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Anrainer der Müggelspree geben bei Gewässerschau wichtige Hinweise zur Unterhaltung des Flusses / Pflege nicht in einem Jahr zu schaffen

Krauten soll Fluss mehr Platz bringen

Hindernis: In die Spree gefallenes Astwerk erschwert den Durchfluss der Spree bei Wulkow.
Hindernis: In die Spree gefallenes Astwerk erschwert den Durchfluss der Spree bei Wulkow. © Foto: MOZ
Anke Beißer / 28.03.2012, 20:00 Uhr - Aktualisiert 28.03.2012, 20:02
Fürstenwalde/Erkner (MOZ) Die Untere Wasserbehörde hatte am Montag zur Gewässerschau an die Müggelspree zwischen Großer Tränke und Erkner eingeladen. Dabei konnten auch Anrainer auf Problemstellen hinweisen, die im Zuge der Unterhaltung des Flusses dringend behoben werden sollten. Die letzte Gewässerschau liegt 16 Jahre zurück.

Erich Hentschel, Mitarbeiter im Kreis-Umweltamt, hatte bei der Besichtigung einzelner neuralgischer Stellen an der Müggelspree zwischen Großer Tränke und Erkner einiges zu protokollieren. Neben zahlreichen Behördenvertretern nutzen Anrainer die Möglichkeit, Hinweise zu notwendigen Unterhaltungsmaßnahmen zu geben. Dies sei Anliegen der Schau, sagte Hentschel. So wurde erfasst, welche Probleme die Anlieger sehen. „Wir sind auch über die Gewässerschau hinaus dankbar für jeden Hinweis.“ Als schwierig habe sich bei dem Termin erwiesen, die Gewässerunterhaltung, um die es ausschließlich ging, und das grundsätzliche Abfluss-Management auseinander zuhalten. Die Anlieger fordern eine grundsätzliche Reaktion auf die hohen Wasserstände, was Veränderungen im Management nach sich ziehen muss.

Für die Unterhaltung fasst Hentschel einige Schwerpunkte zusammen. Der gesamte Flusslauf müsse kontinuierlich gekrautet werden. „Das ist aber nicht in einem Jahr zu schaffen, vom Aufwand her und auch von den Finanzen.“ So sollten zuerst die schlimmsten Einengungen beseitigt werden, wo das Rohrglanzgras einen besonders festen Verwuchs gebildet hat. „Der kommt komplett raus, muss ausgebaggert werden.“ Thema Nummer zwei seien die Auflandungen, die sich in Kurven und an Stellen, wo die Fließgeschwindigkeit verringert ist, gebildet haben. Die Sedimentschichten sorgen dafür, dass die Gewässersohle angehoben ist. Diese solle auf ihr normales Niveau abgesenkt werden. „Zwischen Neu Zittau und Freienbrink wird derzeit das Profil des Flussbettes vermessen, werden Erhöhungen festgestellt sowie die Mengen, die rausgeholt werden müssen. „Zudem werden die Kosten kalkuliert“, sagt Hentschel. Ein weiterer Schwerpunkt sind Holzungen im Uferbereich - aber nur abgestorbene Bäume und Äste sollen verschwinden, Ausgleichspflanzungen sind dabei nicht erforderlich.

Anregungen hierfür kamen unter anderem von Karsten Ambrosius aus Wulkow, der auf eine Stelle im nahe gelegenen Bogen verwies. Weitere Hinweise gab Egon Müller aus Mönchwinkel. Er hat festgestellt, dass die Spree seit Jahren verschlammt, was sie flacher macht und auch für die Gewässerökologie nachteilig ist. Zudem rät er zu einem Hochwasser-Umfluter an der Spreebrücke in Mönchwinkel.

Zu Protokoll wurde ebenso die Kritik von Landwirt Volker Schmohl genommen. Durch die Reaktivierung der Altarme und das Einbringen von Furten sinke die Fließgeschwindigkeit, bilde sich an den Stellen ein Rückstau. Das Wasser auf den Wiesen steigt, was seine landwirtschaftlichen Flächen nicht mehr nutzbar macht. „Die Staustufen müssen wieder raus.“

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