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Drei Bewerber für Schwedter Klinikum

Hoffnung auf neue Kinderärzte

Cornelia Hendrich / 05.05.2012, 07:35 Uhr
Schwedt (MOZ) Vor der Tür des Rathauses demonstrierten Eltern. Drinnen war die zweite Sitzung zur Kinderklinik weitaus ruhiger als die erste mit ihrem wütenden Schlagabtausch. Der Klinikkonzern konnte vermitteln, dass er sich wirklich um Ärzte bemühte und sogar schon Hoffnung wecken.

Zwei Stunden dauerte das Treffen am Freitag beim Schwedter Bürgermeister. Mit der Führung des Asklepios-Klinikkonzerns sprachen Vertreter des Gesundheitsministeriums, der Landrat, die Fraktionsvorsitzenden der Stadt und Vertreter der Schwedter Wirtschaft. Ministerpräsident Mathias Platzeck hatte ein solches Treffen angeregt, damit die Region gemeinsam überlege, was sie für einen Kinderarzt tun kann.

"Das Gespräch verlief diesmal konstruktiv und sachlich", sagte Bürgermeister Jürgen Polzehl. "Asklepios hat uns intensiv vermittelt, dass sie sich um Kinderärzte kümmern."

Michael Jürgensen, Chef des Schwedter Klinikums, berichtete genauestens, was Asklepios getan hatte und wo weitreichend nach Ärzten gesucht wurde.

Zum einen hat Asklepios einen Imagefilm - speziell zugeschnitten auf Ärzte - erstellen lassen. "Mit wunderschönen Bildern von Schwedt und Umgebung, Criewen, der Altstadt, der Wasserseite", so Jürgensen. Bürger und der Bürgermeister kommen zu Wort. Es wird Unterstützung bei der Wohnungssuche und den Umzugskosten versprochen. Der Film wird ab nächster Woche auf den Internetseiten des Klinikums und auf der bekanntesten Video-Plattform "Youtube" eingestellt.

Zum anderen seien über die Öffentlichkeitsarbeit der vergangenen Wochen weitere Personalberater auf das Klinikum aufmerksam geworden und hätten Bewerber gesucht. Zudem haben Ärzte des Klinikums sich im Bekanntenkreis gekümmert. "Wir haben ein Vorstellungsgespräch bereits gehabt", so Michael Jürgensen. Zwei weitere seien in der übernächsten Woche geplant. Mit diesen Bewerbern werde man weiter diskutieren. Darüber hinaus gebe es Angebote von Honorar-Ärzten, das sind Ärzte, die selbstständig sind und flexibel an Krankenhäusern eingesetzt werden können. "Aus Polen haben sich Fachärzte auf Initiative von einem unserer Ärzte gemeldet, die bereit wären, den Bereitschaftsdienst zu übernehmen", so Klinikum-Chef Jürgensen. Diese müssten jedoch noch besser Deutsch lernen, darum kümmere er sich gerade.

Um die Station wieder aufmachen zu können, braucht das Klinikum mindestens zwei über einen längeren Zeitraum festangestellte Fachärzte. Trotz der Angebote geht eine Einstellung der Ärzte nicht von heute auf morgen, denn die Kündigungsfristen betragen mindestens drei Monate. "Ärzte sind rar, sie haben deshalb meist lange Kündigungsfristen", so Jürgensen.

"Es gibt weiterhin die Zusagen von Firmen, sich um einen Job der Lebenspartner zu kümmern, wir als Stadt unterstützen bei der Kinderbetreuung", so Bürgermeister Polzehl. "Ich habe persönlich den Eindruck, dass die Asklepios-Spitze erkannt hat, dass Stadt und Eltern auf die Wiedereröffnung warten und Asklepios alle Hebel dafür in Bewegung setzt", so SPD-Stadtabgeordneter Mike Bischoff.

Mit Michael Zaske vom Brandenburger Gesundheitsministerium wurde diskutiert, wie junge Leute nach dem Studium in Berlin aufs Land gelockt werden können und was Berlin dafür tun muss. Brandenburg hatte zugunsten Berlins auf die medizinische Ausbildung verzichtet, doch weil zu wenig Ärzte nach Brandenburg kommen, denkt man schon über eine eigene Ausbildung nach.

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