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Seelow würdigt den jahrzehntelangen Einsatz von Richard Priemuth für seine Stadt

Der Allround-Ehrenamtler

Im Seelower Ehrenbuch: Stadtverordnetenvorsteher Jörg Menz (l.) unterzeichnete den Eintrag von Richard Priemuth.
Im Seelower Ehrenbuch: Stadtverordnetenvorsteher Jörg Menz (l.) unterzeichnete den Eintrag von Richard Priemuth. © Foto: Johann Müller
Doris Steinkraus / 20.03.2012, 21:12 Uhr
Seelow (MOZ) Richard Priemuth ist ein Allround-Ehrenamtler. Wo immer Hilfe nötig ist, springt er ein. Die Stadtverordnetenversammlung würdigte den langjährigen Linken-Abgeordneten am Dienstagabend mit der Eintragung ins Ehrenbuch von Seelow. Für ihn war es ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk.

Den pensionierten Lehrer kennt jeder in Seelow, der irgendwie im gesellschaftlichen Leben mitmischt. Eigentlich könnte er mit seinen 78 Jahren - Richard Priemuth feierte am 19. März Geburtstag - langsam ruhiger treten. Doch das ist nichts für ihn. "Wer rastet, der rostet" lautet sein Lebensmotto. Viele Gleichaltrige setzen den Spruch anders um - sie gehen auf Reisen, gönnen sich schöne Dinge, treffen Freunde, schalten ab.

Richard Priemuth kann und will nicht nur in seiner ganz privaten Welt aktiv sein. Immer gibt es irgendwo "Baustellen", auf denen er helfen muss. Im Behindertenverein etwa. Als der auseinander zu brechen drohte, weil sich kein Vorsitzender mehr fand, sprang er sofort ein. Er half, die Vereinsmaschinerie wieder zum Laufen zu bringen. Er gehört noch heute dazu, ist aber inzwischen in die zweite Reihe gerückt. Denn es gibt noch andere Felder, die der Geehrte beackern muss.

Richard Priemuth war einer der Ersten, die sich bereit erklärten, als Sicherheitspartner in der Stadt auf nächtliche Streife zu gehen. Bis heute ist er in dieser Mission in Seelow unterwegs. Seit 1995 betreut er zudem einen Seelower, hat ihn zurück geholt ins Leben, hilft ihm bei der Bewältigung einfachster Alltagsaufgaben. Er beobachtete ihn in seiner Nachbarschaft, sah genauer hin und war entsetzt von den katastrophalen Lebensbedingungen des Mannes. Er übernahm sofort Verantwortung, wurde offiziell Betreuer für den geistig behinderten Mann.

Die Arbeit im Stadtverband der Linken, als Abgeordneter, als Mitglied im Schützenverein, als Schöffe am Sozialgericht, als Ansprechpartner für Rentner bei Problemen mit Antragsverfahren, als Mitglied in der Sodi-Gruppe Seelow, im Förderverein der Kindervereinigung, in der Lebenshilfe, im Seniorenverband - die Liste des Wirkens von Richard Priemuth ist außerordentlich lang. Und trotzdem findet er noch Zeit, um sich an einem Buchprojekt des Frankfurter Vereins "My Life - erzählte Zeitgeschichte" zu beteiligen.

Das Buch "Gemeinsam sind wir stärker" erzählt zwölf Beispiele aus der Mitte der Gesellschaft - Lebensgeschichten gestandener Leute, vom Miteinander von Alt und Jung. Richard Priemuth hatte viel zu berichten.

Nach Rainer Drost, dem ehemaligen Geschäftsführer der Seelower Wohnungsbaugesellschaft, der posthum ins Ehrenbuch eingetragen wurde, ist Priemuth der Zweite auf diese Weise Gewürdigte. Stadtverordnetenvorsteher Jörg Menz (FDP) hat die Eintragung im Ehrenbuch gestern Nachmittag im Dienstzimmer von Bürgermeister Jörg Schröder im Beisein von Richard Priemuth, Jörg Schröder sowie der Fraktionsvorsitzenden im Stadtparlament unterzeichnet. "Ich betrachte die Eintragung als große Ehre und werde mich, so lange es meine Gesundheit erlaubt, auch weiterhin in der Stadt engagieren", versicherte Richard Priemuth.

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