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Arbeiten an der Festschrift

Heimatgeschichte: Sebastian Rückheim zeigt Martin Petzel (r) seine Bodenfunde aus Grunow. Die Scherbe stammt aus der Bronzezeit und ist rund 3000 Jahre alt.
Heimatgeschichte: Sebastian Rückheim zeigt Martin Petzel (r) seine Bodenfunde aus Grunow. Die Scherbe stammt aus der Bronzezeit und ist rund 3000 Jahre alt. © Foto: Ralf Loock
Ralf Loock / 18.04.2012, 06:38 Uhr
Grunow-Dammendorf (MOZ) Wie alt ist das Dorf Grunow im Schlaubetal nun wirklich? Über diese Frage berieten am Dienstag im Dammendorfer Forstmuseum Sebastian Rückheim und Ralf Hartwig, beide vom Dammendorfer Heimatverein, zusammen mit Martin Petzel vom Archäologischen Landesamt. An Wochenende vom 8. bis 10. Juni steht jedenfalls die 625-Jahr-Feier in Grunow an. Wie Bürgermeisterin Katharina Staar dazu angekündigt hatte, arbeitet man derzeit an dem Programmentwurf, der im wesentlichen zum Monatsende vorliegen soll.

Im vergangenen Jahr hatte Dammendorf zur 525-Jahr-Feier eingeladen. "Doch inzwischen wissen wir, dass Dammendorf älter ist. Tobias Preßler aus Dammendorf, der jetzt in Berlin lebt, hat uns auf eine Urkunde aufmerksam gemacht, in der unser Ort im Jahr 1472 aufgelistet wurde", erläuterte Ralf Hartwig. Folglich ist die Siedlung bereits 540 Jahre alt.

Man werde viele der neuesten Forschungen in der Festschrift "625 Jahre Grunow", die im Juni vorliegen wird, publizieren, kündigte Sebastian Rückheim an. Dabei werde man auch auf die Frage eingehen, ob Grunow nicht bereits vor dem Jahr 1387 urkundlich nachzuweisen ist.

Unstrittig ist dabei, dass in der Landschaft bereits früher Menschen siedelten. Sebastian Rückheim arbeitet beruflich als Grafiker, ehrenamtlich engagiert er sich als Bodendenkmalpfleger. Er sammelt Oberflächenfunde, fast ausschließlich Keramikscherben, auf. Sein Material, das er in vielen Jahren zusammengetragen hat, begutachtete gestern der Archäologe Martin Petzel. Die Funde belegen, dass bereits in der mittleren Steinzeit, also in der Spanne von 8000 bis 3000 v. Chr., Menschen in Grunow siedelten.

Die Keramikstücke zeigen, dass es in der jüngeren Bronzezeit, also um 1000 v. Chr., bereits Häuser gegeben haben muss. "Die Scherben stammen von einer Siedlung, nicht von einem Friedhof", bestimmte Martin Petzel. Bereits um 1820 hatte ein Kirchenmann über bronzezeitliche Grabhügel in Grunow geforscht. Ob es eine Chance gibt, die Siedlung und die Gräber zu suchen und auszugraben? Keine Chance, kein Geld, antwortete Martin Petzel.

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