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Radeln, ohne zu schwitzen

Radeln mit Elektro-Schub: Mario Dworatzek zeigt ein Pedelec, das man im Zweirad-Stop an der Mittelschleuse kaufen kann. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Modellen unterschiedlicher Hersteller.
Radeln mit Elektro-Schub: Mario Dworatzek zeigt ein Pedelec, das man im Zweirad-Stop an der Mittelschleuse kaufen kann. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Modellen unterschiedlicher Hersteller. © Foto: MOZ/Gerrit Freitag
Stefan Lötsch / 14.04.2012, 06:57 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Fahrräder mit elektrischem Antrieb erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Die Fachhändler in Eisenhüttenstadt registrieren Interesse, ein Kauf-Boom lässt sich aber nicht ausmachen. Noch schreckt viele Käufer der hohe Preis.

Den neuen Trend bei Fahrrädern kann man zum Beispiel bei Ratzdorf studieren. Dort stehen vor der Ausflugsgaststätte in den Urlaubsmonaten sogenannte Pedelecs (Pedal Electric Cycle) und E-Bikes, Zweiräder, die den Radler beim Pedaletreten mit einem Elektromotor unterstützten. "Das sind alles Modelle im höheren Preissegment", sagt Mario Dworatzek vom Zweirad-Stop an der Mittelschleuse. Aber nicht nur für die lange Urlaubs-Tour auf dem Oder-Neiße-Radweg eigenen sich die elektrischen Drahtesel, sie setzen sich auch immer mehr in der Stadt durch bzw. als Fortbewegungsmittel für den Alltag.

"Ja, das Interesse nimmt schon generell zu", stellt Mario Dworatzek fest. "Den Riesenboom gibt es aber nicht." Das bestätigt auch Björn Sell, der sein Geschäft in der Bahnhofstraße hat. Vor allem ältere Radfahrer schätzen es, dass beim Pedaletreten Unterstützung durch den Elektromotor kommt. "Je älter man wird, desto kleiner wird der Umkreis, in dem ich mich bewegen kann", erklärt Björn Sell. Durch Pedelecs - wie bei vielen technischen Neuerungen hat sich auch hier der englische Name durchgesetzt - kann dieser Umkreis immens erweitert werden. Björn Sell spricht von 80 bis 180 Kilometer Laufleistung der elektrischen Zweiräder. Was die Altersgruppe der Pedelecs-Käufer anlangt, stimmt Mario Dworatzek seinem Kollegen zu: "Bei uns ist es eher die ältere Kundschaft, die in der Stadt mobil bleiben will."

Ganz ohne eigenes Zutun geht es aber nicht: "Es ist kein Moped, der Elektromotor ist zur Unterstützung da", betont der Fachmann von der Mittelschleuse. Björn Sell erklärt das Gefühl, mit einem Pedelec zu fahren, so: "Es ist, als ob jemand hinter einem ist, der schiebt." Bis zu Tempo 25 kann der Radler fahren, dann wird der Motor abgeregelt.

Auch wenn die Vorteile vor allem für ältere Radfahrer da sind, dass es keinen Käuferansturm gibt, liegt an dem relativ hohen Anschaffungspreis, wie alle Fachhändler in Eisenhüttenstadt bestätigen. "Hochwertige Fahrräder fangen bei 1200 Euro an", sagt Günter Materne vom Geschäft Fahrrad-City in der Saarlouiser Straße. Immerhin vier Modelle hat er in diesem Jahr schon verkauft. Preiswertere Exemplare, die es auch in Supermärkten gibt, empfiehlt er nicht. Mitunter könnte es Probleme geben, Ersatzteile zu beschaffen.

Als Kostentreiber nennt Mario Dworatzek vor allem den Akku, der das Rad mit Strom versorgt. Mit mehr als 500 Euro schlägt der alleine schon zu Buche. Außerdem sind manche Teile am Rad verstärkt. Pedelecs sind deshalb wesentlich schwerer: "Sie haben sieben bis acht Kilo mehr an Board", sagt Dworatzek. Ein normales Zweirad nachzurüsten, davon rät Björn Sell aber ab: "Das ist mit Vorsicht zu genießen." Eben weil zum Beispiel Speichen verstärkt werden müssen. "Nachrüsten ist zu teuer", schätzt auch Mario Dworatzek ein.

Während es beim Pedelec keine besonderen Vorschriften gibt, sieht das beim E-Bike, das es bis auf Tempo 45 bringt, wesentlich anders aus. "Dafür braucht man unter anderem ein extra Versicherungsschild", erklärt Björn Sell.

Die hohen Benzinpreise haben derweil noch nicht dazu geführt, dass nun verstärkt Fahrräder gekauft werden. Darin stimmen die Fachhändler in Eisenhüttenstadt überein. Björn Sell stellt vielmehr einen anderen Aspekt in den Vordergrund, der Leute dazu antreibt, in die Pedale anstatt auf das Gaspedal zu treten. "Ich denke, bei vielen ist es das Bewusstsein, etwas für die Gesundheit zu tun."

Pedelecs und E-Bikes spielen auch im Tourismus eine immer größere Rolle. In Österreich werden Touren angeboten, wo es unterwegs Aufladestationen für die Akkus gibt, weiß Björn Sell. Drei bis vier Stunden dauert es, bis die Batterie wieder voll ist. Auch in der Eisenhüttenstädter Touristinformation in der Lindenallee kann man inzwischen neben normalen Rädern auch welche mit elektrischem Motor ausleihen.

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