Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Stadtverkehrsgesellschaft führt elektronische Fahrkarte ein / Praxistest mit Grundschülern

Plastik statt Papier

Auf Plastik: Projektleiter Uwe Köcher zeigt das e-Ticket. Eingelesen werden kann es am Kundenterminal.
Auf Plastik: Projektleiter Uwe Köcher zeigt das e-Ticket. Eingelesen werden kann es am Kundenterminal. © Foto: FOTO Michael Benk
Annette Herold / 16.04.2012, 20:46 Uhr - Aktualisiert 16.04.2012, 20:48
Frankfurt (MOZ) Von Juni an setzt die Stadtverkehrsgesellschaft auf Plastik statt Papier-Fahrkarten. Die Chipkarte gibt es zunächst für Nutzer der Umweltkarte im Tarifbereich Frankfurt AB. Nach und nach sollen im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) alle Fahrausweise ersetzt werden.

Für Uwe Köcher liegen die Vorteile auf der Hand, und einer davon ist für den SVF-Verkehrsmeister besonders überzeugend: Wenn Inhaber der VBB-fahrCard das Plastikkärtchen verlieren, ist nicht mehr wie bisher der gesamte Fahrpreis futsch. Künftig sei es stattdessen möglich, gegen eine Bearbeitungsgebühr die alte Karte sperren zu lassen und eine neue zu erwerben, auf die das noch bestehende Guthaben übertragen wird.

„Wir wollen neue Vetriebswege erschließen“, kündigt Andreas Lorenz, SVF-Geschäftsbereichtsleiter Verkehr, an. Dabei gibt es Unterstützung aus Berlin und Potsdam: Land und Bund finanzieren die Einführung der neuen Technik. Bis zu fünf Jahre soll das elektronische Ticket nutzbar sein, der monatliche Wertabschnittswechsel bei Zeitkarten entfällt künftig - für diejenigen, die das neue System nutzen möchten. Langfristig werde aber eine Umstellung angestrebt, macht Köcher, der die e-Ticket-Einführung als Projektleiter begleitet, deutlich. Informiert werden sollen die Kunden über Flyer, die im SVF-Kundenzentrum in der Heilbronner Straße erhältlich sind. Auch auf der Internetseite des Verkehrsverbundes sind Informationen zu dem neuen Fahrkahrtensystem hinterlegt.

Neben Frankfurt werden zunächst die Verkehrsbetriebe in Berlin,· Potsdam, Brandenburg/Havel sowie die Havelbus Verkehrsgesellschaft mbH (HVG) und die Oberhavel Verkehrsgesellschaft mbH (OVG) die elektronischen Fahrkarten anbieten. An den Tarifen ändere sich nichts, betont Köcher. Es brauche auch niemand Bedenken wegen des Datenschutzes zu haben: Bei einer Kontrolle werde nur geprüft, ob der Fahrausweis auch gültig ist. Auf dem Chip gespeichert seien nur Daten, die auch auf dem Papierticket enthalten sind. Es seien auch vorerst keine weiteren Nutzungsmöglichkeiten vorgesehen, wie sie ein Chip böte. Zum Einlesen der Fahrscheine gibt es Kundenterminals, von denen eins im Kundenzentrum aufgestellt wird.

Dass das System praxistauglich ist, hat die SVF mit Grundschülern erprobt. So sind Erstklässler der Booßener Schule „Am Mühlenfließ“ mit der Plastikkarte unterwegs gewesen. Ende April läuft dieser Frankfurter Pilotversuch aus; nach einer vorläufigen Bilanz der SVF durchaus zufriedenstellend.

Irgendwann könnte das Ticket-System deutschlandweit Gültigkeit besitzen, so dass Fahrgäste mit der Karte ihren Fahrschein auch für den ÖPNV in anderen Regionen kaufen könnten, blickt Köcher in die Zukunft. Vorerst aber hofft er auf eine reibungslose Einführung bei Frankfurts Stadtverkehrsgesellschaft und darauf, dass sich die Fahrgäste für das neue e-Ticket interessieren.

www.vbb-online.de

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG