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Auf Funkmast verzichtet

Ein Mobilfunkmast bei Dierberg, der vor ein paar Monaten um eine LTE-Anlage erweitert wurde
Ein Mobilfunkmast bei Dierberg, der vor ein paar Monaten um eine LTE-Anlage erweitert wurde © Foto: . Rudolph
Holger Rudolph / 02.05.2012, 16:30 Uhr
Rheinsberg (MZV) Mobilfunk-Kritiker können aufatmen. Der Anbieter Vodafone D2GmbH verzichtet darauf, in Rheinsbergs Kernstadt einen weiteren Sendemast aufzustellen.Seit 2006 hatte sich der Anbieter um eine Baugenehmigung für die Sende- und Empfangsanlage auf einem Privatgelände nahe des Gewerbegebiets an der Berliner Chaussee bemüht. Der Rheinsberger Bauausschuss lehnte im August 2006 den Bau ab. Auch die Stadtverordneten stimmten dagegen. Über die Errichtung zu entscheiden hätte allerdings der Landkreis.

Bauamtsleiter Jens Eggert bestätigte gestern, dass die Stadt gegen die Aufstellung der Sendeanlage geklagt hat. Mehr über dieses Verfahren wollte er nicht sagen. Doch zu einem Abschluss sei es nicht gekommen, weil Vodafone schließlich mitgeteilt habe, „dass man auf den Mast verzichtet“.

Von der Pressestelle des Mobilfunk-Anbieters wurde nach einer dmo-Anfrage am Mittwoch eine Stellungnahme zum Hintergrund des Verzichts zugesagt.

Der Stadtverordnete Hans-Georg Rieger (BK OPR) gehört zu denjenigen Rheinsbergern, die sich gegen Mobilfunk-Anlagen in der Nähe von Wohnsiedlungen aussprechen. Er freute sich sehr, als er erfuhr, dass der Mast nicht montiert wird. Das sei „für die Rheinsberger eine sehr angenehme Mitteilung“.

Bauamtsleiter Eggert sind „derzeit keine weiteren Anträge zur Errichtung von Funkmasten bekannt“. Dennoch ist damit zu rechnen, dass mit dem Ausbau des drahtlosen schnellen Internets LTE (Long Term Evolution)auch in die Prinzenstadt weitere Sendeanlagen des einen oder anderen Anbieters kommen könnten.

Die Stadtverordneten hatten sich seinerzeit nicht zuletzt gegen die relativ nahe am Zentrum gelegene Sendeanlage ausgesprochen, weil es damals eine Bürgerinitiative gegen Mobilfunk-Masten in der Kernstadt gab. Deren Protest richtete sich vor allem gegen Anlagen nahe Schulen oder Kindergärten.

Auch heute gehen die Meinungen über eine mögliche Gefährdung durch so genannte Handystrahlen noch weit auseinander. Mobilfunk-Netzanbieter und Handyhersteller argumentieren damit, dass sie die zugelassenen Grenzwerte deutlich unterschreiten. Es könne also keinesfalls von einer Gesundheitsgefährdung ausgegangen werden. Anders sieht das indes die Weltgesundheitsorganisation(WHO). Diese teilte im Juni 2011 mit, dass regelmäßiges Telefonieren mit dem Handy über lange Zeit die Krebsgefahr womöglich erhöhen könne.

Bezüglich des Auslösens eines Akustikusneurinoms, eines seltenen Tumors am Kleinhirnbrückenwinkel, der zu Tinnitus und Schwerhörigkeit sowie einseitiger Gesichtslähmung führen kann, gehen die Meinungen auseinander. Während manche Studien zur Auffassung kommen, dass die Nutzung des Handys die Tumor-Anfälligkeit nicht erhöht, gehen andere von einer verstärkten Gefährdung aus.

Elektrosmog beunruhigt die Menschen spätestens seit der Einführung des Radios. Dass dessen Sendesignale tatsächlich Krebs auslösen könnten, wurde aber nie nachgewiesen.

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Elektroingenieur 13.06.2012 - 14:56:39

Glückwunsch

Eine super Entscheidung. Gut, hätte man mal jemand gefragt, der sich damit auskennt, statt geifernde Umwelt- und Strahlenfanatiker, hätte man vielleicht herausgefunden, daß mit dem Aufbau einer zusätzlichen Sendestelle die „Strahlenbelastung“ SINKT, weil Handies und eben auch die Sender dann automatisch mit weniger Leistung arbeiten können und sich trotzdem vestehen. Aber solche technischen Fragen läßt man heute ja lieber von Pfarrern und Lehrern entscheiden als von Ingenieuren. Fühlt sich auch total gut an und so.

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