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Jubiläumsausstellung der Kunsttherapie

Großes Altarbild zeigt die Schöpfung

Kräftige Farben: Kursteilnehmer der Kunsttherapie der Hoffnungstaler Werkstätten Biesenthal.
Kräftige Farben: Kursteilnehmer der Kunsttherapie der Hoffnungstaler Werkstätten Biesenthal. © Foto: Josef Günther
Olav Schröder / 02.05.2012, 07:39 Uhr
Biesenthal (MOZ) Ein mehr als vier mal zwei Meter großes Altarbild zur Schöpfungsgeschichte wird die zehnte "Bild-und-Seele"-Ausstellung in der Glambecker Dorfkriche schmücken. Angefertigt haben es Teilnehmer der Kunsttherapie der Hoffnungstaler Werkstätten in Biesenthal.

Auf dem Altarbild werden die Momente der Schöpfungsgeschichte vereint sein. Auch für schwierige Motive wie die Darstellung des Lichts oder die Unterscheidung von Tag und Nacht haben die Künstler überzeugende Lösungen gefunden. Für die Präsentation des Werks wurde bewusst der Tag des offenen Ateliers, also Sonntag, 6. Mai, gewählt. Und nach dem Ende der Glambecker Ausstellung wird das Gemeinschaftsbild im Barnim in verschiedenen Kirchen gezeigt.

Die Kunsttherapie der Hoffnungstaler Werkstätten geht auf eine Initiative der Rüdnitzer Bildhauerein Margit Schötschel vor mehr als 40 Jahren in Lobetal zurück. Seit gut einem dutzend Jahren wird die Kunsttherapie von der Malerin Heidrun Rueda betreut. Und seit nunmehr zehn Jahren findet alljährlich auf Initiative des Glambecker Denkmalvereins um Heimtraud Eichhorn die Ausstellungsreihe "Bild und Seele" statt.

Rund 30 Künstler arbeiten mit Heidrun Rueda in fünf bis sechs Gruppen zusammen. "Manche von ihnen können sich verbal nicht äußern, entwickeln aber eine äußerst kreative Formensprache", sagt Heidrun Rueda. Die meisten Bilder werden von einer expressiven Ausdrucksweise beherrscht, die den Betrachter unmittelbar und direkt anspricht. In der Kunstwissenschaft habe dieser Richtung von Menschen mit geistigen Behinderungen bereits vor rund 90 Jahren einen eigenen Namen erhalten: l'art brut - die herbe, unverbrauchte Kunst. Gedeutet werde sie als direkter Ausdruck aus dem Unterbewussten.

L'art brut stelle einerseits eine Bereicherung des öffentlichen Kunstgeschehens dar, so Heidrun Rueda. Daher wurde auch der Tag des offenen Ateliers für die Präsentation des Altarbildes gewählt. Darüber hinaus bedeute es aber auch für jeden Künstler eine ungeheure Anerkennung und einen Schub für die persönliche Entwicklung, wenn er seine Arbeit in einer Ausstellung erlebt und sieht, wie sie aufgenommen wird.

Oftmals erlebt Heidrun Rueda Überraschungen, wenn jemand neu in eine ihrer Kunstgruppen hinzukommt. "Es ist ein Stück Abenteuer, wenn man beobachtet, wie ein Teilnehmer etwas Neues, Unvorhergesehenes malt", sagt sie. Diesem Reichtum an Fantasie und Einfällen können die Besucher erleben, da an den Seitenwänden und auf der Empore auch Vorarbeiten zu dem Gemeinschaftsbild gezeigt werden. Ein zweiter Teil der Jubiläumsausstellung folgt ab 3. Juni im Kloster Chorin. Dort werden dann Werke aus zehn Jahren Kunsttherapie gezeigt.

Ausstellungeröffnung: Sonntag, 6. Mai, 15 Uhr, mit einem Jubiläumsgottesdienst von Pastor Johannes Feldmann, Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, und Pfarrer Ralf Schwieger (Friedrichswalde)

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