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Köhler-Ausfahrt startet Sport- und Musiktag

Eine echte Galionsfigur ohne Allüren

Rückhalt: Den erhielt Siegfried Köhler von seiner ebenfalls aus Forst stammenden Ehefrau Waltraud während seiner erfolgreichen Karriere.
Rückhalt: Den erhielt Siegfried Köhler von seiner ebenfalls aus Forst stammenden Ehefrau Waltraud während seiner erfolgreichen Karriere. © Foto: Udo Plate
Udo Plate / 03.05.2012, 21:30 Uhr
Beiersdorf/Berlin (MOZ) Bereits über sechs Jahrzehnte ist Siegfried Köhler der Magie des Radsports erlegen und mehr als 50 Jahre dem Zauber seiner Ehefrau Waltraud. Und es war eben dieses Duo Frau und Rad, das dem Leben des heute 76-Jährigen, einer der Galionsfiguren des DDR-Radsports, die Richtung vorgab.

Der gebürtige Forster kam als Junge 1956 frühzeitig zum Berliner TSC und machte dort schnell Karriere. "Da durfte ich als Landpomeranze unter den Profis nicht zimperlich sein. Da galt es sich auch mit Nachdruck durchzusetzen", erinnert sich Köhler nur zu gern an die Anfänge. Er galt lange Zeit als die "Lokomotive" des legendären DDR-Bahn-Vierers, der in Rom 1960 Silber holte. Seine sämtlichen Erfolge aufzuzählen wäre müßig, zumal er nach seiner aktiven Laufbahn dem Radsport treu blieb und etliche Aktive als Übungsleiter zu zahlreichen Meriten führte. Allen voran Thomas Huschke, den er zum Weltmeister in der Einerverfolgung machte.

Natürlich hat diese Zeit bis heute ihre Spuren bei ihm hinterlassen. Vor allem der Zusammenhalt in der Radsportfamilie lag und liegt dem 1,85 Meter großen stattlichen Köhler besonders am Herzen. Etliche Mal im Jahr treffen sich ehemalige Radsportgrößen seit nunmehr vier Jahrzehnten. Doch nicht nur allein zum Austauschen der Erinnerungen. Radfahren steht immer noch im Mittelpunkt. "Wir sind nicht mehr auf Rekordjagd. Vielmehr ist es die Bewegung mit den Rädern, wobei durchaus die eine oder andere Bergetappe noch in Angriff genommen wird", berichtet Köhler. Ein alljährlicher Treffpunkt ist Bollmannsruh am Beetzsee. Bereits seit 1976 steht dieses Treffen fest in dem Terminkalender der Köhlers, die 1987 sich im ländlichen Beiersdorf eine Bauernkate erwarben. Hier widmet sich Köhler einem spät entdeckten Faible - dem Malen. Etliche Werke in Öl und Tangerfarben hat er bereits auf Leinen gebannt.

Für Beiersdorfs Ortvorsteher Willi Huwe ist Siegfried Köhler eine Gallionsfigur des Radsports in der DDR gewesen. "Er ist fraglos einer der größten seines Fachs gewesen. Er hat von allem mehr - mehr Begabung, Leistungsbereitschaft, Fleiß, Disziplin und auch Emotionen", so der im wirklichen Leben als Falkenberger Schulleiter tätige Huwe.

Zur zweiten Beiersdorfer Ausfahrt wie Köhler, die 35 kilometerlange Runde nennt, gibt sich die Creme de la Creme der DDR-Radsportszene der vergangenen Jahrzehnte die Ehre: Gustav-Adolf "Täve" Schur, Jochen Glaser, Klaus Schützeberg, Gerhard Löffler, Ronny Maraun, Axel Peschel, Georg Sternberg erster Straßenmeister der DDR 1949, Michael Milde, Wolfgang Schmelzer, Detlef Zabel, Dieter Lüder und die Silbermedaillengewinner von Rom mit Siegfried Köhler, Bernd Barleben, Peter Gröning und Michael Klieme. Auch Ortsvorsteher Willi Huwe ist auf dem Drahtesel am morgigen Sonnabend zum Sport- und Musikfest mit von der Partie. Der Startschuss ertönt um 11 Uhr. Es folgen Fußballspiele um 13 und 15 Uhr, ehe mit dem Konzert in der Kirche um 18 Uhr der Tag endet.

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