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Regionale Politik und Wirtschaft verlangen Erhalt / Krisentreffen mit Matthias Platzeck

Ruf nach Rettung der Kinderstation

Michael Dietrich / 04.04.2012, 09:55 Uhr
Schwedt (MOZ) Ist die Kinderklinik wirklich für immer verloren oder gibt es noch Hoffnung auf eine Wiederbelebung? Vertreter der Industrie und Politiker berieten gestern, was zur Rettung getan werden kann. Ein neues Krisentreffen mit Ministerpräsident Matthias Platzeck ist nach Ostern verabredet.

PCK-Geschäftsführer Jos von Winsen, Vertreter von Leipa, der Unternehmervereinigung, vom Familienbündnis, des Landkreises Uckermark und Bürgermeister Jürgen Polzehl einigten sich gestern im Büro des Landtagsabgeordneten Mike Bischoff auf eine gemeinsame Erklärung der Lokalpolitik und führenden Wirtschaftsbetriebe. Darin wird gefordert, dass das Land den Asklepios-Konzern nicht aus dem Versorgungsauftrag mit einer Kinderstation in Schwedt entlässt.

Ähnlich äußerte sich auch Landrat Dietmar Schulze: "Was wir hier erleben, ist ein Ding aus dem Tollhaus. Drei Tage nachdem die Klinik vorübergehend wegen eines erkrankten Arztes schließen musste, wird verkündet, dass sie dauerhaft geschlossen bleibt. So schnell kann sich kein Konzern einfach aus der Verantwortung ziehen. Gesundheitsministerin Anita Tack steht unterdessen wegen ihrer Duldung dieses Umstands scharf in der Kritik. Ihr Versprechen: "Wir lassen Schwedt nicht im Stich" entpuppte sich nach dem Krisentreffen im Potsdamer Gesundheitsministerium als bloße Not-OP.

Als die Ministerin anschließend die Kooperation mit dem Eberswalder Krankenhaus als Sicherung der medizinischen Versorgung verkaufte, glaubten regionale Politiker, wie Landrat Schulze, Bürgermeister Polzehl und der Landtagsabgeordnete Bischoff kaum ihren Augen. Während eine ganze Region klar die Erwartung formulierte und dafür kämpfen wollte, dass sich der Asklepios-Konzern so schnell wie möglich um eine Lösung, also die Wiederinbetriebnahme der Klinik bemühen müsse, gab die Ministerin der Linken noch Argumentationshilfe für die Schließung. Schließlich seien ja nur wenige Kinder, nach ihren Worten durchschnittlich drei oder vier am Tag, davon betroffen.

Für Mittwoch nach Ostern ist nun ein zweites Krisengespräch in Sachen Kinderklinik anberaumt, diesmal bei Ministerpräsident Matthias Platzeck. Eingeladen wurde dazu die Konzernspitze von Asklepios aus Hamburg.

Ob es wirklich noch ein Rettung für die Kinderstation gibt, ist jedoch mehr als fraglich. Asklepios richtet sich derzeit auf den Betrieb der Telemedizin ein. In der Rettungsstelle sollen ab heute Laptops mit Webcam im Ernstfall eine Konsultation mit Eberswalder Kinderärzten ermöglichen. Die Klinikleitung erklärte, dass sie ohne vorhandene Kinderärzte derzeit keine andere Wahl habe, als sich darauf einzurichten, ohne die Kinderstation weiterzumachen. In der Ärzteschaft wird offen angezweifelt, dass eine Wiederbelebung der Kinderklinik noch möglich ist. Es würde an ein Wunder grenzen, schätzten einige leitende Ärzte ein. Viele Schwedter Bürger und Unternehmen glauben die Beteuerungen des Klinik-Konzerns nicht, dass keine Kinderärzte zu finden seien. Auch die Worte eines Vertreters der Konzernführung in Schwedt, der versicherte, dass die Bezahlung der Ärzte nicht das Problem sei und Asklepios niemals die Absicht gehabt habe, die Klinik zu schließen, stößt weiterhin auf Unglaube.

In die Diskussion der Schließung schaltete sich Klinik-Geschäftsführer Michael Jürgensen auf Facebook ein. Er widersprach, dass die Klinik aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen werde und dem Glauben, dass höhere Gehälter Kinderärzte nach Schwedt bringen würden. "Auch außertarifliche Vergütungen sind verhandelbar. Dazu muss aber jemand auch zu Verhandlungen bereit sein", schrieb Michael Jürgensen. Er appellierte: "Je schlechter wir unsere Stadt reden, umso mehr verringert sich die Chance, dass Fachkräfte hier leben möchten."

l Die Schwedter Kinderklinik verfügt über 20 Betten. Beschäftigt waren zuletzt ein Chefarzt und zwei Assistenzärzte sowie 15 Schwestern und eine Stationsservicekraft.

l Zusätzliche Leistungen zur allgemeinen kinderärztlichen Versorgung: Schulungen für übergewichtige Kinder, Säuglings-Intensivstation, Asthma-Sprechstunde, Kinderkardiologie, Kinderschlaflabor, Präventionsprojekte für Kita-Gruppen und Schulkassen, Babymassagekurse.

l Vorläufig geschlossen am 26. März 2012 nach Krankmeldung von Chefarzt Dr. Vladimir Boldis.

l Bekanntgabe der wahrscheinlich dauerhaften Schließung durch Ministerin Tack: 30. März 2012.

Von Michael Dietrich

Schwedt (MOZ) Ist die Kinderklinik wirklich für immer verloren oder gibt es noch Hoffnung auf eine Wiederbelebung? Vertreter der Industrie und Politiker berieten gestern, was zur Rettung getan werden kann. Ein neues Krisentreffen mit Ministerpräsident Matthias Platzeck ist nach Ostern verabredet.

PCK-Geschäftsführer Jos von Winsen, Vertreter von Leipa, der Unternehmervereinigung, vom Familienbündnis, des Landkreises Uckermark und Bürgermeister Jürgen Polzehl einigten sich gestern im Büro des Landtagsabgeordneten Mike Bischoff auf eine gemeinsame Erklärung der Lokalpolitik und führenden Wirtschaftsbetriebe. Darin wird gefordert, dass das Land den Asklepios-Konzern nicht aus dem Versorgungsauftrag mit einer Kinderstation in Schwedt entlässt.

Ähnlich äußerte sich auch Landrat Dietmar Schulze: "Was wir hier erleben, ist ein Ding aus dem Tollhaus. Drei Tage nachdem die Klinik vorübergehend wegen eines erkrankten Arztes schließen musste, wird verkündet, dass sie dauerhaft geschlossen bleibt. So schnell kann sich kein Konzern einfach aus der Verantwortung ziehen. Gesundheitsministerin Anita Tack steht unterdessen wegen ihrer Duldung dieses Umstands scharf in der Kritik. Ihr Versprechen: "Wir lassen Schwedt nicht im Stich" entpuppte sich nach dem Krisentreffen im Potsdamer Gesundheitsministerium als bloße Not-OP.

Als die Ministerin anschließend die Kooperation mit dem Eberswalder Krankenhaus als Sicherung der medizinischen Versorgung verkaufte, glaubten regionale Politiker, wie Landrat Schulze, Bürgermeister Polzehl und der Landtagsabgeordnete Bischoff kaum ihren Augen. Während eine ganze Region klar die Erwartung formulierte und dafür kämpfen wollte, dass sich der Asklepios-Konzern so schnell wie möglich um eine Lösung, also die Wiederinbetriebnahme der Klinik bemühen müsse, gab die Ministerin der Linken noch Argumentationshilfe für die Schließung. Schließlich seien ja nur wenige Kinder, nach ihren Worten durchschnittlich drei oder vier am Tag, davon betroffen.

Für Mittwoch nach Ostern ist nun ein zweites Krisengespräch in Sachen Kinderklinik anberaumt, diesmal bei Ministerpräsident Matthias Platzeck. Eingeladen wurde dazu die Konzernspitze von Asklepios aus Hamburg.

Ob es wirklich noch ein Rettung für die Kinderstation gibt, ist jedoch mehr als fraglich. Asklepios richtet sich derzeit auf den Betrieb der Telemedizin ein. In der Rettungsstelle sollen ab heute Laptops mit Webcam im Ernstfall eine Konsultation mit Eberswalder Kinderärzten ermöglichen. Die Klinikleitung erklärte, dass sie ohne vorhandene Kinderärzte derzeit keine andere Wahl habe, als sich darauf einzurichten, ohne die Kinderstation weiterzumachen. In der Ärzteschaft wird offen angezweifelt, dass eine Wiederbelebung der Kinderklinik noch möglich ist. Es würde an ein Wunder grenzen, schätzten einige leitende Ärzte ein.

Viele Schwedter Bürger und Unternehmen glauben die Beteuerungen des Klinik-Konzerns nicht, dass keine Kinderärzte zu finden seien. Auch die Worte eines Vertreters der Konzernführung in Schwedt, der versicherte, dass die Bezahlung der Ärzte nicht das Problem sei und Asklepios niemals die Absicht gehabt habe, die Klinik zu schließen, stößt weiterhin auf Unglaube.

In die Diskussion der Schließung schaltete sich Klinik-Geschäftsführer Michael Jürgensen auf Facebook ein. Er widersprach, dass die Klinik aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen werde und dem Glauben, dass höhere Gehälter Kinderärzte nach Schwedt bringen würden. "Auch außertarifliche Vergütungen sind verhandelbar. Dazu muss aber jemand auch zu Verhandlungen bereit sein", schrieb Michael Jürgensen. Er appellierte: "Je schlechter wir unsere Stadt reden, umso mehr verringert sich die Chance, dass Fachkräfte hier leben möchten."

(Lesermeinungen zur

Schließung siehe Seite 17)

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Minka 10.04.2012 - 18:26:17

Folglich wird auch die Geburtenstation schliessen

In den letzten 14 Tagen sind gerade mal 3 Babys in Schwedt geboren. Sehr "kinderfreundlich" unser Schwedt.Sehr wütend bin ich. Da werden keine Kinder zur Behandlung aufgenommen...nein sie werden nicht einmal in Schwedt zur Welt geholt.Es nimmt kaum eine werdene Mami das Risiko auf, wenn mal nicht alles glatt läuft unter der Geburt.Es ist dann kein Kinderarzt da. Verständlich das die Schwangeren nach Eberswalde oder Pasewalk ausweichen. Schade um die Hebammen, sie würden so gern ihre Arbeit weitermachen. Baut doch lieber aus dem neuen Bettenhaus eine Seniorenresidenz..... Die jungen Leute sind eh alle bald weg von hier. Ich kanns einfach nicht verstehen...

Frank Bornschein 10.04.2012 - 12:10:40

zu Hartmut Babst

vielleicht sollte man mal eine reale Vergleichsanalyse zwischen dem jetzigen gesellschaftlichen System und dem Vorangegangenen machen. Machen wir uns doch nichts vor, der Mensch steht hier in dem Gegenwärtigen nicht im Mittelpunkt. Der Wert einer jeden Arbeit wird auch grundsätzlich falsch bemessen, was die enormen und durch nichts zu rechtfertigenden Unterschiede zwischen den real Werteschaffenden und somit Normalarbeitenden und beispielsweise Spitzenmanagern und vor allem Aktionären ausmacht. Und die Mitbestimmungsmöglichkeiten der einfachen Bürger außerhalb der paar Wahlen sind auch nur begrenzt. Ansonsten würde es solche Ereignisse wie beispielsweise die Schließung der Kinderstation überhaupt nicht erst geben. Um mit dem Nobelpreisträger für Wi.-Wissenschaften Friedrich Hayek zu sprechen? "ist eine wirkliche Demokratie ebenso unvereinbar mit der Marktwirtschaft wie auch ein gebildetes Volk". Merkwürdig nur, dass dies viele anscheinend nicht begreifen oder auch nicht sehen wollen....

appel02 05.04.2012 - 17:55:54

Kinderklinik nur Spitze des Eisberges

Dass Kinderärzte schwer zubekommen sind, stimmt wohl, aber warum haben dann gleich mehrere Ärzte gekündigt? Oberärzte, sogar Chefärzte vieler Fachrichtungen, oder ist es nur ein Gerücht? Wenn dem so ist, liegt es ganz klar bei der Geschäftsführung - und richtig - wer sein Ohr mal für das Personal offen hat, hört, was da läuft. Die Geschäftsführung handelt geschäftsschädigend, nur auf das schnelle Geld schauend, und es fehlt jede Sicht für die Zukunft. Wer so handelt, gehört wegen Unfähigkeit nicht in solche Funktion. Das Gleiche trifft leider auch für den Betriebsrat zu. Die Interessen der Angestellten werden und wurden überhaupt nicht vertreten - Rückgrad haben diese Personen anscheinend nicht. Von Tarifverhandlungen konnte doch garnicht die Rede sein. Wer den Geschäftsbericht 2011 liest (kann jeder im Bundesanzeiger lesen), wird erstaunt feststellen, dass der Gewinn für 2012 erhöht werden soll. Schade, dass das durch deutliche Lohnsenkungen realisiert werden soll. Gewinn macht man heute aber anders, nur zufriedene Patienten kommen wieder. Sie sind es aber nur, wenn gute und vorallem motivierte Ärzte und Pflegepersonal dort arbeiten. Diese Motivation hat in unserer Gesellschaft aber auch ganz klar mit einer angemessenen Entlohnung und guten Arbeitsbedindungn zu tun. In kurzer Zeit ist so viel Porzellan zerstört worden, es wird Jahre brauchen um das Vertrauen wiederherzustellen – sofern überhaupt der Wille und die Fähigkeit vorhanden sind.

Hippokrates 05.04.2012 - 16:20:10

einen hab ich noch für die Cordula

hier mal ein Zitat von Cordula zu einem MOZ-Bericht (24h-KiTA): Typisch Ossi Ich bitte Sie alle! Warum immer meckern und nicht mal loben?! Letztendlich zählt, dass etwas passiert und wen es begünstig. Hier geht es um Kinder und um Eltern, die dieses Angebot dringend brauchen. Wissen Sie eigentlich, wie gut es um die "ostdeutsche" Kinderbetreuung steht, wie qualitativ hochwertig auf jeder Ebene diese ist gegenüber vielen Einrichtungen in den alten Bundesländern?! Und da meckern Sie allesamt über einen Fortschritt im kleinen schicken Schwedt. Ihnen fehlt echt Weitblick! Na Sie hatten ja Weitblick was die ostdeutsche Kinderbetreuung angeht.. Wie ein Fähnchen im Wind... Frohe Ostern und liebe Eltern und Erziehungsberechtige: "Bleiben Sie dran am Thema - für die Kinder" Frohe Ostern

Cordula Scharf 05.04.2012 - 14:43:27

Hallo????

Hauptgrund der Schliessung ist und bleibt immer noch die zu geringe Auslastung der Station. Überall in Deutschland schliessen deshalb vorrübergehend oder endgültig Fachabteilungen in Kliniken. Das ist Marktwirtschaft! Darüber brauchen wir nicht streiten, das ist so! Dass es in Schwedt die Kinderklinik trifft ist schlimm aber logisch. Das Durchschnittsalter hier befindet sich, wo?, bei 50 Jahren. Passiert dem Kind etwas, ist immer noch die Rettungsstelle in Schwedt zuständig. Dort gibt es sicher kompetentes Fachpersonal für die Notfallversorgung, z.B.um Schmerzen zu lindern oder um ein Notfallmedikament zu verabreichen. Eine eventuelle Weiterversorgung erfolgt dann in Eberswalde oder Pasewalk. Und als Mama oder Papa fährt man egal wie weit fürs Kind!

Schwe67 05.04.2012 - 14:40:42

@Marie - Dem schließe ich mich an,

aber Polemik kann nur förderlich sein, denn Sie erhöht den Handlungsdruck. Was wiederum sehr zu begrüßen ist.

Marie 05.04.2012 - 14:23:36

Polemik

Ich finde es erschreckend, mit wieviel Polemik hier von einigen lauthals geschimpft wird. Wer von den Wortmelder plappert nicht nur nach, sonder hat selbst mal recherchiert bei Ärzten, Schwestern, Betriebsrat oder der Geschäftsleitung wie es zu dieser Misere kommen konnte. Seit Jahren sucht man gut ausgebildete Kinderärzte, aber nicht nur in Schwedt, sondern Deutschlandweit!! Gute Ärzte können wählen, wo sie arbeiten und leben wollen. Warum also nach Schwedt, wenn sie Rostock, Berlin, München oder ähnliche Großstädte haben können. Würden viele der Meckerer auch nicht machen. Natürlich haben sich Ärzte vorgestellt, aber Qualität ist wichtiger als Quantität. Oder welche Eltern möchten ihre kranken Kinder schlechten Medizinern anvertrauen. Da sollte man schon der Geschäftsleitung vertrauen, die die Einstellungen vornehmen muss und die Rückmeldungen des Pflegepersonals und anderer Ärzte erhält. Im Gespräch mit befreundeten Medizinern und Schwestern wurde bestätigt wie intensiv sich Herr Jürgensen immer für die Kinderabteilung und ihre Erhaltung eingesetzt hat. Danke an dieser Stelle! Fakt ist es gibt zu wenig Fachärzte in der Pädiatrie. Auch eine Unterschriftssammlung ändert daran nichts und ist nur billige Polemik, die keinen Arzt dazu bewegt hierher zu kommen. Dass alle für den Erhalt der Kinderklinik sind, steht ja außer Frage und wurde von Asklepios nie bestritten. Ich erhoffe mir mehr substantiell ansprechende Meinungen, mit mehr Tiefgang und Lösungsvorschlägen.

Insider 05.04.2012 - 09:11:32

@ Robert Schindler

Da haben die Grünen bei ihrer Stellungnahme bewiesen, dass sei keine Ahnung haben... Allein schon dieser Satz: "So war doch bisher nie die Rede von einer dauerhaften Schließung der Station seitens der Geschäftsführung." Und das, obwohl Asklepios (!) spätestens seit 30.3. (!) von der Schließung + Kooperation mit Eberswalde als "langfristige Lösung" spricht - siehe Fersehinterview: http://www.rbb-online.de/brandenburgaktuell/archiv/index.media.%21etc%21medialib%21rbb%21rbb%21aktuell%21aktuell_20120330_arzt.html Zudem deutet wirklich sehr viel auf vorsätzliches Verhalten der Geschäftsführung hin - so manche Angestellten im Klinikum fragten sich schon seit Jahren, ob bewusst auf die Schließung der Kinderklinik hingearbeitet wird oder ob die Geschäftsführung nur so unglaublich unfähig ist. Die letzten Wochen vor der Krankmeldung des Chefarztes bis heute beweisen, dass es sich um Vorsatz handelt. Die Idee, Stipendien an Medizinstudenten zu vergeben, die dafür nach dem Studium z.B. nach Schwedt kommen müssen, ist sicher gut - nur werden hier Fachärzte gebraucht, keine Assistenzärzte. Um Facharzt für Kinder zu werden, braucht man 5 Jahre Assistenzarztzeit bei einem für 5 Jahre weiterbildungsberechtigten Chefarzt - die hat der erkrankte Chef die Kinderklinik nicht... Das heißt: man kann nicht direkt nach dem Studium nach Schwedt kommen und hier seinen Facharzt machen

Schwedter 05.04.2012 - 08:21:13

Viel zu Krass !!!

Ich finde es ehrlich gesagt total krank, wegen eines einzigen Chefarztes die gesamte Kinderklinik zu schließen! Wenn im Supermarkt eine Verkäuferin krank ist wird dieser doch auch nicht gleich geschlossen. Wieso kann es nicht ein anderer Chefarzt machen? Weil sie keinen finden? Wenn ja woran liegt das wohl? Also die jenigen die das entschieden haben müssen meiner meinung nach keine Kinder haben, denn sonst würde man wissen wie es für Eltern und Kinder ist jedesmal nach Eberswalde zu fahren um dort sein Kind zu besuchen. Berufstätige Eltern haben dazu meist gar nicht die benötigte Zeit dafür und nichtberufstätige Eltern fehlt das nötige Geld dort hinzukommen. Ich verstehe nicht was man den Kindern damit antut. Kinderfreundlich ist in meinen Augen was anderes. Denkt doch erstmal nach bevor ihr so etwas tut.

Robert Schindler 04.04.2012 - 22:48:28

Unverständnis bzgl. geplanter Unterschriftenaktion

Eine kritische Wahrnehmung zu der angekündigten Unterschriftenaktion ist hier zu finden. Pressemitteilung vom 01.04.2012 http://www.gruene-um.de/home/?no_cache=1&expand=399156&displayNon=1&cHash=011583e3b0e18513a802a4037e6d0df2

Hartmut Babst 04.04.2012 - 20:18:15

Hartmut

Warum sollen hohe Politiker das Kind aus dem Brunnen holen? Der Klinikumverkauf wurde einst genau von ihnen als Triumph gefeiert. Das es bei Konzernen überwiegend nur um Profit geht und Menschen eher als Störfaktor welcher die Gewinne nur schmälert von den Managern gesehen werden zeigt uns nun auch dieses Beispiel. Da bekommen Konzerne über Politiker so genannte "Fördermittel" für Neuinvestitionen oft ohne gesellschaftliche Verpflichtungen (also unsere Steuergelder) ungefragt von der Bevölkerungsschicht die später Ihren Job verliert oder Einschränkungen hinnehmen muß wie jetzt auch z.B. im Klinikum mit neuen Arbeitsverträgen. Aus Angst und Verunsicherung seinen Job zu verlieren unterschreiben da schnell mal "freiwillig" ganze Belegschaften neue Arbeitsverträge, Trennen sich von Gewerkschaften und nehmen schlechtere Konditionen in kauf. Für die die bleiben heißt es mehr Arbeitsaufwand bei weniger Lohn. Bei der oft erwähnten Nachhaltigkeit darf leider der Großteil der Bevölkerung nicht mehr teilhaben. Wie lange soll so ein System mit immer weniger Steuerzahlern noch funktionieren und den Rest der Gesellschaft ausreichend versorgen können? Es fließt heute das Geld überwiegend von unten nach oben. Angeregt werden Subventionen von Lobbyisten und durchgesetzt von Politikern. Von wem diese in unserer so genannten Demokratie einst gewählt wurden, vergessen viele sehr schnell. Die Zeche zahlen wir alle jeden Tag - sei es mit unserer Gesundheit oder gar unserem Job. Zur Verantwortung werden die Verursacher in unserer Gesellschaft nicht gezogen. Ich frage mich wie lange so eine so genannte "Demokratie" noch friedlich funktioniert bis das Faß zum überlaufen kommt und ..... Den Rest kann sich jeder selbst ausmahlen in dem er einfach die Nachrichtensender verfolgt und sich die Länder anschaut wo Macht und Armut zur Eskalation führen. Gelernt habe ich einst "Der Mensch ist das einzig vernunftbegabte Wesen". Das Gegenteil scheint der Fall ...

Fremdschämer 04.04.2012 - 16:47:15

@Schwedterin

Ich denke Sie haben das Problem erkannt - der Fisch fängt am Kopf an zu stinken. Im Schwedter Krankenhaus scheint es gewaltig zu stinken - was sagt der Betriebsrat? Gibts überhaupt einen? Es ist von Mobbing in einzelen Abteilungen die Rede? Warum taugen die 5 Bewerber für die Kinderstation nichts? Warum kündigen gestandene Ärzte? Welche Rolle spielen die Pflegedienstdirektorin Lichtblau und GF Jürgensen? Die Kommentatoren, welch die alleinige Schuld bei den Politikern sehen haben sicherlich auch recht - Vorsatz würde ich da nicht unterstellen - eher Naivität und Verantwortungslosigkeit. Das sie sich jetzt bemühen ist o.k., aber auch das mindeste was man als Wähler verlangen darf? Ich hoffe, dass sich in Kürze ein paar Ärzte melden, um zu helfen - es geht um kranke Kinder. Den gerüchten zu Folge haben sich altbekannte Schwedter Kinderärzte erklärt zu helfen - das wäre super aber auch ein Armutszeugnis für die neue Generation an Medizinern, welchen Ihren Beruf wohl nach anderem Maßstäben messen als den hippokratischen Eid..

Sven 04.04.2012 - 16:33:05

schizophrenes Verhalten der Schwedter Spitzenpolitiker

wenn seinerzeit der damalige und jetzige Bürgermeister sowie Herr Bischoff nicht mehrfach, ja sogar aus der eigenen Partei gewarnt wurden, wo u.a. die jetzige Entwicklung genau vorgezeichnet wurde, dann könnte man glatt denken, Sie meinen es ehrlich und tun alles nur Mögliche. Aber ein einziger und ehrlicher Satz, dass die Entscheidung von 2005/2006 das Krankenhaus zu verscherbeln, letztendlich doch falsch war - Fehlanzeige!!!. Und jetzt herumheulen und Krokodilstränen vergießen, in postenerhaltenen Aktionismus (mit Unterschriftenaktionen usw.) aufgehen um so die Bürger der Stadt erneut für dumm zu verkaufen, dass ist nur noch schizophren und funktioniert nicht mehr.

Borni 04.04.2012 - 15:59:33

zu Osti

dazu bleibt nichts hinzuzufügen wo nicht nur ich mich frage... wo denn alle diejenigen sind, die 1989 auf die Straße gegangen sind.... hier ist einzig und allein die Politik gefordert und nicht ein Unternehmen. Die Politik bestimmt die Rahmenbedingungen und besitzt eine verteilende bzw. regulierende Funktion. Und wenn Niederlassungs- und Gewerbefreiheit dem Interesse des Staates in seiner Funktionsausübung entgegenstehen, ist es die gottverdammte Pflicht der Politik dafür zu sorgen, dass diese Funktionen erfüllt werden. Dafür werden Parteien und Politiker gewählt, genießen Vertrauen und werden ab einer bestimmten Stufe auch dafür fürstlich entlohnt... l

Schwedterin 04.04.2012 - 14:34:40

Flucht der Ärzte aus Schwedt

Nach Schwedt wollen keine Ärzte kommen und die da sind, wollen nicht bleiben. Mit wem haben neue Ärzte Kontakt, wenn sie sich vorstellen? Wem sind die Ärzte, die hier in der Vergangenheit gekündigt haben, vorwiegend Chefärzte und Fachärzte, unterstellt? Das ist der Ansatz, wenn man nach dem WARUM fragt und das ist der Ansatz, um die Flucht der Ärzte zu beenden!

Osti 04.04.2012 - 12:51:25

Dakota

Das Klinikum Uckermark verschleudern und jetzt schlaue Reden schwingen. Schwedt hat sich doch beim Verkauf schon aus der Verantwortung gezogen. Jetzt NUR Asklepios die Schuld zu geben ist beschämend und in meinen Augen genauso unglaubwürdig und Ablenkung vom eigentlichen Problem. Politik und Schwedter Stadtvertreter haben hier versagt und wollen jetzt ihre Hände in Unschuld baden. Schwedt OHNE Kinderstation???? Nicht glaubhaft und schon gar nicht von Asklepios so gewollt. Das kann und will ich nicht glauben. Aber Ihr habt ja nun jemanden auf den ihr einschlagen könnt. Michael Jürgensen. Ich würde an seiner Stelle den Ossis n Vogel zeigen!!!! Und meine Anwort an seiner Stelle wäre....IHR SEIT DOCH VOR 23 JAHREN AUF DIE STRAßE GEGANGEN UND HABT DARUM GEKÄMPFT: SOMIT SEIT IHR ALLE FÜR DIE DERZEITIGE SITUATION VERANTWORTLICH!!!!!!!!: Das ist Kapitalismus

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