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Ohne Bienen kein Obst

Zuversichtlich: Obstbauer Tobias Hahn schaut sich die Blüte der Süßkirschen an. Bis jetzt ist er sehr zufrieden. Er hofft wie alle seine Kollegen, dass es frostfrei bleibt.
Zuversichtlich: Obstbauer Tobias Hahn schaut sich die Blüte der Süßkirschen an. Bis jetzt ist er sehr zufrieden. Er hofft wie alle seine Kollegen, dass es frostfrei bleibt. © Foto: René Matschkowiak
René Matschkowiak / 25.04.2012, 07:03 Uhr
Markendorf (MOZ) Rund um Frankfurt blühen die Obstbäume. Ob sie reiche Ernte tragen werden hängt von vielen Faktoren ab, so dem Wetter, aber auch dem Flug der Bienen. Auf einer Bienenkonferenz sprachen Obstbauern mit Imkern über ihre Zusammenarbeit.

Tisch und Stühle stehen mitten zwischen den blühenden Bäumen in der Abendsonne. Frischer Kuchen wird gereicht, dazu ein paar Häppchen und Getränke. Was wie ein romantischer Abend anmutet, ist die Bienenkonferenz bei den Obstbauern in Markendorf. Zum ersten Mal gab es diese Runde. Eingeladen waren die Imker, die Obstbauern, aber auch Ulrike Holz vom Pflanzenschutzdienst.

Steffen Aurich, der als Geschäftsführer der Markendorf Obst e. G. für die Vermarktung des Obstes verantwortlich ist, stellt klar, dass es ohne Imker keine Obstbauern geben würde. Deswegen sei das miteinander Reden besonders wichtig. Oder wie Obstbauer Tobias Hahn sagt: "Honig kann man importieren, Bestäubung nicht."

Der direkte Kontakt war bisher nicht so üblich, erzählt Hobbyimker Hahn. Dabei ist der Einsatz der Bienen logistisch durchaus geplant. Rund 900 Völker mit zurzeit bis zu 60 000 Bienen sind auf den Obstplantagen unterwegs. Wichtig ist für die Obstbauern, dass nicht alle Bienen auf einem Fleck sind. Für die Imker wiederum muss der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln genau geplant werden. Wenn gesprüht werden muss dann nachts, die Bienen fliegen nur bei Sonnenschein. Obwohl in Markendorf nichts Bienenschädliches mehr eingesetzt wird, wie Ulrike Holz feststellt. Sie erklärt, dass auch Bio-Bauern Mittel zur Verfügung haben, um Schädlinge zu bekämpfen. Allerdings sind die neuen Mittel so, dass sie nur noch diese treffen.

Um die Bodenqualität ökologisch zu verbessern und dem Bienennachwuchs nach der Obstblüte etwas zu bieten, werden wir in diesem Jahr erstmals eine Blütenmischung an Randstreifen und zwischen den Bäumen säen, gibt Tobias Hahn einen Ausblick.

Für Imker Lutz Theis ist die Obstblüte der Start in die Saison. Honig gibt es jetzt so gut wie keinen zu holen. Das meiste brauchen die Bienen selber für die Brut. Sie werden jetzt sozusagen aufgepäppelt, damit es dann mit voller Kraft in den Raps gehen kann, erzählt er.

Reiner Gabriel, Landesvorsitzender der Imker, erklärt, dass es immer noch wichtig sei, Nachwuchs zu finden. "Allerdings können wir erste Erfolge verzeichnen. Vor fünf Jahren waren 1400 Imker organisiert. Jetzt sind es 1940. Nun wollen wir daran arbeiten, die Zahl der Völker, derzeit sind es im Schnitt zehn pro Imker, zu erhöhen".

Ein weiteres Problem für Obstbauern ist, dass ältere Imker lieber vor Ort bleiben, anstatt zu reisen. Dieses Jahr reichen die Bienen in Markendorf aber aus. Den Frostschock vom vergangenen Jahr jedoch haben einige der Bauern noch nicht verkraftet. "Wir hatten 65 Prozent weniger Ertrag. Durch Zukäufe konnten wir wenigstens die 20 Arbeitsplätze in der Verpackung sichern", sagt Steffen Aurich. Jetzt hoffen die Obstbauern auf frostfreie Nächte.

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