Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Abrissbagger beseitigt Reste des Zwickauer NSU-Unterschlupfs

Das letzte Versteck der Neonazi-Terrorzelle NSU wird abgerissen.
Das letzte Versteck der Neonazi-Terrorzelle NSU wird abgerissen. © Foto: dapd
24.04.2012, 13:23 Uhr
Zwickau (dpa) Das letzte Versteck der Neonazi-Terrorzelle NSU wird abgerissen. Seit Dienstagmorgen beseitigt ein Bagger im Zwickauer Stadtteil Weißenborn die Überreste der Doppelhaushälfte, in der die Gruppe vom Frühjahr 2008 bis zu ihrem Auffliegen vor einem halben Jahr gewohnt hatte. Nach Angaben der städtischen Wohnungsgesellschaft GGZ soll das ganze Haus bis spätestens 11. Mai verschwinden. Bis Ende Mai werde der Rasen gesät sein - anstelle des Hauses wird es eine Grünfläche geben.

Die Wohnungsgesellschaft hatte das Haus im Auftrag der Stadt zum Abriss erworben. Zwickau will damit einen Wallfahrtsort für Rechtsextreme verhindern. Bereits 2011 hatte der damalige Hauseigentümer die erste Etage abtragen lassen, in dem das Trio - die mutmaßlichen Rechtsextremisten Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe - etwa dreieinhalb Jahre in einer 122 Quadratmeter großen Wohnung gelebt hatte. Ursprünglich hatte er das intakt gebliebene Erdgeschoss später wieder aufstocken wollen, bevor ihm die städtische GGZ das Grundstück schließlich abkaufte.

Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe waren 1998 abgetaucht. Auf das Konto der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) sollen bis 2007 zehn Morde, zwei Sprengstoffanschläge und zwölf Banküberfälle gehen. Danach überfielen Mundlos und Böhnhardt offenbar erst wieder im Herbst 2011 zwei Sparkassen in Thüringen - nach dem letzten Raubzug am 4. November in Eisenach töteten sie sich in einem Wohnmobil.

Noch am selben Tag soll ihre Mitbewohnerin Zschäpe eine Explosion im Zwickauer Haus ausgelöst haben. Der Brand konnte von der Feuerwehr gelöscht werden. Zwischen den Trümmern fanden Ermittler anschließend viele Beweise für die NSU-Verbrechensserie. Der Abriss wird weitgehend vom Land Sachsen finanziert, das etwa 58 000 Euro aus einem Landesprogramm zur Wiederbelebung von Brachflächen bereitstellt. Zwickau muss etwa 6000 Euro beisteuern.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG