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2500 Schwarzbunte stehen im Großstall der Lichtenberger

Jörg KOTTERBA / 05.09.2009, 08:00 Uhr
Die blauen Dächer der Milchviehanlage zwischen Lichtenberg und Hohenwalde leuchten zwischen grauen Regenwolken. "2500 Rinder, davon 1450 Milchkühe, sind dort untergebracht", erzählt Dr. Roland Gimpel, einer der drei Geschäftsführer der Lichtenberger Agrargesellschaft mbH.

Seine Schwarzbunten bringen bis zu 38 000 Liter Milch pro Tag. 21 Cent je Liter bekommt sein Unternehmen derzeit, erzählt Roland Gimpel. Spagat nennt Gimpel diese ungewollte Gratwanderung, denn der Milchpreis sei im Keller - ohne Rücksicht auf die anfallenden Kosten fürs Unternehmen. Die 46 Beschäftigten wollen entlohnt werden. Diesel ist teuer, Düngemittel, Saatgut und Energie ebenso.

Gut, dass ein Großteil der Futtermengen aus eigener Produktion kommen. 1800 Hektar landwirtschaftliche Flächen bewirtschaftet die Agrargesellschaft. Allein auf 750 Hektar wächst Mais, auf 450 Hektar sattes Gras. "Niemand sollte sich da eine romantische Wiese mit Butterblumen vorstellen", meint Gimpel schmunzelnd. Seit Ende April wurde die große Grasfläche schon viermal geerntet. "Immer dann, wenn Gras am wertvollsten ist, folgt die Mahd", erklärt der Geschäftsführer. Aus dem Gras produzieren die Lichtenberger Grassilage - "eine Art Sauerkraut, nur ohne viel Wasser", übersetzt Gimpel für den Laien. Monatlich werden an die Rinder 750 Tonnen Grün- und sogar 1300 Tonnen Maissilage verfüttert. Zu jeder Jahreszeit.

Silage ist das Grundfutter für jede Kuh. "So wie bei uns Menschen Brot, Kartoffeln oder Gemüse", erläutert Gimpel. Dem Vieh-Futter beigemengt wird aber auch Kraftfutter, das konzentriert Energie und Eiweiße enthält. "So wichtig wie für uns Menschen Spiegeleier oder ein Steak." Dafür werde ein großer Teil der auf 200 Hektar angebauten Wintergerste gemahlen, mit Probion- säure versetzt und konserviert.

Damit der Ackerboden fruchtbar bleibt, wird auf den Ackerflächen der Gesellschaft in unterschiedlichen Folgen Raps, Getreide und Mais angebaut. Verkauft werden Getreide und Raps. Gimpel. "Kerngeschäft unseres Unternehmens bleibt aber die Milchproduktion. Alles andere macht maximal zehn Prozent unseres Umsatzes aus."

Seit 2004 gibt es die Lichtenberger Agrargesellschaft, die damals von holländischen Gesellschaftern gebildet wurde. "Wir wollten einen Strukturwandel und die Milchproduktion aufstocken, sahen da unsere Zukunft", erläutert Gimpel. Das Konzept benötige zur Erfüllung noch einige Zeit. Keiner hätte ja ahnen können, wie sich die Milchpreise entwickeln. "Doch wir geben nicht auf. Landwirte sind leidensfähig", gibt sich Gimpel kämpferisch. Er hat schon Lösungen für die Weiterentwicklung der Großflächen-Technik im Kopf. Und manche Konzepte. Aber darüber werde man noch "brüten".

Ein neues Standbein der Lichtenberger ist ihre Biogasanlage, die 10 000 Tonnen Maissilage schluckt und in diesem Jahr insgesamt 6,5 Millionen Kilowattstunden in die Stromleitungen der Stadtwerke stellt.

Am Sonnabend findet von 9 bis 14 Uhr auf dem Beeskower Marktplatz der 17. Kreisbauernmarkt mit Frankfurter Beteiligung statt.

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