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Der Frankfurter Unternehmer Daniel Grabow will Investoren für den See gewinnen

Helene hat einen neuen Betreiber

Ein neuer Anlauf am Helenesee: Der Frankfurter Unternehmer Daniel Grabow (Mitte), Rechtsanwalt Stefan Voss (links) und der Verwaltungschef der Helenesee AG, Uwe Grack, wollen neue Investoren für den Freizeitpark gewinnen.
Ein neuer Anlauf am Helenesee: Der Frankfurter Unternehmer Daniel Grabow (Mitte), Rechtsanwalt Stefan Voss (links) und der Verwaltungschef der Helenesee AG, Uwe Grack, wollen neue Investoren für den Freizeitpark gewinnen. © Foto: FOTO Michael Benk
Heinz Kannenberg / 25.04.2012, 20:29 Uhr
Frankfurt (MOZ) Die Helenesee AG hat einen neuen Betreiber. Der Frankfurter Unternehmer Daniel Grabow hat Anfang April die Pro Helenesee GmbH & Co. KG gegründet. Grabow will den Helenesee schrittweise wieder "beleben". Mit der Stadt will er den Erbbaupachtvertrag nachverhandeln.

Die Pro Helene Betreiber GmbH übernimmt rückwirkend zum 1. Januar die Betreibung des Helenesees. Darüber informierte Daniel Grabow gestern. Er übernimmt nach seinen Angaben für 19 Jahre die Darlehen der bisherigen holländischen Betreiber Heckmann und Boers im Rahmen eines Dienstleistungsvertrages. Und er erwirbt mit sofortiger Wirkung 100 Prozent der Stimmrechte innerhalb der Helenesee AG. Rechtsanwalt Stefan Voss bleibe, informierte Grabow, weiter Vorstandsvorsitzender der AG und werde sich die Verantwortung in der neuen GmbH mit ihm teilen.

Die neuen Betreiber streben auf Grund des tatsächlichen Wertes der Immobilien der Helenesee AG und negativer demografischer Entwicklung, wie Grabow mitteilt, eine Veränderung des Erbbaupachtvertrages mit der Stadt an. Dieser müsse, betont er, an die aktuellen Marktbedingungen angepasst werden. Bisher zahlte die Helenesee AG 105 000 Euro Pachtzins an die Stadt. Die neuen Betreiber erwarten eine Reduzierung auf 50 000 Euro.

Ein entsprechender Antrag liegt der Stadtverwaltung vor. "Wir wollen die Ersparnis direkt an die Bevölkerung weiter geben", betont Grabow. Der Eintritt soll künftig nur noch einen Euro betragen.

Der 39-jährige Unternehmer, der in Frankfurt und Eisenhüttenstadt vier Diskotheken betreibt, brachte im vergangenen Jahr mit Veranstaltungen wie Helene in Flammen, einem dreitägigen Beach-Festival sowie einer Schlager-Party erstmals seit vielen Jahren wieder spürbar Flair an den See. Allein zum Beach-Festival bei fast anhaltendem Regenwetter kamen 9000 Besucher. "Vor allem die Berliner anzulocken, hat gut funktioniert", betont Grabow. Etwa 75 Prozent der Karten seien an Berliner verkauft worden, zähle man das Berliner Umland hinzu, seien es fast 90 Prozent gewesen. "Wir können Berlins Badewanne werden", nennt Grabow eine für ihn wichtige Zielgruppe.

Vor allem aber will der gebürtige Frankfurter wieder die Einheimischen an den Helenesee holen. Die Generation der 25- bis 35-Jährigen fährt inzwischen lieber an den Müllroser See als an die Helene, will er beobachtet haben. Auch sie will er wieder an den Helenesee locken. Grabow verweist auf die "unschlagbare Wasserqualität" und den "längsten zusammenhängenden Sandstrand eines europäischen Binnensees". Diese Vorzüge des Helenesees will er "einfach vermarkten".

Er räumt ein, dass es durch fehlende Investitionen in den zurückliegenden Jahren noch viele Defizite am Helenesee gibt. "Wegen dieser Schwächen kann man den Besuchern auch nicht fünf Euro abkassieren. Deshalb auch ein Euro Eintritt am See und fünf Euro für eine Übernachtung im Zelt auf dem Campingplatz", sagt er. Bisher sei es billiger gewesen, auf dem Zeltplatz in Prerow (Darß) zu campen als an der Helene.

Das verdiente Geld will Grabow in Investitionen stecken. "Ich halte nicht die Hand für Förder-Millionen auf. Wir wollen schrittweise wieder Bedingungen an der Helene schaffen, um Investoren an den See zu holen", betont er. Dazu gehört für ihn auch, neue Ferienhäuser zu bauen. Wie viel, könne und wolle er nicht versprechen. Es könnten im Jahr mal zwei oder zwölf sein. "Wir werden das machen, was wir uns leisten können. Und ich mache das, was ich sage", so Grabow. Er habe Respekt vor der neuen Herausforderung, aber sagt dann: "Ich werde es schaffen".

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ROESSLGAENGER 26.04.2012 - 20:12:57

Ich wünschte, es gänge gut!

Herr Grabow hat sicher Macherqualitäten, aber ob die Helene nicht eine Nummer zu groß für ihn ist. Ich würde ein Modell favorisieren, in dem die Stadt die Oberhoheit über das Gelände besitzt und die einzelnen Bereiche (Strände, Zeltplätze, Gaststätten usw.) getrennt zur Pacht ausschreibt. Wenn dann einer der Pächter die Sache ordentlich stemmt und damit Geld verdient, dann kann dieser allein oder mit potenten Partnern beginnen dickere Bretter zu sägen. So habe ich etwas Angst, dass Herr Grabow, trotz sicher guten Willens, in zwei Jahren sagt: Sorry Jungs! und die Helene wieder ein Stück runter gewirtschafteter zurück gibt. Auf die großen Investoren zu warten, halte ich für müßig, die können sich bald im Lausitzer Seenland austoben!

André B. 26.04.2012 - 13:46:41

@Gast

Partymeile? ...warum nicht? Auch das gehört zum Urlaub machen dazu. Sonst kommen weder Jugendliche noch Familien mit Kindern um ein paar zusammenhängende Tage dort verbringen. Das Areal ist groß genug um Partyspaß und Ruhe gleichzeitig zu erleben. Also für jeden etwas. Man sollte nicht zu einseitig und an seine eigenen Interessen denken, wenn man schon selbst nicht das Investitionsrisiko trägt. Das zahlende Publikum bestimmt das Geschäftsmodell, nichts weiter.

Gast 26.04.2012 - 10:52:49

viel schlechter kanns kaum werden

hoffentlich wirds nicht bloß ne Partymeile.

O. Zander Bln. 26.04.2012 - 08:06:07

Das ist

ein vernünftiges und solides Konzept. Allein der Eintrittspreis bindet die Besucher aus nah und fern. Erlöse daraus können dann für notwendige Investitionen verwendet werden. Die Stadt Frankfurt sollte dem Jungunternehmer mit seinem Partner entgegen kommen. Nur so kann der Tourismus im weiteren Umland der Bundeshauptstadt gefördert werden.

Martin Hampel 26.04.2012 - 07:41:06

Alles Gute

Ich drücke die Daumen, dass das Helenesee-Team es schafft den See wieder zur "Badewanne" von Frankfurt (und gern auch darüber hinaus) zu machen. Viel Erfolg

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