchs demotivierend", sagt Krause. Aber der Verein bietet immer wieder Nachwuchskurse an. "Die Jüngeren gehen ja oft in die Imkerei aus Umwelt- oder Naturschutzgründen, dennoch erreichen wir nicht die Menge von einen Bienenstock auf einem Quadratkilometer." Dabei kann man die Existenz gesunder Bienenvölker für die Menschen nicht hoch genug einschätzen. Experten zitieren in dem Zusammenhang gern Albert Einstein. Der hatte gesagt, dass die Menschen nur noch vier Jahre leben könnten, wenn es keine Bienen mehr gäbe.

Auch lange vor Albert Einstein schätzten die Menschen die Honigbiene. So auch die, die sich am 17. März 1852 unter der Leitung des Bernauer Predigers Friedrich Christian Heinrich Göroldt im Gasthaus des Braueigners Kaiser in Bernau zur Gründung des Bernauer Vereins für Bienenzucht versammelten. 26 Imker aus 16 Ortschaften haben daran teilgenommen. "Maßgeblich für die Gründung dieses Vereins waren die neuen Erkenntnisse im Bereich der Bienenzucht, wie die Weiterentwicklung der beweglichen Wabe oder die Anwendung der ersten Honigerntemaschine", erklärt der heutigen Vizevorsitzende des Vereins. Dabei sei die Bienenhaltung in Bernau weitaus älter. Alte Stadtchroniken berichten, dass bereits 1775 in Bernau 71 Bienenvölker gezählt wurden. Dieser langen Tradition fühlt sich auch der heutige Imkerverein Bernau und Umgebung e.V. verpflichtet.

Übrigens: Für ein Glas Honig müssen Arbeitsbienen rund 40000-mal ausfliegen und legen dabei eine Entfernung zurück, die der Wegstrecke dreimal um die Erde entspricht. Sie besuchen dabei zwei bis sieben Millionen Blüten.

Anmeldung zum Anfänger-Seminar unter Tel. 03338 3170.

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