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Stasi-Überprüfung in Nauen: Akten liegen bald vor

Die Stasi-Akten sind gesichtet. Bald kann die Auswertung in Nauen erfolgen.
Die Stasi-Akten sind gesichtet. Bald kann die Auswertung in Nauen erfolgen. © Foto: dpa
Patrik Rachner / 06.05.2012, 00:02 Uhr
Nauen (MZV) Gut zwei Jahre nachdem die Nauener Stadtverordnetenversammlung die Überprüfung aller politischen Mandatsträger, des Bürgermeisters und der Fachbereichsleiter auf eine Zusammenarbeit mit dem Ministerium der Staatssicherheit der ehemaligen DDR einstimmig beschlossen hatte, sind von der Stasi Unterlagenbehörde in Berlin nun fast alle Akten gesichtet worden. In den kommenden Tagen soll das noch fehlende Material in Gänze zur Verfügung gestellt werden, wie Dagmar Hovestädt, Sprecherin der Behörde, auf Anfrage bestätigte.

Wenngleich der mit der Auswertung beauftragte Ehrenrat, bestehend aus Werner Salomon und Thomas Tutzschke, vermutlich noch eine längere Zeit beanspruchen wird, um einen Abschlussbericht samt Empfehlung vorlegen zu können, so kann in den kommenden Monaten in punkto Stasi-Aufarbeitung in Nauen wohl endgültig ein Schlussstrich gezogen werden.

Sollte der Ehrenrat Anhaltspunkte für eine hauptamtliche oder inoffizielle Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) erhalten, wird die betroffene Person angehört und ihr die Möglichkeit einer persönlichen Stellungnahme eingeräumt. Bei der Beurteilung des Einzelfalls will der Ehrenrat Besonderheiten, wie Dauer und Intensität, Zeitpunkt und Grund der Aufnahme und Beendigung einer Tätigkeit für das MfS einbeziehen, heißt es in dem am 22. März 2010 erfolgten Beschluss zur Vorgehensweise.

Warum aber von der Antragsstellung bis hin zur Aktenausgabe soviel Zeit ins Land gezogen ist, weiß die Sprecherin der Stasi-Unterlagenbehörde, Dagmar Hovestädt, zu berichten. „In den vergangenen Jahren sind die Anträge, Mandatsträger überprüfen zu lassen, extrem angestiegen. 2008 waren es noch 63, 2010 rund 1.700 Anträge. Insofern kann es durchaus auch zu längeren Wartezeiten kommen. Es hat aber nichts damit zu tun, dass es in Nauen besonders schwierig gewesen ist. Es gibt einzig und allein zeitliche Gründe. Im Fall Nauen stehen wir nun aber kurz vor dem Abschluss“, sagte sie.

Zu Inhalten gibt die Behörde ohnehin keine Stellungnahme ab, will und muss sie auch nicht. Denn das obliegt in der Regel der auskunftsersuchenden Stelle. „Deren Vertreter entscheiden, was sie öffentlich machen und was nicht“, so Hovestädt. Weil auch sachkundige Einwohner in den Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung sowie die Mitglieder der Ortsbeiräte gebeten worden sind, sich freiwillig der Überprüfung anzuschließen und dem auch zugestimmt hatten, handelt es sich in Nauen um eine Vielzahl von Personen, deren Akten angefordert wurden. „Offensichtlich wollten sie das gründlich machen. In Nauen sind allerdings, soviel kann ich sagen ohne Zahlen zu nennen, mehr Anfragen gestellt worden als die Kriterien zur Überprüfung erlauben“, sagte Hovestädt.

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