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165 Teilnehmer trotzten beim traditionellen „Spreetreiben“ am Ostersonnabend der Kälte

Kreativität und Wadenkrämpfe

Am schönsten: Das Dreierteam des "Motorrads mit Beiwagen" aus Altlandsberg hatte schon am Start Probleme. Es kam aber ins Ziel und erhielt den Hauptpreis für Kreativität.
Am schönsten: Das Dreierteam des "Motorrads mit Beiwagen" aus Altlandsberg hatte schon am Start Probleme. Es kam aber ins Ziel und erhielt den Hauptpreis für Kreativität. © Foto: Janine Richter
Janine Richter / 09.04.2012, 19:45 Uhr - Aktualisiert 09.04.2012, 19:49
(MOZ) Bei der traditionellen Schwimmwanderung „Spreetreiben“ stürzten sich am Sonnabend 165 Unerschrockene trotz Wind, Hagel und Regen am Neu Zittauer Spreeboard in die Spree, um sich zum Strandbad Erkner treiben zu lassen. Der Schwimm- und Tauchverein „Biber“ organisierte das Großereignis für Teilnehmer zwischen 10 bis 70 Jahren aus ganz Deutschland.

Delfine neben Mantarochen, Bodyboards und Luftmatratzen, Schwimmringe zwischen Schlauchbooten, aber auch ein schwimmendes Zeltgerüst und Motorrad: Unter dem Jubel der Zuschauer am Spreeboard stiegen die Sportfreunde mit ihren Schwimmhilfen ins Wasser, skandierten lauthals „Biber, Biber, Biber“ und ließen sich von der Strömung mitnehmen.

Die Teilnehmer des alljährlichen Spreetreibens mussten dieses Jahr extremen Temperaturen trotzen. „Die Spree und der Dämeritzsee haben sich in den letzten Tagen noch einmal auf 8,6 Grad Celsius abgekühlt. Das sind gefühlte minus 3 Grad Celsius“, sagte Vereinsvorsitzender Michael Matheis.

Während die Teilnehmer ihre Kondition zu Wasser testeten, wurde den Kindern im Strandbad Erkner ein buntes Programm geboten. Die Tanz- und Klamaukshow des Fahrrad fahrenden Clowns „Dudel-Lumpi“ brachte sie zum Lachen. Viele erwachsene Schaulustige warteten im warmen Zelt bei Kaffee, Bier und Cocktails auf die ersten Ankömmlinge. „Wir sind jedes Jahr dabei und bewundern den Mut“, sagte die 68-jährige Dagmar Niemann. „Wir selbst sind Wassersportler, fahren Kanu und wissen, was das für eine Kraftanstrengung sein muss“, ergänzt ihr Mann Hans-Joachim.

Gegen 16 Uhr strandeten die ersten Extremsportler. Sie wurden mit einem Osterei beglückwünscht. Später erhielt jeder Teilnehmer noch eine heiße Erbsensuppe und eine Urkunde für die erfolgreiche Teilnahme. Der Frankfurter Norman Dimde des Fünferteams „Sonnenblume“ erreichte als Erster mit einem Bodyboard das Ziel. „Im Kanal hab ich mich gemütlich treiben lassen, auf dem See hab ich dann gesehen, dass da nicht so viele sind und habe Gas gegeben“, sagte der 25-Jährige.

Als erste Frau kam Maria Streich aus Grünheide am Zielort an. „Bei mir war das eine spontane Entscheidung. Ich habe erst Donnerstagabend beschlossen mitzumachen“, verriet die 24-Jährige. Der Steuerfachangestellten machte mit ihrer Luftmatratze nicht die Kälte zu schaffen, sondern das letzte, kräftezehrende Stück über den See, da dort keine Strömung herrscht. Als erster der Jüngsten rettete sich der 14-jährige Torben Schulz vom Footballverein Ratzorbacks an den Strand. „Wir haben die Kleineren einsammeln müssen. Das Wasser war arschkalt“, berichtete er nach Luft ringend.

Während die Feuerwehren aus Erkner, Gründheide, Woltersdorf und Schöneiche die Strecke sicherten, mussten einige Teilnehmer wegen Wadenkrämpfen, Erschöpfung oder Unterkühlung von den Booten des Technischen Hilfswerkes und der Wasserschutzpolizei aus unruhigem Gewässer geholt werden. „Mein Delfin hatte ein Loch und ohne die Schwimmhilfe habe ich es einfach nicht über den See geschafft“, sagte die 18-jährige Sandra Günde, die bereits zum vierten Mal dabei war.

Nachdem alle Extremsportler angespült wurden, konnten die kuriosesten Schwimmhilfen ausgezeichnet werden. Das Dreierteam des „Motorrads mit Beiwagen“ aus Altlandsberg erhielt den Hauptpreis. Obwohl schon am Start die Konstruktion aus Motorrad, Sitz, Sonnenschirm, Tonnen und Kanistern immer wieder ins Wasser kippte, schafften sie es ins Ziel.

Das Massen-Gaudi wurde am Abend mit Osterfeuer und Tanzmusik im Festzelt sowie durch ein Höhenfeuerwerk abgerundet.

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