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Schwitzen für brasilianische Stipendien

Mit vollem Einsatz: Der Pulk der Läufer überquerte am Gräfin-Dönhoff-Gebäude die Holzbrücke zum Ziegenwerder. Mehr als 125 Studenten waren in diesem Jahr dabei und schwitzten für einen guten Zweck.
Mit vollem Einsatz: Der Pulk der Läufer überquerte am Gräfin-Dönhoff-Gebäude die Holzbrücke zum Ziegenwerder. Mehr als 125 Studenten waren in diesem Jahr dabei und schwitzten für einen guten Zweck. © Foto: René Matschkowiak
René Matschkowiak / 05.05.2012, 07:06 Uhr
Frankfurt (MOZ) Via-Running heißt ein Studentenlauf, bei dem am Donnerstagabend mehr als 125 Frauen und Männer an den Start gingen. Gelaufen wurde für einen guten Zweck.

50 Bier musste Georg Stadtmann ausgeben. Mit 100 hat er gerechnet. Als kleine Motivationshilfe für seine Studenten bekam jeder, der vor ihm im Ziel war, von dem Professor einen Gerstensaft auf dessen Rechnung. Es zeigt aber auch, dass der laufbegeisterte Lehrstuhlinhaber noch gut mithalten kann beim Via-Running.

Der Lauf der Studenten dient einem guten Zweck. Die drei Euro Startgebühr, die jeder vor dem Loslaufen berappen muss, kommen einer brasilianischen Stipendien-Organisation zugute. Nebenbei geht es darum, welche Fakultät die meisten Studenten an den Start bringt. In diesem Jahr waren es die WiWis, was für nicht Eingeweihte Studenten der Wirtschaftswissenschaften bedeutet.

Martin Zarek hat den Lauf vor drei Jahren gewissermaßen erfunden. Es war beim Stadtfest Bunter Hering, erinnert er sich. "Mein Studienfreund und ich fanden, dass es in Frankfurt zu wenig Sportfeste für Studenten gibt." Der "Sprint mit Herz", eingebettet in das Volksfest, sollte die Studierenden zum Schwitzen bringen. Allerdings fanden sich nur sieben Gleichgesinnte.

Als sich Professor Stadtmann für die Idee einsetzte, wurden es schlagartig mehr, erzählt der Student. Im vergangenen Jahr waren es 125 Teilnehmer, jetzt noch ein paar mehr, freut sich Zarek.

Georg Stadtmann unterstützt den Lauf dabei mit sehr unkonventionellen Ideen. "Ich habe die Studenten, die heute in meine Vorlesung gekommen sind, im Vorfeld gebeten, in Trainingssachen zu erscheinen. Mich natürlich eingeschlossen", erklärt er. "Nach der Hälfte der Zeit habe ich abgebrochen. Jetzt rennen wir gemeinsam für einen guten Zweck. Zusammen Schwitzen erzeugt auch ein Gemeinschaftsgefühl", ist er sich sicher. Mit dem Zuspruch der Studenten ist er schon fast zufrieden, nur seine Professoren-Kollegen könnten ruhig auch mitmachen. Als ersten Preis, so stellt er sich vor, könnte der Präsident der Uni, Gunter Pleuger, eine gemeinsame Fahrt in der präsidialen Limousine nach Berlin ausloben. Das würde noch mehr motivieren, um den Ziegenwerder zu rennen, ist sich Stadtmann sicher.

Ob der Sieger des Tages dann noch einmal die Kraft hat, den Streckenrekord zu unterbieten, sei dahingestellt. In jedem Fall aber wird Richard Hoffmann vorn mit dabei sein. Der Berliner studiert im ersten Semester Wirtschaftswissenschaften. In zwölf Minuten und 13 Sekunden umrundete er zweimal das Frankfurter Kleinod. Ganz aus der Kalten kommt die Leistung nicht. Viermal geht er in der Woche joggen, erzählt Hoffmann. Außerdem hat er in den vergangenen 14 Tagen auf Alkohol verzichtet. "Ja, ich wollte schon gewinnen", sagt er. In diesem Jahr gab es dafür noch eine Urkunde. Im nächsten vielleicht den Platz neben Pleuger.

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