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Trebnitzer und weitere Bürger wollen als Parkhelden die einst romantische Anlage Gutspark wiederbeleben

Aufbruch im Zeichen des Tulpenbaums

Auf Inspektionstour: Mitglieder der AG Park der Dorfhelden, Vertreter des Schlosspark-Vereins und weitere Gäste am sanierten Teich vor Schloss Trebnitz. Diesen gab es im 18. Jahrhundert in der ursprünglichen Ziethenschen Anlage allerdings nicht.
Auf Inspektionstour: Mitglieder der AG Park der Dorfhelden, Vertreter des Schlosspark-Vereins und weitere Gäste am sanierten Teich vor Schloss Trebnitz. Diesen gab es im 18. Jahrhundert in der ursprünglichen Ziethenschen Anlage allerdings nicht. © Foto: Johann Müller
Gabriele Rataj / 17.04.2012, 12:14 Uhr
Trebnitz (MOZ) Was für eine Fülle an Pflanzen einst im herrschaftlichen Garten des Rittmeisters von Ziethen wuchs, ist dem Gutspark heute nicht anzusehen. Die Parkhelden aber haben sich vorgenommen, diesen aus dem Dornröschenschlaf zu wecken. Ein Gutachten von 1995 ist die Basis dafür.

Es ist 17 Jahre her, dass Michael Heumann und Christina Kottke das gartendenkmalpflegerische Gutachten für den Gutspark Trebnitz in Form einer Diplomarbeit erstellten. Am Abend vor dem Schloss-Gespräch in Trebnitz habe er wieder hineingesehen, bekannte der aus München angereiste Mitautor am Sonnabend.

Mit seinem Kommen und den Darlegungen aber setzte er ein Achtungszeichen zu dem mutigen Vorhaben der Gruppe engagierter Bürger um Marion Tauschke, die noch wackere Mitstreiter suchen. Parkhelden nennen sich die neun Visionäre nach dem Ausgangsprojekt Dorfhelden. Das wird von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert und zielt auf bürgerschaftliche Ideen und Initiativen für das Lebensumfeld.

Nichts weniger als eine Wiederbelebung des heute recht verwilderten Parks streben die Parkhelden an. Nicht in der Form der ursprünglichen Anlage des "pflanzen-verrückten" Rittmeisters von Ziethen, sondern als erlebenswerten und nutzbaren Raum von historischer Bedeutung. Das schließt Erholen und Entspannen ein, sportliche und kulturelle Aktivitäten durch die im Herrenhaus etablierte internationale Begegnungsstätte oder die Anlage eines Naturlehrpfads in dem mit ehrwürdigen und sehenswerten Bäumen bestandenen Park, darunter ein echter Tulpenbaum.

Dafür erwies es sich als günstig, dass Michael Heumann den Teilnehmern des Schloss-Gesprächs vor allem die aus dem Gutachten resultierenden Gestaltungsvorschläge vorstellte.Für den Bereich um das Herrenhaus, wo kaum historische Strukturen verblieben sind, könnte die vorhandene Form im Wesentlichen beibehalten werden, ergänzt durch Baum- und Schmuckpflanzungen. An den Seiten schlagen die Autoren südlich Parken und Freizeitflächen, nördlich einen Schmuckgarten und ein Heckentheater vor. An der Ostseite des Hauses sollte durch großzügige Terrassen der Blick in den Park gelenkt werden, meinen die Gutachter.

Für den Park, wie er sich im 19. Jahrhundert darstellte, gibt ein Plan Anhaltspunkte zur Annäherung an den damals romantischen Charakter der Anlage mit zahlreichen Gruppen- und Einzelbäumen und diversen Sichtachsen. Den kleinen Teich, den Heumann als die klassische Wasserfläche des romantischen Parks bezeichnete, sollte ein wiederangelegter Rundweg erlebbar machen.

Auf wesentlichen Inhalten dieses seit 1995 in Schubladen schlummernden Gutachtens baut das Minimalkonzept der Parkhelden auf. Es will die einst typischen Gestaltungsideen aufgreifen und bei Beachtung von Ökologie und neuer Nutzung wieder zum Vorschein bringen. Das reicht vom Zurückdrängen des Unterwuchses bis zu Bänken und Hinweistafeln. Das Maximalkonzept - Zukunftsträume - vervollständigte eher der Form halber die Erläuterungen und fasst sogar den Bau einer kleinen Orangerie, wie es sie im Ziethenschen Garten gegeben haben muss, ins Auge.

Bei dem Elan, die die Akteure in kurzer Zeit an den Tag gelegt haben, könnte manches aber in absehbarer Zeit Realität sein. Kontakte zu Gutachtern, Stiftung Gartenland, dem jetzigen Park-Eigentümer Stadt Müncheberg, deren Bürgermeisterin Uta Barkusky am Schlossgespräch teilnahm, wurden geknüpft, historische Dokumente aus dem Vergessen geholt, ein druckfrischer Flyer auf den Tisch gelegt Sie sind auf dem Weg - im Zeichen des Tulpenbaums.

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