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Finanzielle Bedenken / Hilfe aus Berlin und Warschau erhofft

Slubice plant vorerst ohne Straßenbahn

Annette Herold / 21.03.2012, 21:07 Uhr
Frankfurt/Slubice (MOZ) Der Bau einer grenzüberschreitenden Straßenbahnlinie scheint in weitere Ferne gerückt. Slubices Vize-Bürgermeister Piotr Luczynski sagte, das Vorhaben sei für Slubice nicht finanzierbar. Man wolle stattdessen einen Bus. Die deutsche Seite hofft indes auf Hilfe aus Berlin und Warschau.

Zurückhaltend hat die Frankfurter Rathausspitze gestern auf die Slubicer vorläufige Absage an die Straßenbahn reagiert. "Wir halten an der vereinbarten Doppelstrategie fest. Wir starten als Pilotprojekt mit einer Buslinie und prüfen dann, wie wir gemeinsam langfristig eine Straßenbahnverbindung aufbauen können. Wichtig ist, dass ein solches Projekt juristisch sauber ist", sagte Oberbürgermeister Martin Wilke (parteilos). "Wir werden alles tun, damit die Menschen bald nicht nur zu Fuß oder mit dem eigenen Auto, sondern auch mit dem Öffentlichen Nahverkehr wieder an das jeweils andere Ufer der Oder gelangen können."

Slubices stellvertretender Bürgermeister Piotr Luczynski hatte am Dienstagabend bei einer Sitzung im Slubicer Rathaus deutlich gemacht, dass die Kommune aufgrund finanzieller Schwierigkeiten auf den Bau einer Straßenbahnlinie verzichten wolle. "Wir hätten gern sehr viel, aber wir müssen auch mit unseren Kräften haushalten", sagte er. Selbst bei einer aus Brüssel avisierten Förderung von 85 Prozent sei das Vorhaben für die Stadt nicht finanzierbar. Slubice halte nach wie vor an einer grenzüberschreitenden Buslinie fest. Die zunächst gemeinsam mit Frankfurt verfolgte Doppelstrategie, zunächst den Bus und dann die Tram fahren zu lassen, sei für Slubice vom Tisch. Auf die Frage, ob das eine endgültige Absage an die Straßenbahn sei, antwortete Luczynski: "Man sollte niemals nie sagen. Wir wissen doch nicht, wie es in mehreren Jahren hier aussieht." Mit Bürgermeister Tomasz Ciszewicz und dem Slubicer Stadtrat sei er sich in diesen Fragen einig.

In Frankfurt hofft man indes auf Hilfe aus Warschau und Berlin. Am 18. April finde eine Sitzung des zuständigen Ausschusses der deutsch-polnischen Regierungskommission statt, zu der beide Städte eingeladen seien, kündigte Sören Bollmann, Leiter des Frankfurt-Slubicer Kooperationszentrums, an.

Kritik kam von der Bürgerinitiative Pro Tram. Deren Vertreterin Sahra Damus rügte, dass beide Städte nicht längst einen Förderantrag gestellt haben. Einer im vergangenen Sommer vorgestellten Studie zufolge ist der Betrieb einer Straßenbahnlinie mit EU-Förderung wirtschaftlicher als der eines Linienbusses. Damus erinnerte auch daran, dass die vorläufige Einführung einer Buslinie auch damit begründet worden ist, dass sie sich rechtlich einfacher umsetzen lasse als die Tram. "Wir sehen jetzt, dass das nicht so ist." Michael Ebermann, Chef der Stadtverkehrsgesellschaft, sagte gestern, das Unternehmen sei auf den Busbetrieb vorbereitet.

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Jemand 28.03.2012 - 22:01:22

"Wer soll das bezahlen? Wer hat so viel Geld..."

Zitat: "Wir hätten gern sehr viel, aber wir müssen auch mit unseren Kräften haushalten" Warum hört man solche Töne so selten aus dem Frankfurter Rahthaus? Zitat: "Einer im vergangenen Sommer vorgestellten Studie zufolge ist der Betrieb einer Straßenbahnlinie mit EU-Förderung wirtschaftlicher als der eines Linienbusses." Juhu!! Sie verursacht xx mio weniger NEUE Schulden, BIS! die EU-Förderung ausläuft, dann ist sie plözlich viel viel teurer aber dann sind alle Messen gesungen, die Verantwortlichen genießen ihren wohlverdienten Ruhestand und die nächste Generation darf sich über dieses ERSPARNIS freuen.

gerhard lauterbach 27.03.2012 - 12:43:38

Hallo Herr Lenden,

mal so ganz nebenbei. Wäre das Rathaus in seiner Gesamtheit ein privatwirtschaftliches Unternehmen, so hätte es spätestens nach diesem geschossenen Bock Konkurs anmelden müssen. Aber die Stadtverordneten haben ja den Bürger und Steuerzahler im Rücken und dieser kann nach Herzenslust gemolken werden. Dieser Umstand dürfte wohl die Erklärung dafür sein, weshalb so viele Leute, die zu sonst zu nix zu gebrauchen sind, in eine politische Machtposition drängen. Hier dürfen sie ungestraft Schaden zum Nachteil der Bürger anrichten. - Eines muß man Ihnen aber zu Gute halten. Sie sind der einzige Stadtverordnete der sich hier zu Wort gemeldet hat, während die restlichen "Volksvertreter" feige abtauchen.

froonk22 26.03.2012 - 21:57:56

Zahlungseingang

Ob wir jemals erfahren wann das Geld in der Frankfurter Stadtkasse eingeht? Sagen Sie uns Bescheid Herr Lenden oder ist dann Ihre "Amtszeit" vorbei?

Josef Lenden 26.03.2012 - 20:55:19

@Nachdenker

Nein, die Summe ist noch nicht von Slubice bezahlt worden. Allerdings ist die Summe im Haushalt 2012 eingestellt worden und bedarf nur noch in Slubice einiger Formalitäten. Danach wird es Geld überwiesen.

Roland Totzauer 26.03.2012 - 16:44:05

@Kurzwelly

Werter Herr Kurzwelly, ich empfehle Ihnen den MOZ-Artikel vom 12. Januar 2011: http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/276674/ In diesem Interview sagte der neue Slubicer Bürgermeister Tomasz Ciszewicz u.a.: "Allerdings glaube ich nicht, dass das eine Straßenbahnverbindung sein muss. Darauf ist Slubice nicht vorbereitet. Die Straßen sind zu eng dafür, auch für große Autobusse. Ich denke, dass kleine Autobusse fahren sollten." Spätestens nach diesem MOZ-Interview wussten alle Frankfurter, die regelmäßig diese Tageszeitung lesen, was Sache ist. Ich bedauere die politische Naivität des Pro-Tram-Grüppchens, die letztendlich großen politischen Schaden in Frankfurt und Slubice angerichtet hat.

Nachdenker 26.03.2012 - 08:30:08

Anmerkung

Wer hat Informationen darüber, ob die Slubicer ihren Kosten-Anteil des Straßenbahngutachtens schon bezahlt haben? So weit ich mich erinnere, wurde der ja erstmal von der deutschen Seite übernommen.

paul wust 26.03.2012 - 07:53:30

Viel Porzellan zerschlagen

Lieber Herr Kurzwelly, Zitat aus Ihrem Kommentar: "Am 20.03.2012 hat also der stellv. Bürgermeister von Słubice das erste Mal kommuniziert, dass der Stadtrat sich bereits vor einem Jahr gegen die Tram entschieden habe." Ob es immer zweckmäßig ist, die Schuldigen direkt zu benennen, mag dahin gestellt sein. Aber irgendwann hat auch jede Diplomatie ein Ende und somit sitzen die Schuldigen in den Rathäusern links und rechts der Oder. In Slubice hat man mit gezinkten Karten gespielt und nicht den Mut aufgebracht der Frankfurter Seite von Anfang an reinen Wein einzuschenken. Im Frankfurter Rathaus hingegen hat man sich der Illusion hingegeben, unser ständiges Werben und Bauchpinseln wird die polnische Seite schon überzeugen. Durch das Verhalten auf beiden Seiten ist nun viel Schaden entstanden, so wohl in finanzieller Hinsicht, als auch das Porzellan des "sich gegenseitig vertrauen können" zerschlagen worden. Diese Erfahrung dürfte der weiteren guten Zusammenarbeit und dem Bürgerengagement zunächst nicht gerade dienlich sein und das ist schade. Bleibt nur zu hoffen, dass die Blauäugigkeit der Frankfurter Stadtverordneten nicht seine heilsame Wirkung verfehlt. Vielleicht kann man sich nun wenigstens, auf die Minimalvariante einer grenzüberschreitenden Buslinie endlich einigen.

Froonk22 26.03.2012 - 05:51:24

Lauf dich gesund

http://www.laufdichgesund.de/ Warum für einen unbeliebten Verein (Slubfurt - siehe DiBaDu) Werbung machen oder Fahrgemeinschaften bilden? Lieber "Lauf dich gesund" - den Köper und die Gesundheitskasse wird es freuen. Der Weg über die Brücke lohnt sich wirtschaftlich eh bald nicht mehr.

Michael Kurzwelly 25.03.2012 - 20:00:10

@p. wust

Lieber Herr Wust, ich bin bekennendes Mitglied von PRO TRAM und ich möchte an dieser Stelle hinzufügen, dass auch die Słubicer Bürger überrascht waren von den Äußerungen von Herrn Łuczyński waren. Am 20.03.2012 hat also der stellv. Bürgermeister von Słubice das erste Mal kommuniziert, dass der Stadtrat sich bereits vor einem Jahr gegen die Tram entschieden habe. Wie konnten da die polnischen Mitglieder von PRO TRAM Bescheid wissen? Mein Fazit: die Entscheidungsträger der Stadt Słubice haben sich gar nicht erst um finanzielle Unterstütz8ung bemüht, aus welchen Gründen auch immer. Es bleibt zu hoffen, dass das Thema Bus nun mit mehr Verve angegangen wird. Ich bleibe ein Befürworter der TRAM, auch wenn ich denke, dass das derzeit politisch nicht umsetzbar ist. Bürgergesellschaftlich gedacht ist es nun konsequent, nicht mehr auf Entscheidungen aus den Rathäusern oder sonst woher zu warten, sondern ein von unten organisiertes Dolmusch-System einzuführen. Wer macht mit? Z.B. ein Aufkleber des Słubfurter Stadtwappens in der Windschutzscheibe signalisiert: Ich bin bereit, jemanden mitzunehmen... dann würden auch immer mehrere Leute im Auto sitzen, was ökologischer ist.

Frankfurter 25.03.2012 - 10:20:30

Völlig richtig!

@ (Kein)Bewunderer Zitat aus Ihrem Kommentar: "Liest man manche Kommentare der Tramskeptiker, meinte man Pro Tram sei eine Terroristische oder Kriminelle Organisation." In dem Punkt kann man Ihnen völlig Recht geben, denn das Geld der Bürger und Steuerzahler dieser Stadtt zum Fenster hinaus zu werfen ist in der Tat wirklich kriminell.

(Kein)Bewunderer 24.03.2012 - 18:27:58

@P.Wust

Guten Abend, Ihre Antwort macht deutlich, dass es Ihnen nicht leicht fällt, Gelesenes einzuordnen. Ob ich Mitglied von Pro Tram bin oder nicht, ist hier völlig irrelevant. Offenbar haben Sie schon Mühe, sich vorzustellen, dass es Frankfurter Trambefürworter ohne Mitglied von ProTram zu sein. Sie unterschätzen ihre Mitbürger! Liest man manche Kommentare der Tramskeptiker, meinte man Pro Tram sei eine Terroristische oder Kriminelle Organisation. Entgegen dieser Vorstellung handelt es sich aber um engagierte Bürger, die sich für eine Sache einsetzen und dafür kämpfen. Dabei sind Ihnen auch Fehler und Fehleinschätzungen unterlaufen. Es sind auch nur Laien, die die Komplexität des Themas nicht völlig überblicken konnten. Ich bin unserem neuen Bundespräsidenten Gauck dankbar dafür, dass er sich gestern in seiner Antrittsrede zum Thema bürgerschaftliches Engagement äußerte. So sagte er , dass manche es für ,,uncool" hielten sich zu engagieren. Wie recht er hat, erlebt man tagtäglich in Frankfurt(Oder), wo mancher es ,,cooler" findet , wie weiland in der Muppet- Show Waldorf und Statler über alle Bemühungen herzuziehen und alles madig zu machen. Sie sagen in Slubice waren die Würfel längst gefallen und zitieren Herrn Kurzwelly. Kurzwelly ist Künstler, nicht Slubicer Rathaussprecher. Ich bin der Meinung, dass die polnische Entscheidung zu akzeptieren ist, wenn ich auch nicht froh darüber bin. Ich fürchte aber, dass wir eine Chance vergeben. Doch vielleicht muss ich in einigen Jahren einsehen, dass die Entscheidung richtig war. Ärgerlich macht mich nur die Nachkarterei einiger Tramgegner. So der unnötige Kommentar von R.Totzauer. Darauf habe ich etwas scherzhaft geantwortet und mit ,,Bewunderer" unterschrieben, wofür ich von Ihnen verbale Prügel einsteckte, ebenso wie andere Kommentatoren, die wagten, sich als Befürworter zu outen. Daraufhin die Antwort mit ,,Kein Bewunderer". Dass beides keine Klarnamen sind, dürfte selbst der letzte MOZ- Praktikant bemerken. Somit bin ich ehrlicher als jemand, der sich einen gebräuchlichen Namen ausdenkt und unter diesem publiziert!

paul wust 24.03.2012 - 07:14:43

@ Kein Bewunderer

Guten Morgen! Ihre Reaktion zeigt, dass Sie die Vorkommentatoren offensichtlich nicht gelesen, bzw. nicht verstanden haben. Sollten Sie tatsächlich Mitglied der BI Pro Tram sein und Bürger aus Slubice in Ihren Reihen mitwirken, so hätten diese Ihnen (sofern sie Kontakt zu ihren Stadtverordneten hatten) schon seit einiger Zeit sagen können, "...dass in Słubice die Würfel längst gefallen sind." (Zitat Herr Kurzwelly) Ebenso sind Zweifel an meinem Demokratieverständnis unbegründet, denn ich kann bei einer mehrheitlichen Entscheidung für Pro oder Contra einer Strassenbahn sehr gut auch mit oder ohne diese Verbindung leben. Unter dem Strich sollte es aber in Euro und Cent schon einen Sinn machen. Den Vorwurf, das ich nicht mit Klarnamen kommentiere gebe ich gerne zurück, denn mal sind Sie "Bewunderer" und mal "Kein Bewunderer". Also was denn nun? Sollte ich Sie mit meinen Auffassungen zum Thema unbeabsichtigt "geärgert" haben, so entschuldige ich mich natürlich. Schönes Wochenende

Kein Bewunderer 23.03.2012 - 18:44:07

Paul Wust,

Sie kritisieren unter anderem, dass Pro Tram versucht auf die polnische Entscheidung Einfluss zu nehmen. Ich weiß nicht , ob Sie wussten, dass in der BI ,,Pro Tram" auch polnische Bürger mitarbeiten. Ich hoffe, Ihr Demokratieverständnis lässt zu, dass diese sich als Slubicer Wähler auch in die Angelegenheiten ihrer Stadt einmischen dürfen! Dass Sie mich versehentlich in die Stadtverordnetenversammlung wählen, steht nicht zu befürchten, da ich nicht beabsichtige, für diese zu kandidieren. In meiner begrenzten Freizeit habe ich besseres zu tun, als mich mit Ihnen herumzuärgern. Ebenso bin ich im Gegensatz zur MOZ- Redaktion nicht sicher, ob Sie unter Ihrem Klarnamen kommentieren.

Roland Totzauer 23.03.2012 - 18:12:04

@Lenden

Mein Tipp: Ab und zu einen Blick in meine Homepage www.rotofo.de/83prozent werfen. Dort stehen alle statistischen Zahlen der Bürgerbefragung vom 22.01.2006. Laut diesen offiziellen Zahlen haben damals von allen damals 57.659 stimmberechtigten Frankfurtern (= 100%) exakt 17.202 Bürger an der Abstimmung teilgenommen (= 29,82%). Von diesen 17.202 Bürgern haben damals 14.216 Bürger gegen die grenzüberschreitende Tram gestimmt (= 82,99%). Sie, Herr Lenden, operierten hier im Forum bereits zweimal mit der falschen Zahl "23%". Ihre Art, wie Sie hier gegen diese 14.216 Tram-Gegener polemisieren, mich eingeschlossen, spricht für sich. Ich hoffe, die Frankfurter Wähler haben bei der nächsten Kommunalwahl ein gutes Gedächtnis.

Josef Lenden 23.03.2012 - 17:52:04

Antworten

@Wust und @ Jensen Mit der Festlegung der Zahlen zur Volksbefragung will ich nur darauf Hinweisen, dass Herr Totzhauer die Zahl 23% gerne verschluckt. Demokratisch ist das natürlich eine Festlegung. Aber: Die Situationen von 2006( noch mit geschlossener Grenze) und 2009/10 (offene Grenze) hatten eine andere Sichtweise ergeben. Auch waren die Bedingungen für eine erneute Betrachtung der Fördermittel eine andere. Es war und ist also legitim nochmals dieses Thema anzugehen. Das vorliegende Gutachten hat schon seine Berechtigung, da es auch auf rechtliche Fragen eingeht, die sich aus einen grenzüberschreitenen Verkehr ergeben. Auch für die Einführung eines Busses. Allerdings stört mich schon die Höhe der Kosten zu diesem Gutachten.

lupo 23.03.2012 - 14:55:24

@ ZUMBEIL

Antwort für Sie persönlich: Wie wäre es, wenn Brandenburg für die von Polen so gewünschte Bahnverbindung nach Gdansk tatsächlich die Kosten auf seinem Territorium übernehmen würde und die Warschauer Regierung die von deutscher Seite so vehement gewünschte Stassenbahn nach Slubice kostenseitig auf polnischer Seite übernimmt? Nachbarschaft funktioniert nämlich nicht nur über einseitiges Geben, sondern auch über ein Geben und Nehmen. Das wäre der richtige Denkansatz.

paul wust 23.03.2012 - 14:39:49

@ Josef Lenden @ Michael Kuzwelly

Sehr geehrter Herr Lenden, Sie schreiben in Ihrem 2. Kommentar, bezogen auf Herrn Totzauer: " Zudem war das eine Befragung, die ncht bindend für weitere Objektierungen war." Daraus entnehme ich, dass Ihnen als Stadtverordneter das Ergebnis der Befragung der Bürger dieser Stadt letztlich schnurz ist und Sie ohnehin machen was Sie wollen. Auch denke ich, dass Ihre hier zum Ausdruck gebrachte Haltung charakteristisch für Politiker aller Parteien in diesem Land ist. So funktioniert Demokratie jedenfalls nicht. Nun würde ich gerne noch von Ihnen wissen wollen, wer von den Stadtverordneten die Kosten für das zunächst hinfällige Gutachten in Höhe von 120000 Euro übernimmt? Und, "Wann kapierern Sie das?" Sehr geehrter Herr Kurzwelly, zunächst einmal ist grundsätzlich nichts gegen eine grenzüberschreitende Strassenbahn in einem zusammen wachsenden Europa einzuwenden. Wenn aber solche Projekte von deutscher und polnischer Seite nur halbherzig angegangen werden, so braucht man sich jetzt nicht über das Ergebnis wundern. Wo eben nur der Wille ist und nicht das Geld, muß letztlich jedes noch so gut gemeinte Projekt scheitern. Das soll allerdings nicht heißen, dass es in Zukunft nicht irgendwann diese Verbindung geben wird. Alles was in diesem Zusammenhang gelaufen ist, ist zunächst enttäuschend und man kann nur hoffen, dass auch Politiker beiderseits der Oder lernfähig sind und offen und ehrlich mit den Bürgern umgehen.

jörn jensen 23.03.2012 - 14:27:20

@ J. Lenden - Aufschlussreiches Demokratieverständnis

"Es waren 23% bei der Abstimmung und davon waren 83% dagegen. Bleiben Sie bitte bei den wahren Zahlen." Wie hoch war denn die Wahlbeteiligung bei der letzten Wahl zur Frankfurter SVV, durch die Sie, Herr Lenden, ins Stadtparlament gelangt sind? Haben Sie da auch die reale Wählerzahl und die auf Sie entfallenen Stimmen auseinanderdividiert und sind dann zu der Erkenntnis gelangt, das Sie evtl. gar nicht legitimiert sind, Frankfurter Bürger zu vertreten? Wenn "Volksvertreter", wenn es Ihnen gerade in die Argumentationskette passt, solch ein Demokratieverständnis an den Tag legen, ist es verwunderlich, dass überhaupt noch ein Bürger zur Wahl geht. Zudem hat Herr Totzauer hier nicht behauptet, es wäre ein Sieg "von ihm" zu verzeichnen, sondern lediglich festgestellt, dass die Bürgerinitiative "Pro Bus contra Tram", die Entscheidung der Slubicer Politiker begrüßt. Wo ist als Parlamentarier Ihr Problem gegenüber anderen Meinungen und Sichtweisen? "Zudem war das eine Befragung, die ncht bindend für weitere Objektierungen war. Wann kapierern Sie das?" Herr Lenden, der aufmerksame Frankfurter Bürger hat bereits längst, wie Sie es in Ihrer etwas simplen Ausdrucksweise vermitteln, kapiert, dass er wie ein Ochse am Ring herumgeführt wurde: Bürgerbefragung? Aber ja doch, die SVV demonstriert Bürgernähe. Ergebnis unangenehm? Ist ja nicht bindend! Und in ein paar Jahren hat der Pöbel eh alles vergesssen. Wissen ist Macht. Da haben Sie wohl Recht. Aber sich an Aussagen von Politikern zu erinnern, ist definitiv auch sehr hilfreich.

Michael Kurzwelly 23.03.2012 - 12:00:36

Underground Dolmusch-System statt ÖPNV nach Słubice?

Herr Łuczyński hat deutlich gesagt, dass sich die Stadt Słubice bereits vor einem Jahr gegen die Tram entschieden hat, weil das finanzielle Risiko zu hoch sei. Auf dem Hintergrund der hohen Verschuldung der Stadt ist das nachvollziehbar, zumal - darüber wurde am 20.03. auf der Słubfurter Parlamentssitzung gar nicht gesprochen - Słubice alles vorfinanzieren müßte. Das klassische Problem einer EU-Förderung. Ich frage mich allerdings, warum das so nie von beiden Stadtverwaltungen kommuniziert wurde? Die Bürgerinitiative PRO TRAM hatr sich weiter in dem Glauben engagiert, dass es einen Grundwillen zur Tram gibt auf beiden Seiten. Immerhin haben wir jetzt dank der Sondersitzung des Słubfurter Parlamentes Klarheit, aber für die Zukunft wünsche ich eine transparente, offene und ehrliche Diskussion, die den Bürgern nicht verschweigt, was hinter den Kulissen anscheinend längst klar war. Łuczyński hat vom Bus als Frankfurter Linie gesprochen. Ich schließe daraus, dass Frankfurt die Linie bezahlen soll. Vor 2 Jahren hat Cisiewicz einen riesigen Schuldenberg übernommen. Hinzu kam eine Gesetzesänderung in Warschau, die die Sta...dt fast in die Zwangsverwaltung getrieben hätte. Momentan scheinen generell Ausgaben politisch nicht durchsetzbar. Du hast natürlich recht: es bleibt die Frage, warum die Stadt Słubice sich nicht um finanzielle Unterstützung gekümmert hat und warum das erst jetzt kommuniziert wird - und warum redet der OB von FFO noch immer von Doppelstrategie, wenn das eigentlich schon längst vom Tisch ist? Vielleicht sollten wir einfach ein Dolmusch-System einrichten...Bürger nehmen Bürger mit... Die Hoffnung mag zuletzt sterben, aber ich hatte noch weitere Gespräche heute, aus denen für mich deutlich hervorgeht, dass die Frankfurter Seite sich seit Monaten in Hoffnungen ergeht und nicht wahrhaben will, dass in Słubice die Würfel längst gefallen sind. Die einzige Lösung könnte darin bestehen, dass Frankfurt, das Land Brandenburg oder gar der Bund die Vorfinanzierung für den Bau auf Słubicer Seite übernehmen....-aber das halte ich für politisch kaum durchsetzbar. Allerdings ist dies z.B. bei einer Tramlinie von Basel nach Weil am Rhein der Fall. Die Schweiz übernimmt die Kosten, weil die kleine deutsche Stadt das nicht leisten kann und die Baseler Verkehrsbetriebe ein massives Interesse daran haben. Wie wär's? Wer schlägt die Lösung Wilke vor?

Josef Lenden 23.03.2012 - 09:01:09

Wissen ist Macht

Lieber Herr Totzauer, es ist kein Sieg von Ihnen zu verzeichnen. Auch die 83% die Sie immer angeben ist einfach nur geschnörkel. Es waren 23% bei der Abstimmung und davon waren 83% dagegen. Bleiben Sie bitte bei den wahren Zahlen. Zudem war das eine Befragung, die ncht bindend für weitere Objektierungen war. Wann kapierern Sie das? Die Aussagen der Slubicer diese Woche sind zu verifizieren. Man hat dem Projekt Straßenbahn erst einmal eine nachrangige Ordnung zugewiesen. Das wurde auch noch einmal im Gemeinsamen Ausschuss am Mittwoch bestätigt. Es ist also alles beim Alten. Mit dem Bus zieht sich auch immer mehr. Leider. Alles liegt an Warschau.

paul wust 23.03.2012 - 07:33:48

@ ZUMBEIL @ BEWUNDERER

Das nun die Befürworter von Kurzwelly bis Hammer, einer grenzüberschreitenden Straßenbahn Gift und Galle spucken, war zu erwarten. Aber Sie glauben doch wohl nicht im Ernst, dass sich die Stadtverordneten von Slubice in ihrer Entscheidung durch die Meinung eines Herrn Totzauer beinflussen ließen? Vielmehr haben sie angesichts ihrer finanziellen Situation gesunden Menschenverstand bewiesen, der Ihnen allerdings völlig fehlt. Eines können deutsche Politiker besonders gut, nämlich Geld auszugeben das ihnen nicht gehört, oder was sie gar nicht haben. Ebenso wäre es gut, wenn Sie Ihre Meinung mit Klarnamen hier veröffentlichen. So weiß man bei den nächsten Wahlen, wen man auf gar keinen Fall ins Rathaus schicken sollte.

Zumbeil 22.03.2012 - 20:33:14

@ROLAND TOTZAUER

Sicherlich haben sie auch etwas mit der Zugverbindung nach Danzig zu tun. Die steht ja nun leider auch als durchgängige Verbindung in den Sternen. Agieren sie weiter so aktiv und machen sie Frankfurt (Oder) und Umgebung zum "Zonenrandgebiet". Nicht mal als Zwischenstation auf dem Weg zur Fußball- EM 2012 ist Frankfurt (Oder) ausgewiesen. "Liegt der Totzauer auf der Lauer - fahren die Projekte an die Mauer".

Bewunderer 22.03.2012 - 19:05:42

Glückwunsch, Herr Totzauer

zum grandiosen Sieg. Dass er durch andere errungen wurde ist doch nebensächlich oder? Nun werden Sie dringend in Görlitz gebraucht, um dort ein ähnliches Projekt zu verhindern. Nicht auszudenken, wenn die Tram von Görlitz nach Zgorzelec fährt, könnte der Funke überspringen und die Diskussion in Frankfurt und Slubice neu aufleben lassen. Ihr ganzer Kampf wäre vergebens gewesen!

Roland Totzauer 22.03.2012 - 18:06:30

Richtige Entscheidung in Slubice

Die Bürgerinitiative "Pro Bus contra Tram", gegründet 2005, begrüsst die Entscheidung der Slubicer Politiker. Zwar gab es dort bis heute ein langes Hin und Her, einschließlich eines teuren, aber überflüssigen Gutachtens, aber die heutige Slubicer Entscheidung ist richtig und konsequent. Slubice ist überschuldet. Frankfurt hat 2006 mit 83% gegen das Tram-Projekt gestimmt. Die Einrichtung und der Unterhalt einer Tramlinie ist ein teures Prestige-Objekt. Bereits seit 2005 kämpft unsere Bürgerinitiative gegen das Tram-Projekt: www.rotofo.de/83prozent Leider mißachtet sowohl der Frankfurter OB als auch viele Stadtverordnete noch immer den mehrheitlichen Bürgerwillen, der im Januar 2006 zum Ausdruck kam (83%). Mit seiner Erklärung dokumentiert der Frankfurter OB Wilke sein gravierendes Demokratie-Defizit!

paul wust 22.03.2012 - 17:52:13

"Stadt drückt für Tram aufs Tempo"

Artikelauszug aus Frankfurter Stadtbote vom 04.05.2010: ...Projektstudie zum grenzüberschreitenden ÖPNV mit dem Schwerpunkt Straßenbahn. Veranschlagt sind Kosten von
180 000 Euro, die zu einem Drittel von Slubice und zu zwei Dritteln von Frankfurt getragen werden sollen. Nach Worten Peter Edelmanns bestehen gute Chancen auf eine Förderung dieser Kosten – allerdings nur dann, wenn später auch tatsächlich eine ÖPNV-Verbindung geschaffen wird. „Wir wollen das Ergebnis nicht vorwegnehmen und haben uns deshalb dafür entschieden, zunächst keine Fördermittel zu beantragen. Ich gehe aber davon aus, dass das Gutachten auch im Nachhinein förderfähig ist“, sagte der Beigeordnete Peter Edelmann." Dazu eine Anfrage an die Stadtverordneten. Wenn 180000 Euro für dieses Gutachten bezahlt wurden, von weiteren damit verbundenen Kosten mal ganz abgesehen, so beträgt der Anteil Frankfurts immer noch 120000 Euro. Sind die nun in den märkischen Sand gesetzt und werden unter Konto Ulk verbucht? Oder sind diese Kosten durch die EU "auch im Nachhinein förderfähig", sofern auch eine Buslinie eingerichtet wird?

froonk22 22.03.2012 - 16:18:25

Zonenrandgebiet

@ Kurbel, Ihren letzten Satz betreffend, früher nannte man so etwas "im Westen" die Probleme des Zonenrandgebietes. Aber lassen wir den Träumern von Slubfurt ihre Träume,schade nur, dass bei solchen Vereinen "soviel" Steuergeld verplempert wird.

Kurbel 22.03.2012 - 11:11:21

Plan ging auf !

Mit der Herbeiführung einer demagogischen Volksbefragung , angestiftet durch die " Linke " in Frankfurt (Oder) und endlosen Diskussionen , ist das Projekt der Straßenbahn nun wie ein morscher Fischerkahn in der Oder versunken. Die Strategie der Zersetzung und Demontage der Verwaltung durch das "Linke-Führungszentrum" am Zehmeplatz, ist voll aufgegangen. Das war es dann mit dem Alleinstellungsmerkmal "Grenzüberschreitende Straßenbahn". Die Gutgläubigen können nun davon Träumen, dass das nicht ausgegebene Geld für die Straßensanierung in Frankfurt (Oder) ausgegeben wird. Wenn es noch keiner gemerkt hat. Frankfurt (Oder) rutscht immer mehr in die Bedeutungslosigkeit ab.

Gast 22.03.2012 - 10:11:33

ÖPNV wäre wichtig, ob Bus oder Bahn ist egal

Die Strompreise sind offenbar sehr niedrig oder Strom gibt es für die Tram umsonst und auch die Gleisanlagen brauchen kein Geld usw. Wenn es Pro Tram ernst meinen würden mit dem ÖPNV hießen sie Pro ÖPNV. Dann würde man die Innenstadt beruhigen anstatt mit stinkenden Reisenbussen zu "beleben". Was sind das für Leute von Pro Tram? Sind es Nostalgiker die zu hause mit der Spielzeugstraßenbahn spielen? Ob sich eine Strecke lohnt braucht man nur mit einem Bus testen. Buslinien sind schnell umgeleitet oder eingestellt das konnte man die letzten Jahren bei den innerstädtischen Linien beobachten. Aber eine neue Linie einzurichten ist ja total unmöglich, wers glaubt ... Die Tram ist ein Politikum und da geht nicht um Wirtschaftlichkeit oder um Logik. Keine Ahnung warum die diesen Besen gefressen haben. Es geht jedenfalls nicht um den ÖPNV in Frankfurt, der ist vorgeschoben. Den ÖPNV wird man weiter stiefmütterlich behandeln und das Auto fördern, so wie eh und je.

ROESSLGAENGER 22.03.2012 - 09:39:01

Nach vielen Jahren der Rumeierei,

haben unsere polnischen Nachbarn Klartext geredet (natürlich nicht ganz ohne Hintertürchen). Natürlich ist diese Entscheidung zu akzeptieren, niemand auf deutscher Seite hat das Recht sich in polnische Angelegenheiten einzumischen. Natürlich bleibt der schale Beigeschmack, dass es lange den Anschein hatte, Slubice ist für die Straßenbahn, wenn sie sie von deutscher Seite oder europäischer Seite geschenkt bekämen. Das sollen sie mit ihrem Gewissen ausmachen. Ich hoffe, dass die Pro Tram- ler trotzdem weitermachen, denn es gibt in den nächsten Jahren viel zu tun, die Straßenbahn überhaupt in Frankfurt zu halten. Die Bürgerinitiative heißt schließlich ,,Pro Tram" und nicht ,,ProTram für Slubice". Eine gänzliche Einstellung der Straßenbahn in FF wäre ein wahrer Pyrrhussieg der Tramgegner. Gerade bei einer älter werdenden Bevölkerung ist ÖPNV auch in kleineren Städten unverzichtbar. Alles auf Bus umzustellen kostet nicht wenig und bei der Entwicklung von Benzin- und Erdgaspreis weiß keiner, was in 10 Jahren sein wird. Überhaupt: Das Thema Busverkehr nach Slubice: Obwohl in mehreren Gutachten kritisiert, wird er nun doch propagiert, wie erwartet ohne schnellen Erfolg. Man hat ohnehin den Eindruck, dass man sich in Teilen unserer Stadtführung von dem Projekt lieber heut als morgen trennen will. Die Verantwortlichen in der Verwaltung erwecken eher den Eindruck eines unfreiwillig zum Gärtner gemachten Bockes. Alles in allem gilt es nach vorne zu sehen, auch ohne Tram nach Slubice geht die Welt nicht unter, sollten andere Projekte wie die Tram Basel(CH)- Weil a.Rh.(D) oder das inzwischen wieder aufgekommene Görlitz (D)- Zgorzelec(PL) in die Erfolgsspur kommen, sind evtl. ja auch wieder neue Überlegungen hier in FF möglich!

Froonk22 22.03.2012 - 08:43:17

Aus der Traum

Endlich reden die Polen einmal Klartext. @ Herr Lenden, Ihre Entscheidung einer Buslinie nicht zu zustimmen finde ich gut, aber ich dachte da ist schon lange ALLES in "Sack und Tüten". Der Bus fährt doch schon seit Okt. 2011 in den Köpfen der Slubfurter.

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