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Biesenthal sucht eine Teststrecke

Straßenbau außerhalb der Norm geplant

Brigitte Horn / 11.04.2012, 07:54 Uhr
Biesenthal (MOZ) Ein Experiment will die Stadt Biesenthal in Sachen Straßenbau starten. Es soll getestet werden, ob ein nicht-DIN-gerechter Straßenausbau möglich ist. Auf diese Weise sollen die Kosten für die Anwohner minimiert werden. Deshalb wird nach einer Teststrecke gesucht.

Das Ziel liegt auf der Hand. Es soll Geld gespart werden. Weil Anwohnern die Kosten laut Straßenausbaubeitragssatzung oft zu hoch sind, musste in Biesenthal in jüngster Vergangenheit ein Straßenbauprojekt schon gestrichen werden. In der Dezembersitzung 2009 verabschiedete sich die Stadt vom Vorhaben, die Karl-Marx-Straße auszubauen. Grundlage dafür ist ein Beschluss der Biesenthaler Stadtverordnetenversammlung. Dannach können Anliegerstraße nur gebaut werden, wenn die Mehrzahl der Anwohner das auch möchte.

Die Idee, Straßen nicht DIN-gerecht auszubauen, beruht unter anderem auf Erfahrungen mit dem Straßenbau in Rüdnitz, wo unmittelbar nach der Wende in Rahmen des Programms Aufschwung Ost Anliegerstraßen befestigt worden sind, erläuterte der Bauausschussvorsitzende Andreas Jahn. Ähnlich verhalte es sich mit der Akazienallee in Biesenthal. Die hatte anlässlich der Weltfestspiele im Jahr 1973 eine Bitumendecke erhalten.

Auf diese Weise sollen bis zur Hälfte der sonst beim Straßenbau entstehenden Kosten eingespart werden. Die Bürger würden daran nicht beteiligt werden. Im Prinzip sollte diese Straße einfach nur geglättet und anschließend mit dem Asphaltfertiger darüber gefahren werden. Jahn regte im Bauausschuss an, eine Straße zu suchen, auf der diese Methode getestet werden könnte. Vorgesehen ist erst einmal eine Länge von 250 Metern.

Ob man zu solch einer Methode greifen sollte, war im Ausschuss nicht ganz unumstritten. Heribert Rustige, sachkundiger Einwohner im Biesenthaler Bauausschuss, machte auf die dann schlechtere Qualität aufmerksam. Es gebe jedoch auch einen Leitfaden für geringere Bauklassen, sagt Jörg Schneegass vom Büro Inros und Lackner, der wegen des neuen Parkplatzes am Bahnhof Gast der Sitzung war. Das spare Geld, aber trotzdem würden die Betriebe in der Gewährleistungspflicht bleiben. Gleichzeitig wies Schneegass darauf hin, dass DIN-gerechtes Bauen nicht immer richtig sein müsse. Wesentlicher sei, dass die angewandte Technologie dem aktuellen Stand der Technik entspreche.

Vorgeschlagen als Teststrecke wurde von Jahn die Mozartstraße und zwar im Abschnitt zwischen Schubert- und Lindenstraße. Dem pflichtete auch Karl-Heinz Neu bei, der als Gast an der Sitzung teilnahm. Dies entsprach dem allgemeinen Tenor. Andere Varianten waren die Lindenstraße oder die Kirschallee, die aber auf Grund der Pflasterung verworfen wurde. Letztlich entscheiden wird darüber der Hauptausschuss.

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Kenner 11.04.2012 - 17:55:09

Strassenbau

Na bitte man muß nur wollen.Endlich eine Kommune die im Strassenbau neue Wege gehen will und sich nicht nur stur an Vorschriften halten will.Beispiele für Sturheit gibt es genügend.Bäume weg -Asphalt her.

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