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Das Strandbad Müggelsee in Rahnsdorf wird 100 Jahre alt / Bezirksamt sucht nach wie vor einen Investor

Jubiläum mit unsicherer Zukunft

Uferkante mit Brüchen: Diese Betonteile im Strandbad Müggelsee sollen bald beseitigt werden.
Uferkante mit Brüchen: Diese Betonteile im Strandbad Müggelsee sollen bald beseitigt werden. © Foto: danuta Schmidt
Danuta Schmidt und Bernhard Sch / 26.04.2012, 07:51 Uhr
Rahnsdorf (MOZ) Noch immer ist das Strandbad Müggelsee dem Verfall preisgegeben - dabei wird die Badestelle im Mai 100 Jahre alt. Die Vergabe an einen Schöneicher Investor ist gescheitert, eine Neuausschreibung stößt auf Schwierigkeiten. Immerhin bleibt das Baden auch weiter kostenlos - wenn auch nicht gefahrlos.

Das Strandbad Müggelsee in Rahnsdorf ist seit Ende des 19. Jahrhunderts als wilde Badestelle beliebt. Bereits 1912 entstand der erste organisierte Badebetrieb mit Umkleidepavillons und dem Bootssteg "Hechtbrücke". Schon im ersten Badejahr erwies sich das Bad mit 177 000 Gästen als Anziehungspunkt. 15 Jahre später brannte allerdings die gesamte Anlage mit Holzbauten ab. "Am 26. Mai feiern wir das 100. Jubiläum des ersten regulären Strandbades am Müggelsee", kündigt Gion Voges, Vorsitzender des Vereins "Bürger für Rahnsdorf" an.

Der Bürgerverein fungiert mit dem Bezirk Treptow-Köpenick als Betreiber. Voges will mit dem Fest ein Zeichen setzen. Denn das Strandbad soll im Gespräch bleiben, nachdem der Schöneicher Sven Kühne, Vorstand der Kühne Pool & Wellness AG im dortigen Gewerbegebiet, als möglicher Investor abgesprungen ist. Das bestätigte gestern auf Nachfrage der Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick, Oliver Igel (SPD). Kühne selber war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Das gesamte Areal soll nun wieder ausgeschrieben werden. Voges hofft, dass das noch im laufenden zweiten Quartel erfolgen kann. Auch Igel sagt: "Wir würden dies lieber früher als später machen, denn eine Übernahme durch einen Investor entlastet uns als Bezirk von Kosten." Ob es schnell zur Ausschreibung kommt, erscheint aber fraglich. Derzeit seien dem Bezirksamt noch die Hände gebunden, so Igel.

Er verweist darauf, dass ein Teil des Strandbads als Sportfläche gewidmet ist, , auf der keine Gewinne erwirtschaftet werden dürfen. Das mache die Sache für jeden Investor unattraktiv. Außerdem befinde sich das Gelände in einer Wasserschutzzone. Immerhin sei eine Anhörung zur Entwidmung als Sportfläche bereits gelaufen. "Nun muss das Abgeordnetenhaus noch zustimmen", sagt Igel. Zu den Vorgaben, die sowohl der Bürgerverein als auch der Bezirksbürgermeister formulieren, gehört, dass der Eintritt ins Bad weiterhin unentgeltlich sein soll. Außerdem sollen die drei Großobjekte, das Saunagebäude, die ehemalige Großgaststätte/Diskothek sowie das denkmalgeschützte Hauptgebäude (1928-1930) genutzt werden.

Jetzt geht es aber erst einmal um die Sicherung des Badebetriebes. Schließlich kamen im vergangenen Jahr 110 000 Gäste. In den nächsten Wochen wird die Baumaßnahme zur Beseitigung der 250 Meter langen Ufer-Betonkante ausgeschrieben. Dabei geht es um je drei Quadratmeter große Spundwände. "Mit Entfernung soll eine Gefahrenquelle beseitigt werden, denn es liegen auch Betonteile mit Bewehrungsstahl im Wasser. In den vergangenen Jahren sind schwere Unfälle passiert. Man sollte mit Badeschuhen ins Wasser gehen" rät Voges. Doch warum gibt es überhaupt diese Betonkante? Durch den Westwind wurden Abfälle und Schmutz immer am Nordstrand angeschwemmt. Durch die Betonierung konnte der Dreck zu DDR-Zeiten maschinell beseitigt werden. "Seit der Wende wurde die Pflege der versiegelten Fläche aber stark vernachlässig, dadurch wurde sie gefährlich", so Voges.

Allen ungeklärten Fragen zum Trotz kann ab Mai der Badebetrieb wieder losgehen. "Für diese Saison läuft der Betrieb zu kostenlosen Öffnungszeiten einfach weiter", sagt Igel. Der Bezirk werde auch künftig die Verantwortung für den Strandbereich und damit die Öffnung des Strandes wahrnehmen. Es sollen die alljährlichen Beachvolleyball-Turniere stattfinden, in Strandnähe wird wieder einen Segelcup organisiert. Im Mai tagt dann wieder ein Runder Tisch in Rahnsdorf, unter anderem mit den Vorsitzenden der Bürgervereine Friedrichshagen und Rahnsdorf, mit dem Ziel, das Strandbad als "Riviera des Ostens" dauerhaft zu erhalten.

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