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Strafe für Kauf eines Traktors ohne Papiere

Schnäppchen ist Diebesgut

Stefan Adam / 16.04.2012, 08:05 Uhr
Schwedt (MOZ) Mit Kfz-Technik im Allgemeinen stand ein älterer Angeklagter wohl auf Kriegsfuß. Zur Verhandlung vor Gericht konnte er nicht pünktlich erscheinen, weil sein Auto streikte. Zum anderen kam ihm der Schnäppchenkauf eines Traktors im Nachhinein teuer zu stehen. Der Erwerb des reparaturbedürftigen Gefährtes ohne Papiere und Schlüssel war unüberlegt, um es einmal vorsichtig auszudrücken.

Selbst machte sich der Mann an die Reparatur und brachte den "Feldflitzer" wieder in Schwung. Doch als er Monate später bei der Dekra (Deutscher Kraftfahrzeug-Überwachungsverein) ein Gutachten einholen wollte und um die Zulassung bat, erlebte er eine böse Überraschung. Der Traktor stand auf der Fahndungsliste und war als gestohlen gemeldet.

Einige Tage später informierte ein anonymer Anrufer per Handy die Polizei, wo das Gefährt zu finden ist. Resultat: Vorläufiges Ende des Besitzverhältnisses.

Zudem erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen ihn wegen Hehlerei, denn der angebliche Kauf ohne Vertrag, Schlüssel und Papiere war zu ominös. Ein Strafbefehl in Höhe von 1000 Euro (40 Tagessätze zu je 25 Euro) wurde dem Mann einige Monate später durch das Amtsgericht zugestellt. Zu viel, monierte der Mann und legte über seinen Verteidiger Einspruch ein.

Zur Hauptverhandlung erschien, wie eingangs bereits erwähnt, allerdings nur der Verteidiger. Er gab an, dass der Traktor nach Zahlung von weiteren 6000 Euro an die Versicherung, die den Schaden bereits reguliert hatte, in das Eigentum seines Mandanten übergegangen sei. Die entsprechenden Dokumente legte er dem Gericht vor. Zudem monierte er, dass sein Mandant ja nicht wissen konnte, dass der Traktor geklaut sei.

Dem widersprach der Staatsanwalt: "Die gesamte Kaufabwicklung ist ominös und so nicht nachvollziehbar. Wer kauft einen Traktor ohne Papiere und Vertrag zum Schnäppchenpreis?" Da liege wohl einiges im Argen, so der Ankläger. Eine Einstellung des Verfahrens komme nicht in Betracht.

Der Verteidiger verstand dies und beschränkte den Einspruch gegen den Strafbefehl nur auf die Höhe des Tagessatzes. Da der Angeklagte derzeit eine Rente von 430 Euro monatlich beziehe, schlug er eine Tagessatzhöhe von nur 14 Euro vor.

Dem stimmte der Staatsanwalt schließlich zu. In seinem Urteil bestätigte der Strafrichter die Geldstrafe wegen Hehlerei in Höhe von 560 Euro (40 Tagessätze zu je 14 Euro). Die Verfahrenskosten nebst seinen eigenen Auslagen muss der Verurteilte zudem auch tragen.

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