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Beim 89. Rehfelder Gespräch wurden die Perspektiven der Ostbahn aufgezeigt

Ab 2016 mit Halt Berlin-Ostkreuz

Wirbt für die Ostbahn: Prof. Hans Joachim Kujaht
Wirbt für die Ostbahn: Prof. Hans Joachim Kujaht © Foto: Dirk Schaal
Dirk Schaal / 30.03.2012, 18:32 Uhr
Rehfelde (MOZ) Rund 50 Gäste zog es am Mittwochabend zum 89. Rehfelder Gespräch in den Bürgersaal. Thema: "Perspektiven an der Ostbahn". Erstmals wurde der breiten Öffentlichkeit ein Konzept vorgestellt, das alle beteiligten Kommunen der Ostbahn in ein gemeinsames rechtliches Boot holen soll.

Ein Europäischer Verbund für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) soll grenzübergreifend soziale und wirtschaftliche Maßnahmen der internationalen Ostbahnanrainer bündeln sowie deren Durchführung koordinieren. Noch schlummernde Potenziale, darunter der für die industriearme ostdeutsche Region wirtschaftlich immer wichtiger werdende Touristikbereich, als auch Formen von ökonomischen Symbiosen könnten geweckt werden. "Deutschland als Hochtechnologiestandort und niedrige Arbeitslöhne in Polen könnten eine interessante Verbindung ergeben", erklärte Prof. Hans Joachim Kujaht, Stadt- und Regionalplaner der Technischen Universität Berlin.

Er und Prof. Michael Rösler arbeiten seit etwa einem Jahr am Konzept des Projektes "Modellregion Eurodistrikt TransOderana EVTZ". Der Name ist dem "Terra Transoderana" entnommen - eine lateinische Bezeichnung für das Grenzland zwischen Brandenburg, Pommern, Großpolen und Schlesien. Ein interkommunales Netzwerk auf internationaler Ebene soll so entstehen. Dieses wird die Wettbewerbsfähigkeit aller Mitglieder stärken, den Lebensraum attraktiver machen und die regionale Identität fördern, sind sich die Planer sicher. Im Verbund können die Chancen auf Fördermittel steigen und die EU wäre dann auch direkter Ansprechpartner.

Momentan befindet man sich noch in einer frühen Gründungsphase, die voraussichtlich im März 2013 mit einer gemeinsamen Vertragsunterzeichnung ihren Höhepunkt finden soll. Gegenwärtig werden von der EU die gesetzlichen Richtlinien für eine EVTZ entbürokratisiert. Ist dies vollzogen, soll die Neugründung durchgeführt werden. Vorgesehene Gründungsmitglieder sind die aktuellen kommunalen kooperativen Mitglieder der IGOB Interessengemeinschaft Eisenbahn Berlin-Gorzów EWIV. Also 13 deutsche und acht polnische Partner, davon drei Landkreise, vier Städte, zwei Ämter und sechs Gemeinden.

Insgesamt umfasst die angepeilte Modellregion eine Gesamtfläche von etwa 7000 Quadratkilometern. Im Vergleich dazu: Berlin ist knapp 900 Quadratkilometer groß. Als Verwaltungssitz hat sich Seelow ins Spiel gebracht und wird momentan auch favorisiert. IGOB-Geschäftsführer Karl-Heinz Boßan gestattete noch einen konkreten Ausblick. So will er sich stark machen, dass Rehfelde neben dem neuen Bahnhof auch einen neuen Bahnsteig erhält. Ab 2016 soll die Ostbahn zudem in Ostkreuz halten, und mit einem Umstieg in die Regionalbahn 24 ist dann der BBI fast direkt erreichbar. Optimistisch zeigte er sich, dass es in dieser Woche noch zu einer Entscheidung kommt, ob wie geplant am 6. Juni der erste Zug von Berlin nach Danzig durchfährt. "Die Ostbahn ist die Lebensader für unseren Ort. Ohne sie wären wir bei Weitem nicht so weit entwickelt", freute sich der Rehfelder Lutz Schwarz. Starker Beifall der Anwesenden gab ihm Recht.

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